
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet am Sonntag, 12. Juli 2026, die diesjährige Sommerinterview-Reihe von „Berlin direkt“. Das ZDF zeigt das rund 20 Minuten lange Gespräch um 19.10 Uhr. Im Streaming-Portal des Senders ist die Ausgabe bereits ab 18 Uhr verfügbar. Die Fragen stellt Diana Zimmermann, Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios. Shakuntala Banerjee und Theo Koll sind für diese Sendung nicht als Moderatoren angekündigt.
Einen Schwerpunkt bildet die Arbeit der schwarz-roten Bundesregierung. In vorab veröffentlichten Ausschnitten begrüßt Steinmeier das jüngste Reformpaket der Koalition. Er sieht Anzeichen dafür, dass CDU, CSU und SPD interne Blockaden überwunden haben könnten und stärker ins politische Handeln kommen.
Bei Strukturreformen gehe es nach seiner Darstellung zunächst darum, staatliche Leistungssysteme dauerhaft zu stabilisieren. Eine unmittelbare finanzielle Entlastung der Bürger stehe nicht zwingend am Anfang. Damit verbindet das Interview die Lage der Bundesregierung mit den wirtschaftlichen und sozialpolitischen Reformdebatten.
Außenpolitisch geht es nach den veröffentlichten Interviewteilen vor allem um das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump. Steinmeier beschreibt eine erhebliche Distanz im transatlantischen Verhältnis und führt diese auf ein verändertes Werteverständnis der US-Regierung zurück. Deutschland müsse dennoch pragmatisch mit Washington zusammenarbeiten.
Hintergrund ist unter anderem Steinmeiers Kritik am amerikanischen Angriff auf den Iran im März 2026, den er als Verstoß gegen das Völkerrecht bezeichnet hatte. Eine Übernahme einer von Rücksichtslosigkeit geprägten Politik lehnt der Bundespräsident ab. Die Europäische Union und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wurden vom ZDF in seiner Programmankündigung nicht als eigene Gesprächsblöcke ausgewiesen.
Ein weiterer Teil des Gesprächs beschäftigt sich mit der Sanierung des Amtssitzes Schloss Bellevue. Das Gesamtprojekt wird nach Angaben des ZDF mit Kosten von rund einer Milliarde Euro veranschlagt. Steinmeier verteidigt die Arbeiten mit dem Alter und dem baulichen Zustand des Schlosses.
Nach seinen Angaben bestehen unter anderem Einschränkungen bei der Tragfähigkeit der Decken. Als wesentlichen Kostentreiber nennt er nicht das historische Schloss selbst, sondern den in den 1990er-Jahren errichteten Bürokomplex für die Mitarbeiter des Bundespräsidialamtes. Steinmeier hat seine Amtsgeschäfte inzwischen in einem Übergangsquartier am Berliner Spreebogen aufgenommen.
Das Gespräch ist Steinmeiers letztes „Berlin direkt“-Sommerinterview als amtierender Bundespräsident. Die Bundesversammlung hatte ihn am 13. Februar 2022 mit 1.045 Stimmen für eine zweite Amtszeit gewählt. Diese endet mit Ablauf des 18. März 2027.
Steinmeier war erstmals 2017 zum Bundespräsidenten gewählt worden. Beim Sommerinterview befindet er sich damit in den letzten acht Monaten seiner insgesamt zehnjährigen Amtszeit. Zugleich läuft bereits die politische Diskussion darüber, wer ihm 2027 im höchsten Staatsamt nachfolgen könnte.
Das ZDF plant zwischen dem 12. Juli und dem 23. August 2026 insgesamt sieben Sommerinterviews. Gesprächspartner sind der Bundespräsident, Bundeskanzler Friedrich Merz und die Spitzen der im Bundestag in Fraktionsstärke vertretenen Parteien. Die Interviews finden an Orten statt, mit denen die jeweiligen Gäste persönlich oder politisch verbunden sind.
Moderiert wird die Reihe von Diana Zimmermann und Wulf Schmiese. Das Format gehört seit 1988 zum ZDF-Sommerprogramm und startete damals innerhalb der Sendung „Bonn direkt“. Alle Ausgaben laufen sonntags um 19.10 Uhr. Sie werden mit Untertiteln angeboten und im Streaming-Portal zusätzlich in Deutscher Gebärdensprache bereitgestellt.
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