
Der Publizist und Jurist Heribert Prantl kommt am Donnerstag, 18. Juni 2026, nach Münster. Ab 19 Uhr spricht er in der Mathilde-Anneke-Gesamtschule über das Thema „Demokratie verteidigen – Verantwortung leben“. Veranstaltet wird der Abend von den OMAS GEGEN RECHTS Münster gemeinsam mit der Aktion „NRWAppell – AfD Verbot jetzt“.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine wehrhafte Demokratie mit antidemokratischen Kräften umgehen soll. Der Veranstaltungstext formuliert die Position deutlich: „Zu den Freiheiten der Demokratie gehört es nicht, Demokratie zu vernichten. Deshalb: Ein Verbotsverfahren!“ Damit greift der Abend die laufende Debatte über ein mögliches AfD-Verbotsverfahren auf.
Der NRWAppell fordert, dass Nordrhein-Westfalen im Bundesrat auf ein solches Verfahren hinwirkt. Beantragen könnten ein Parteiverbot nach Artikel 21 Absatz 2 Grundgesetz der Bundestag, der Bundesrat oder die Bundesregierung. Entscheiden würde das Bundesverfassungsgericht.
Heribert Prantl zählt zu den bekanntesten politischen Publizisten Deutschlands. Der promovierte Jurist war früher Richter und Staatsanwalt, später leitete er viele Jahre das Ressort Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung. Außerdem war er Mitglied der SZ-Chefredaktion und ist Honorarprofessor für Rechtswissenschaft an der Universität Bielefeld.
Gerade deshalb verbindet Prantl in der Debatte um Demokratie, Freiheit und Rechtsstaat eine journalistische mit einer juristischen Perspektive. Die Veranstalterinnen wollen mit dem Abend zur Diskussion über demokratische Verantwortung, Grenzen der Toleranz und zivilgesellschaftliches Engagement einladen.
Ein Parteiverbot ist in Deutschland nur unter hohen Voraussetzungen möglich. Nach dem Grundgesetz kann eine Partei verfassungswidrig sein, wenn sie darauf ausgeht, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen.
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