
Münster. Die Linke unterstützt das Bürgerbegehren „Kreisel statt Ampel“ gegen die geplante Ampelkreuzung an der Von-Esmarch-Straße in Gievenbeck. Der Rat der Stadt Münster hatte im Mai beschlossen, die Planung für eine Kreuzung mit Lichtsignalanlage wieder aufzunehmen. Die Linke kritisiert diese Entscheidung als falsches Signal für Radverkehr und Klimaschutz.
Der betroffene Kreisverkehr gilt seit 2018 als Unfallhäufungsstelle. Die Stadt Münster verweist auf mehr als 70 registrierte Unfälle und begründet die Ampelplanung mit Empfehlungen der Unfallkommission sowie einem Gutachten. Die Linke hält die geplante Lösung dennoch für falsch.
Aus Sicht der Partei widerspricht die Ampelkreuzung den Zielen des Masterplans Mobilität. Dieser sieht vor, nichtmotorisierten Verkehr und öffentlichen Nahverkehr bei Planungen stärker zu priorisieren.
„Die Entscheidung des Rates für die Ampel war und bleibt falsch. Dass es nun zu einem Bürgerbegehren dagegen kommt, ist folgerichtig“, sagt Patricia Niehaus, Sprecherin des Kreisverbands der Linken.
Die Partei ruft Münsteraner dazu auf, das Bürgerbegehren zu unterschreiben. Ziel der Initiative ist es, den Ratsbeschluss aufzuheben und stattdessen einen besseren Kreisverkehr planen zu lassen.
Für das Bürgerbegehren sind nach Angaben der Stadt 10.013 gültige Unterschriften von Wahlberechtigten aus Münster nötig. Die Frist endet am 25. September 2026. Eine vorherige Petition gegen die Ampelpläne hatte innerhalb kurzer Zeit mehr als 4500 Unterstützer gefunden.
Steffen Lambrecht, sachkundiger Bürger der Linksfraktion im Ausschuss für Verkehr und Mobilität, sieht in der Debatte mehr als nur eine Kreuzungsfrage. Es gehe darum, ob Verkehrssicherheit durch mehr Raum für Autos oder durch weniger Autoverkehr erreicht werde.
Die Linke kritisiert, dass gute Konzepte wie der Masterplan Mobilität zwar beschlossen, aus ihrer Sicht aber nicht konsequent umgesetzt würden. Das Bürgerbegehren wird für die Partei damit auch zu einem Signal für eine andere Verkehrspolitik in Münster.
Weitere Informationen zur Initiative gibt es unter kreisel-statt-ampel.de.
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