
Münster. An der B51-Brückenbaustelle in der sogenannten Spinne in Münster steht ein entscheidender Schritt bevor. Am Freitag, 19. Juni 2026, soll der Verkehr von der Behelfsbrücke auf die neue große Brücke umgelegt werden. Betroffen ist die wichtige Verbindung zwischen der Umgehungsstraße B51 und dem Autobahnkreuz Münster-Süd.
Damit wird auch das zweite neu errichtete Brückenbauwerk für den Verkehr nutzbar. Straßen.NRW bewertet die Freigabe als bedeutendes Etappenziel. Nach Angaben des Landesbetriebs sind die eigentlichen Brückenbauarbeiten damit nahezu abgeschlossen. Vollständig fertig ist das Projekt aber noch nicht.
Trotz der Freigabe der neuen Brücke bleibt die Verkehrsführung vorerst eingeschränkt. Bis zur geplanten Gesamtfertigstellung im August 2026 stehen im Umfeld der beiden Brücken weitere Straßenbauarbeiten an. Solange diese Arbeiten laufen, soll der Verkehr weiterhin einspurig über die neuen Bauwerke geführt werden.
Das Ziel bleibt, den Verkehr im August wieder vollständig zweispurig über beide Brücken laufen zu lassen. Erst dann wäre das seit Jahren bestehende Nadelöhr an der B51-Spinne weitgehend beseitigt. Für viele Pendler und Autofahrer im Süden Münsters wäre das ein spürbarer Einschnitt, denn der Knoten verbindet zentrale Verkehrsachsen miteinander.
Auch unterhalb der kleineren Brücke laufen noch Arbeiten. Betroffen ist die Rampe von der Weseler Straße zur Umgehungsstraße. Diese Verbindung soll nach den aktuellen Planungen ab dem 26. Juni 2026 wieder freigegeben werden.
Die kleinere Brücke war bereits in den Sommerferien 2024 innerhalb von sieben Wochen gebaut und Ende August 2024 für den Verkehr freigegeben worden. Danach kam eine Behelfsbrücke zum Einsatz, um die Verkehrsbeziehung während des Neubaus der großen Verbindungsbrücke aufrechtzuerhalten.
Die Baustelle liegt an einem der wichtigsten Verkehrsknoten im Süden Münsters. Straßen.NRW erneuert dort zwei Brückenbauwerke zwischen der A43, dem Autobahnkreuz Münster-Süd und der B51 beziehungsweise der Umgehungsstraße. Die alten Brücken mussten wegen ihres Alters und eingeschränkter Belastbarkeit ersetzt werden.
Die Verkehrsbelastung liegt nach Angaben von Straßen.NRW bei fast 50.000 Fahrzeugen pro Tag. Die Kosten für die Ersatzneubauten betragen rund 37 Millionen Euro und werden von der Bundesrepublik Deutschland getragen.
Ursprünglich war für das Brückenprojekt eine deutlich längere Bauzeit vorgesehen. Nach Angaben von Straßen.NRW könnte die Maßnahme jedoch mehr als zwei Jahre früher abgeschlossen werden als zunächst geplant. Statt rund 4,5 Jahren soll die Bauzeit auf etwa 2,5 Jahre sinken.
Möglich wurde die Verkürzung laut Landesbetrieb durch optimierte Planung und neue Bauweisen. Die große alte Brücke war Anfang Oktober 2024 innerhalb weniger Tage abgebrochen worden. Anschließend begann der Neubau mit neuen Widerlagern, Stützen, Stahlhohlkästen, Oberbau, Lärmschutzwänden und weiterer Ausstattung.
Die sogenannte Spinne ist nicht nur verkehrlich, sondern auch aus Sicherheitsgründen ein sensibler Bereich. Die Stadt Münster bezeichnet die Kreuzung der B51 mit der Weseler Straße als einen der am stärksten frequentierten Knotenpunkte der Stadt.
Nach einem schweren Unfall im Frühjahr 2025 wurden dort unter anderem neue Rechtsabbiegerampeln installiert, um den Rad- und Fußverkehr besser zu schützen. Mit der schrittweisen Freigabe der neuen Brücken rückt nun auch die bauliche Entlastung dieses Knotenpunkts näher.
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