
Frankfurt. Die Dividende der Commerzbank steht Anfang Juli 2026 wieder im Fokus, obwohl die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2025 bereits im Mai beschlossen und ausgezahlt wurde. Der aktuelle Anlass ist das Übernahmeangebot der italienischen UniCredit. Die weitere Annahmefrist lief vom 20. Juni bis zum 3. Juli 2026. Das finale Ergebnis soll laut Commerzbank am 8. Juli 2026 veröffentlicht werden. Damit fällt die Debatte über Dividende, Aktienrückkäufe und Kapitalrückgabe in eine entscheidende Phase des Übernahmeringens. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären weiterhin, das UniCredit-Angebot nicht anzunehmen.
Die Hauptversammlung der Commerzbank hat am 20. Mai 2026 eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 beschlossen. Im Vorjahr hatte die Bank 0,65 Euro je Aktie ausgeschüttet. Das entspricht einer Erhöhung um rund 69 Prozent. Die Bank bezifferte die gesamte Dividendenzahlung auf rund 1,2 Milliarden Euro. Der Ex-Dividenden-Tag war der 21. Mai 2026, die Auszahlung folgte nach Dividendenkalendern am 26. Mai 2026. Die Commerzbank selbst weist in ihrer Dividendenhistorie für das Geschäftsjahr 2025 die 1,10 Euro je Aktie aus.
Die Dividende ist nur ein Teil der Kapitalrückgabe. Zusammen mit zwei bereits abgeschlossenen Aktienrückkäufen im Gesamtvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro will die Commerzbank für das Geschäftsjahr 2025 insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro an ihre Aktionäre zurückgeben. Das entspricht nach Angaben der Bank 100 Prozent des Nettoergebnisses vor Restrukturierungsaufwendungen und nach Abzug der AT1-Kuponzahlungen. Die Hauptversammlung ermächtigte die Bank zudem zu weiteren Aktienrückkäufen von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals. Diese Rückkäufe stehen unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch Europäische Zentralbank und Finanzagentur.
Der UniCredit-Einstieg macht die Kapitalpolitik strategisch bedeutsam. UniCredit hatte im März 2026 ein freiwilliges Umtauschangebot angekündigt, um die Schwelle von 30 Prozent bei der Commerzbank zu überschreiten. Geboten werden 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie. Die Commerzbank kritisiert, das Angebot enthalte keine angemessene Prämie und keinen überzeugenden Plan für einen Zusammenschluss. Sie verweist zugleich auf ihre eigene Strategie Momentum 2030 und die steigende Kapitalrückgabe. Reuters meldete am 19. Juni, dass UniCredit einschließlich bereits aufgebauter Beteiligungen, Derivate und angedienter Aktien auf eine rechnerische Position von rund 42,5 Prozent kam.
Die Kursentwicklung ist eng mit dem Umtauschangebot verbunden. Die Commerzbank erklärte am 10. Juni, ihre Aktie habe seit Beginn der Annahmefrist deutlich über dem rechnerischen Wert der UniCredit-Gegenleistung gelegen. Am 9. Juni habe der Abstand nach Darstellung der Bank rund sechs Prozent oder etwa 2,30 Euro je Aktie betragen. Am letzten Tag der weiteren Annahmefrist, dem 3. Juli 2026, schloss die Commerzbank-Aktie laut finanzen.net auf Xetra bei 37,72 Euro. Da das UniCredit-Angebot ausschließlich aus Aktien besteht, schwankt der rechnerische Angebotswert mit dem Kurs der UniCredit-Aktie.
Für das Geschäftsjahr 2026 hat die Commerzbank ihre Ergebnisprognose im Mai angehoben. Nach einem starken ersten Quartal rechnet die Bank nun mit einem Nettoergebnis von mindestens 3,4 Milliarden Euro. Zugleich plant sie eine Ausschüttungsquote von 100 Prozent des Nettoergebnisses nach AT1-Kupons, bis die angestrebte harte Kernkapitalquote von 13,5 Prozent erreicht ist. Für 2027 und 2028 strebt die Bank ebenfalls eine entsprechende Ausschüttungsquote an. Eine konkrete Dividende je Aktie für 2026 oder 2027 ist damit aber noch nicht beschlossen. Vorstandschefin Bettina Orlopp und Finanzvorstand Carsten Schmitt stellen die höhere Profitabilität und die verlässliche Kapitalrückgabe als Kernpunkte der Eigenständigkeitsstrategie heraus.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu