
Das Erste zeigt am Mittwochabend die ersten beiden Teile der neuen Dokuserie ERDOGAN. Um 22:50 Uhr läuft Folge 1 mit dem Titel Ein Mann des Volkes, direkt danach folgt um 23:25 Uhr Folge 2 Gegen alle Widerstände. Es handelt sich nicht um einen einzelnen Magazinbeitrag, sondern um eine politische Dokuserie von WDR und ARD über den Aufstieg Recep Tayyip Erdogans.
Die erste Folge blickt auf Erdogans frühen Aufstieg in Istanbul. Im Zentrum steht sein Weg vom politisch unterschätzten Kandidaten zum Bürgermeister der Millionenstadt. Die ARD beschreibt, wie Erdogan 1994 mit einer überraschenden Wahlkampfstrategie punktete und dabei besonders viele Frauen für seine Bewegung mobilisierte. Als Bürgermeister inszenierte er sich als Stimme der Benachteiligten und als politischer Macher. Gleichzeitig wuchs der Widerstand aus Militär und Justiz, die ihn als Gefahr für den säkularen Staat betrachteten.
Ein Mann des Volkes erzählt auch den Bruch in Erdogans früher Karriere. Nach einer Rede wurde er verurteilt, erhielt ein Politikverbot und musste ins Gefängnis. Laut WDR schien seine politische Laufbahn damit beendet. Die Dokumentation setzt genau an diesem Wendepunkt an: Ausgerechnet auf dem Weg in die Haft wurde Erdogan von großen Menschenmengen gefeiert. Die Folge fragt damit nicht nur nach seinem politischen Ursprung, sondern auch danach, wie aus Niederlagen neue Machtchancen entstehen konnten.
Direkt im Anschluss zeigt Das Erste die zweite Folge Gegen alle Widerstände. Sie setzt nach Erdogans Haft an. Die Türkei befindet sich in der Darstellung der ARD in einer schweren Krise: Ein verheerendes Erdbeben, eine Wirtschaftskrise und das Versagen der politischen Elite erschüttern das Land. Millionen Menschen verlieren Vertrauen in den Staat und suchen eine neue politische Kraft, was Erdogans Comeback begünstigte. Die ARD beschreibt, wie die AKP die Wahl gewinnt, Erdogan Premierminister wird und zunächst Reformen vorantreibt. Die Türkei rückt in dieser Phase näher an Europa heran. Zugleich stellt die Dokumentation die Frage, ob dieser Aufbruch bereits die Grundlage für den späteren Machtumbau enthielt.
Die Dokuserie stammt von Michael Wech und Kristina Karasu. Beide führten laut WDR auch Regie. Produziert wurde ERDOGAN von BROADVIEW in Koproduktion mit dem WDR. Produzent ist Leopold Hoesch, Producer sind Peter Wolf und Marisa Witte. Redaktionell verantwortlich sind beim WDR Gudrun Wolter und Beate Schlanstein. Die Reihe liegt in deutscher und türkischer Sprachfassung vor.
Der WDR kündigt für die Reihe Gespräche mit früheren Weggefährten, Vertrauten und politischen Beobachtern an. Genannt werden unter anderem der frühere stellvertretende türkische Ministerpräsident Bülent Arinc, der ehemalige US-Verteidigungsminister Leon Panetta, Martin Schulz, Erdogans früherer Privatsekretär Turhan Cömez, Nihal Olcok, Fatma Bostan Ünsal und Ertugrul Günay. Die Gesprächspartner sollen persönliche Einblicke in Erdogans Aufstieg, seine politischen Mechanismen und seine Wirkung auf das Land geben.
Die ARD rahmt die Serie als Analyse eines Politikers, der seit mehr als 23 Jahren die Türkei prägt und nach Darstellung des WDR ein auf ihn zugeschnittenes Ein-Mann-System etabliert hat. Die Reihe fragt, wie Erdogan politische Niederlagen in Chancen verwandelte, wie er Machtmomente nutzte und wie er zum dominierenden Staatspräsidenten werden konnte. Neben der türkischen Innenpolitik geht es auch um den Europa-Kurs, die Rolle der türkischen Community in Deutschland und die Bedeutung seiner Familie.
Im Ersten laufen am Mittwoch, 8. Juli 2026, zunächst zwei 35-minütige Folgen: Ein Mann des Volkes um 22:50 Uhr und Gegen alle Widerstände um 23:25 Uhr. In der ARD-Mediathek sind die Folgen bereits abrufbar. Die komplette vierteilige Reihe soll am Mittwoch, 15. Juli 2026, ab 22:15 Uhr außerdem im WDR Fernsehen laufen.
Wer heute um 22:50 Uhr im Ersten Erdogan einschaltet, sieht keine aktuelle Talkrunde und keinen klassischen Magazinbeitrag. Das Erste zeigt den Auftakt einer vierteiligen politischen Dokumentation über einen der prägendsten Politiker der jüngeren türkischen Geschichte.
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