
Münster. Der Kreisverkehr am Ludgeriplatz Münster bleibt ein Thema für die Verkehrssicherheit. Nach einer öffentlichen Berichtsvorlage der Stadt soll die Zufahrt aus der Ludgeristraße neu markiert werden. Der rechte Fahrstreifen soll künftig dem Busverkehr vorbehalten sein, Radfahrer dürfen ihn mitnutzen. Autos sollen regulär nur noch über den linken Fahrstreifen in den Kreisverkehr fahren.
Der Ludgeriplatz gehört zu den zentralen Verkehrsknotenpunkten in Münster. Dort treffen sechs Straßen aufeinander. Neben starkem Autoverkehr nutzen auch viele Radfahrer und Fußgänger den Bereich. Die Stadt beschreibt den Kreisverkehr in ihrer Vorlage weiterhin als unfallauffällig.
Bereits in den vergangenen Jahren wurden Maßnahmen umgesetzt, um die Verkehrssicherheit zu verbessern. Dazu gehören Stop-Schilder anstelle der früheren Vorfahrt-Beschilderung sowie Rüttelstreifen in den Zufahrten. Diese Maßnahmen haben nach Darstellung der Stadt zwar die Schwere der Unfälle reduziert. Die Zufahrten Hafenstraße, Moltkestraße und Ludgeristraße gelten jedoch weiterhin als Unfallhäufungsstellen.
Die Unfallkommission hatte deshalb im Oktober 2025 weitere Schritte für erforderlich gehalten. Als erste zusätzliche Maßnahme soll nun die Zufahrt aus der Ludgeristraße verändert werden. Die Vorlage wird am 2. Juni in der Bezirksvertretung Münster-Mitte und am 17. Juni im Ausschuss für Verkehr und Mobilität behandelt.
Kern der geplanten Änderung ist eine neue Aufteilung der beiden Fahrstreifen an der Ludgeristraße. Der rechte Fahrstreifen soll als Bussonderfahrstreifen markiert werden. Durch das Zusatzzeichen „Fahrrad frei“ dürfen auch Radfahrer diese Spur nutzen.
Der übrige Kfz-Verkehr soll über den linken Fahrstreifen geführt werden. Die Stadt beschreibt, dass Fahrzeuge von dort auf den inneren Fahrstreifen des Kreisverkehrs gelangen. Nur wenn kein Bus- oder Radverkehr parallel abbiegt, können Kraftfahrzeuge direkt auf den äußeren Fahrstreifen einfahren.
Der Markierungs- und Beschilderungsplan sieht dafür vor, bestehende Markierungen zu entfernen und neue Verkehrszeichen anzubringen. Vorgesehen sind unter anderem ein Bussonderfahrstreifen-Zeichen und ein Zusatzzeichen für den Radverkehr.
Die Stadt begründet die geplante Umstellung vor allem mit der Sicherheit des Radverkehrs. Radfahrer sollen im Sichtbereich des motorisierten Verkehrs und mit eigenem Raum in Richtung Kreisverkehr vorfahren können. Damit soll eine Situation entschärft werden, die an den Zufahrten immer wieder kritisch ist.
Auch der Busverkehr soll profitieren. Durch die eigene Zufahrt kann er nach Einschätzung der Verwaltung beschleunigt werden. Die Maßnahme ist laut Vorlage regelwerkskonform und orientiert sich am Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren.
Für Autofahrer bedeutet die Änderung dagegen eine Einschränkung. Die bisher zweistreifige Einfahrt aus der Ludgeristraße wird für den normalen Kfz-Verkehr faktisch auf eine Spur reduziert. Besonders betroffen sind Fahrzeuge, die aus Richtung Königsstraße und Ludgeristraße kommen.
Nach Einschätzung des Amts für Mobilität und Tiefbau ist die Reduzierung auf eine Kfz-Spur an dieser Stelle verkehrlich vertretbar. Die Zufahrt Ludgeristraße gehört nach Angaben der Stadt neben der Zufahrt Am Kanonengraben zu den am geringsten belasteten Armen des Kreisverkehrs.
An einem Werktag werden dort im Querschnitt rund 5700 Kraftfahrzeuge gezählt. In den Spitzenstunden liegt das Aufkommen bei etwa 450 Kraftfahrzeugen pro Stunde. Aus Kapazitätsgründen sei eine zweistreifige Zufahrt deshalb nicht erforderlich.
Die Stadt geht außerdem davon aus, dass Fahrstreifenwechsel innerhalb des Kreisverkehrs möglich bleiben. Als Begründung nennt die Vorlage den räumlichen Abstand zu den Armen Moltkestraße und Schorlemer Straße.
Die Änderung an der Ludgeristraße soll nicht nur eine konkrete Gefahrenstelle entschärfen. Die Stadt will dort auch Erfahrungen mit der veränderten Zuführung in die Kreisfahrbahn sammeln. Dabei geht es sowohl um die Verkehrssicherheit als auch um die Wirkung auf den Verkehrsfluss.
Sollte die Maßnahme umgesetzt werden, dürfte der Eingriff vergleichsweise schnell sichtbar werden. Nach den vorliegenden Unterlagen geht es vor allem um Markierungen und Beschilderung. Ein großer baulicher Umbau ist für diese Maßnahme nicht erkennbar.
Damit wird der Ludgeriplatz erneut zum Beispiel dafür, wie Münster an schwierigen Kreisverkehren nach Lösungen sucht. Im Mittelpunkt steht diesmal aber kein vollständiger Umbau, sondern eine gezielte Neuordnung der Zufahrt aus der Ludgeristraße.
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