
Münster. Musik, politische Redebeiträge und eine Spendenaktion für Demokratieprojekte kommen heute auf dem Domplatz zusammen. Unter dem Titel „Musik statt Hass“ organisieren Fridays for Future Münster, Omas gegen Rechts Münster und Parents for Future Münster eine Solidaritätskundgebung gegen die AfD in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und soll bis 21 Uhr dauern. Im Mittelpunkt steht ein Benefizkonzert, bei dem mehrere Münsteraner Bands ohne Gage auftreten.
Die Veranstalter wollen mit der Kundgebung auf die Landtagswahlen im September aufmerksam machen. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September gewählt, in Mecklenburg-Vorpommern ist die Landtagswahl für den 20. September angesetzt. Beide Wahlen gelten politisch als besonders aufmerksam beobachtet, weil die AfD in den Ländern in Umfragen stark abschneidet. Die Organisatoren der Kundgebung sehen darin eine Gefahr für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Klimaschutz.
Die Kundgebung auf dem Domplatz ist zugleich als Spendenaktion angelegt. Nach Angaben der Veranstalter sollen die Einnahmen Demokratieprojekten in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zugutekommen. Die beteiligten Bands verzichten dafür auf ihre Gage. Auf dem Veranstaltungsflyer heißt es, gesammelt werde zugunsten von Demokratieprojekten gegen ein weiteres Erstarken der AfD in MV und Sachsen-Anhalt.
Organisiert wird die Kundgebung von Fridays for Future Münster, Omas gegen Rechts Münster und Parents for Future Münster. Der Aufruf wird von einem breiten Münsteraner Bündnis unterstützt. Auf dem Flyer werden unter anderem Bündnis 90/Die Grünen Münster, die SPD Münster, die ÖDP Münster, Die Linke Ratsfraktion Münster, Volt Münster, die GEW Stadtverband Münster, ver.di Jugend, ver.di, der BUND, der Ernährungsrat Münster, Münster isst veggie, Fahrradstadt.ms sowie mehrere For-Future-Gruppen genannt. Dazu gehören Psychologists for Future Münster, Health for Future Münster und Students for Future Münster.
Neben der Musik sind Redebeiträge geplant. Vertreterinnen und Vertreter der Omas gegen Rechts sowie von Fridays for Future aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sollen von ihren Erfahrungen vor Ort berichten. Dabei soll es auch darum gehen, wie zivilgesellschaftliche Gruppen in den beiden Bundesländern mit dem Erstarken der AfD umgehen.
Gertrud von den Omas gegen Rechts Münster erklärte im Vorfeld, man hoffe auf viele Besucherinnen und Besucher, die durch Spenden die Demokratie stärken. Der politische Aufruf der Veranstalter richtet sich ausdrücklich an Menschen aus Münster und Umgebung. Sie sollen mit ihrer Teilnahme Solidarität mit demokratischen Kräften in den beiden Bundesländern zeigen.
Der Anlass der Kundgebung liegt in den beiden Landtagswahlen im September 2026. In Sachsen-Anhalt findet die Wahl am 6. September statt, in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September. Die Veranstalter warnen davor, dass eine besonders starke AfD oder eine mögliche Regierungsbeteiligung Folgen für demokratische Institutionen, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftliche Vielfalt haben könnte.
In ihrem Aufruf verweisen die Organisatoren auf die Grundwerte des Grundgesetzes, darunter Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Diese Werte müssten aktiv verteidigt werden, heißt es in dem Text. Zugleich verbindet das Bündnis den Protest gegen die AfD mit klimapolitischen Anliegen. Der Partei wird vorgeworfen, wissenschaftliche Erkenntnisse zum menschengemachten Klimawandel infrage zu stellen und Klimaschutzmaßnahmen grundsätzlich abzulehnen.
Die Sorge der Veranstalter bezieht sich auch auf die politische Ausgangslage vor den Landtagswahlen im September. In Mecklenburg-Vorpommern kommt die AfD im aktuellen Mecklenburg-VorpommernTREND von infratest dimap vom Mai 2026 auf 36 Prozent. In Sachsen-Anhalt liegt sie im Sachsen-AnhaltTREND desselben Instituts bei 41 Prozent. Beide Werte zeigen, dass die Partei wenige Monate vor den Wahlen in beiden Bundesländern deutlich vor ihren Wettbewerbern liegt.
Umfragen bilden allerdings nur die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab und sind keine Prognose für das spätere Wahlergebnis. Gerade deshalb wollen die Organisatoren nach eigener Darstellung frühzeitig ein Zeichen setzen. Die Kundgebung auf dem Domplatz soll nicht nur Protest ausdrücken, sondern auch praktische Unterstützung leisten: Die gesammelten Spenden sollen Demokratieprojekten in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zugutekommen.
Musikalisch wird die Kundgebung von mehreren Gruppen begleitet. Als Acts angekündigt sind Trio CaoTina, HEUTE HÜBSCH, REIF und Die Zwillinge. Außerdem ist die Bänkelsängerin Gudrun Gunia als besonderer Gast dabei. Auf dem Veranstaltungsplakat werden Trio CaoTina, HEUTE HÜBSCH, REIF und Die Zwillinge als zentrale musikalische Beiträge genannt.
Trio CaoTina kommt aus dem Münsterland und ist musikalisch auch darüber hinaus unterwegs. Die Gruppe verbindet Lieder in verschiedenen Sprachen mit dem Anspruch, kulturelle Verständigung zu fördern. Gudrun Gunia tritt als Bänkelsängerin auf und setzt nach Angaben der Veranstalter ein musikalisches Zeichen mit antifaschistischer Botschaft.
HEUTE HÜBSCH beschreibt den eigenen Stil als „PopRotz“ mit Punkattitüde. Die Band greift Alltagsthemen auf, darunter Beziehungen, Körperveränderungen, Fachkräftemangel, innere Zweifel und gesellschaftliche Fragen. REIF verbindet poppige, poetische, ruhige und rockige Elemente. Die Zwillinge blicken auf mehr als 35 Jahre Bandgeschichte zurück und stehen für Rock, Lieder über Liebe und Leben sowie Anekdoten zwischen den Stücken.
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