
Nach zwei Bränden in Barbershops in Eningen und Metzingen haben Polizei und Staatsanwaltschaft drei Tatverdächtige ermittelt. Gegen die Männer im Alter von 29, 26 und 18 Jahren wird wegen des Verdachts des versuchten Mordes und der schweren Brandstiftung ermittelt. Das teilten die Staatsanwaltschaft Tübingen und das Polizeipräsidium Reutlingen am Dienstag mit. Alle drei Beschuldigten befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Brände in Eningen und Metzingen miteinander zusammenhängen könnten. Betroffen waren jeweils Barbershops in Wohn- und Geschäftshäusern. Nach Angaben der Behörden soll das Trio dringend verdächtig sein, die Feuer am 12. März 2026 in Eningen und am 2. Mai 2026 in Metzingen gelegt zu haben. Die Ermittlungen führt das Kriminalkommissariat Reutlingen gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Tübingen.
Der erste Brand ereignete sich am späten Donnerstagabend, 12. März 2026, kurz vor Mitternacht in der Eninger Hauptstraße. Zeugen hatten das Feuer in einem Wohn- und Geschäftshaus bemerkt und die Polizei alarmiert. Nach Angaben der Ermittler konnte durch das schnelle Eingreifen von Polizei und Feuerwehr verhindert werden, dass sich die Flammen auf das gesamte Gebäude ausbreiteten. Zwei Bewohner, die in einer Wohnung über dem Geschäft geschlafen hatten, wurden durch Rauchgase schwer verletzt und mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Schaden wurde auf rund 50.000 Euro geschätzt.
Vor Ort ergaben sich Hinweise auf eine vorsätzliche Tat. Laut Mitteilung war offenbar eine Scheibe des Geschäfts eingeschlagen und ein Brandsatz in den Innenraum geworfen worden. Die Kriminalpolizei nahm noch in der Nacht die Ermittlungen auf. Aufgrund der verletzten Bewohner richtet sich der Tatvorwurf nicht nur auf Brandstiftung, sondern auch auf versuchten Mord. Die Beschuldigten gelten bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.
Am frühen Samstagmorgen, 2. Mai 2026, kam es gegen 1.20 Uhr im Fasanenweg in Metzingen erneut zu einem Brand in einem Wohn- und Geschäftshaus. Auch dort war ein Friseurgeschäft betroffen. Hausbewohner entdeckten das Feuer rechtzeitig und alarmierten die Einsatzkräfte. Sie konnten das Gebäude verlassen, verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr verhinderte nach Behördenangaben ein Übergreifen des Feuers auf das Wohngebäude. Der Sachschaden wurde auf etwa 200.000 Euro geschätzt.
Nach dem zweiten Brand richtete die Kriminalpolizei eine achtköpfige Ermittlungsgruppe ein. Im Laufe der Ermittlungen hätten sich Hinweise ergeben, dass beide Taten zusammenhängen könnten. Nach Angaben der Behörden war der geschädigte Betreiber des Salons in Eningen nach dem ersten Brand vorübergehend in dem Salon in Metzingen untergekommen, um dort weiterzuarbeiten. Die weiteren Ermittlungen führten schließlich zu den drei Tatverdächtigen.
Am Samstagnachmittag, 20. Juni 2026, durchsuchten Ermittler die Wohnungen der drei Männer. Grundlage waren richterliche Durchsuchungsbeschlüsse, die von der Staatsanwaltschaft Tübingen erwirkt worden waren. Dabei wurden nach Polizeiangaben beweiserhebliche Gegenstände gefunden und beschlagnahmt. Die drei Beschuldigten wurden vorläufig festgenommen. Am Sonntagmittag, 21. Juni 2026, wurden sie dem Haftrichter beim Amtsgericht Tübingen vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehle und setzte sie in Vollzug. Die Männer wurden anschließend in Justizvollzugsanstalten gebracht.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sind nach Angaben des Polizeipräsidiums Reutlingen noch nicht abgeschlossen. Offen bleibt, welche konkreten Hintergründe die mutmaßlichen Brandanschläge hatten. Ob und wann eine Anklage folgt, ist bislang nicht bekannt. Bis zu einer möglichen Verurteilung gilt für die drei Beschuldigten die Unschuldsvermutung.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu