Schiessen toeten posten: Was hinter dem Jagd-Hype steckt

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Immer mehr junge Menschen interessieren sich für die Jagd und präsentieren ihr Hobby auf Instagram, TikTok oder YouTube. Die SWR-Dokumentation „Schießen, töten, posten: Wie gefährlich ist der neue Jagd-Hype?“ untersucht die Schattenseiten dieses Trends. Das Erste zeigt den Film am Montag, 13. Juli 2026, um 23.15 Uhr.

Sendetermin und Erstausstrahlung im Ersten

Die rund 30 Minuten lange Dokumentation läuft am 13. Juli von 23.15 bis 23.45 Uhr im Ersten. Eine Wiederholung ist in der Nacht zum Dienstag gegen 4 Uhr vorgesehen. In der ARD-Mediathek steht der Film bereits seit dem 30. Juni 2026 zur Verfügung und soll dort bis zum 30. Juni 2027 abrufbar bleiben. Die Ausstrahlung am Montag wird als deutsche TV-Premiere geführt.

Autoren und Produktion der Jagd-Dokumentation

Der Film entstand für das investigative SWR-Format „team.recherche“ in Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma Labo M. Als journalistisches Kernteam werden Lisa Genzken, Rabea Westarp, Tim-Tih Cassian Kost und Dawid Romanowski genannt. Zum weiteren Team gehörte unter anderem der Autor und Producer Caspar Dudek. Eine einzelne Regieperson wird in den öffentlich zugänglichen Programmangaben von ARD und SWR nicht gesondert ausgewiesen.

Reporterin absolviert einen Jagd-Crashkurs

Im Mittelpunkt steht ein Selbstversuch von Reporterin Lisa Genzken. Sie meldet sich nach Darstellung der Dokumentation für rund 3.400 Euro bei einer privaten Jagdschule an und absolviert einen auf drei Wochen verkürzten Kurs. Dabei dokumentiert sie Ausbildung und Prüfung teilweise mit versteckter Kamera.

Die Reporterin besteht nach eigenen Angaben die Jägerprüfung, obwohl sie ihre Schießleistung selbst als unzureichend bewertet und während der Ausbildung nicht an einer praktischen Jagd im Wald teilgenommen habe. Der Film stellt deshalb die Frage, ob die Anforderungen und Ausbildungsstandards bei kompakten Jagdkursen ausreichen. Die staatlichen Prüfungen und konkreten Vorgaben unterscheiden sich zwischen den Bundesländern.

Der Tod eines 23 Jahre alten Jägers

Einen zweiten Schwerpunkt bildet der Tod eines jungen Mannes bei einem Jagdausflug. Sein Vater Wilfried, der selbst aus einer Jägerfamilie stammt, berichtet in der Dokumentation über den Verlust seines 23 Jahre alten Sohnes. Nach der im Film wiedergegebenen Darstellung soll sich während einer Jagd mit Freunden ein tödlicher Schuss gelöst haben. Ein Jagdfreund des Verstorbenen habe seinen Jagdschein zuvor in einem kompakten Kurs erworben. Wer den Schuss unter welchen Umständen abgab und welche Verantwortung die Beteiligten tragen, war den Berichten zufolge Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens. Eine abschließende Schuldzuweisung nimmt die Dokumentation nicht vor.

Jagd wird auf Social Media zum Lifestyle

Die Dokumentation untersucht außerdem, wie Jagd-Influencer ihr Hobby im Internet darstellen. Zu sehen sind Beiträge, in denen Waffen, Naturerlebnisse, Jagdausrüstung und erlegte Tiere Teil einer professionell inszenierten Onlinewelt werden. Als Protagonistin kommt unter anderem Maria Danneberg zu Wort. Sie ist selbst Jägerin und veröffentlicht Jagdinhalte in sozialen Netzwerken. Bestimmte Formen dieser Selbstdarstellung sieht sie jedoch kritisch. Nach ihrer Einschätzung könnten Konkurrenz um Reichweite, teure Waffen und möglichst spektakuläre Bilder das eigentliche Verantwortungsgefühl gegenüber Wildtieren und Natur überlagern.

Tierschützer kritisieren Tierleid und Trophäeninszenierung

Tierschutzorganisationen lehnen insbesondere eine Inszenierung der Jagd als Freizeitvergnügen oder Statussymbol ab. PETA Deutschland kritisiert die Hobbyjagd grundsätzlich und verweist unter anderem auf das Risiko, dass Tiere durch Fehlschüsse nicht sofort sterben und schwer verletzt fliehen. Jagdverbände vertreten dagegen die Position, dass Jagd unter anderem der Regulierung bestimmter Wildbestände, der Begrenzung von Schäden in Land- und Forstwirtschaft sowie dem Natur- und Artenschutz diene. Die Dokumentation behandelt daher weniger die grundsätzliche Frage, ob Jagd erlaubt sein sollte. Ihr Schwerpunkt liegt auf Ausbildungsqualität, Schießsicherheit, Waffenbesitz und der Wirkung von Jagdinhalten im Internet.

Zahl der Jäger erreicht neuen Höchststand

Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes besaßen im November 2025 insgesamt 467.682 Menschen in Deutschland einen Jagdschein. Das war ein neuer Höchststand. Im Jahr 2025 bestanden 18.423 Teilnehmer die staatliche Jägerprüfung. Die Zahl der erfolgreichen Prüfungen hat sich damit innerhalb von 20 Jahren mehr als verdoppelt. Zugleich lag die Durchfallquote bei 24 Prozent. Der Frauenanteil in Jagdkursen beträgt nach einer Erhebung des Verbandes inzwischen etwa ein Viertel.

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