
Martin Ens steht beim SC Paderborn 07 offenbar vor dem nächsten Entwicklungsschritt. Der 24 Jahre alte Innenverteidiger soll nach seiner starken Saison beim SC Verl erneut abgegeben werden. Dieses Mal führt der Weg nach Informationen des Kicker allerdings nicht zurück in die 3. Liga, sondern zu einem bislang nicht genannten Zweitligisten. Eine offizielle Bestätigung des Transfers steht noch aus.
Beim SC Verl gehörte Ens in der Saison 2025/26 zu den zuverlässigsten Spielern der gesamten 3. Liga. Der gebürtige Paderborner kam in 37 Ligapartien zum Einsatz und stand dabei in allen 37 Spielen über die volle Distanz auf dem Platz. Lediglich an einem Spieltag stand der Innenverteidiger nicht auf dem Platz.
Auch offensiv setzte Ens Akzente. Der Abwehrspieler erzielte drei Tore und überzeugte vor allem durch seine Präsenz bei Standards. Hinzu kamen ein ruhiger Spielaufbau und eine hohe Passsicherheit. Bereits bei seiner Verpflichtung hatte der SC Verl die Stärken des Rechtsfußes am Ball und seine Übersicht hervorgehoben. In der abgelaufenen Saison bestätigte Ens dieses Profil und entwickelte sich zu einem festen Bestandteil der Verler Defensive.
Seine Konstanz dürfte der wichtigste Grund sein, warum Paderborn nun eine Ausleihe in die 2. Bundesliga anstrebt. Für Ens wäre es die Gelegenheit, sich eine Klasse höher über eine gesamte Saison als Stammspieler zu beweisen.
Der SC Paderborn geht als Bundesliga-Aufsteiger in die Saison 2026/27. Damit steigen nicht nur die sportlichen Anforderungen, sondern auch der Konkurrenzkampf im Kader. Ens ist nach seinem Jahr in Verl zunächst zu seinem Heimatverein zurückgekehrt. Paderborn hatte sich bei seinem Wechsel zum Drittligisten eine Rückholoption gesichert und den Abwehrspieler im Mai als Rückkehrer für die neue Saison aufgeführt.
Ein sofortiger Stammplatz in der Bundesliga wäre für Ens dennoch kaum garantiert. Der SCP verfügt im Abwehrzentrum über mehrere Alternativen und muss seinen Kader auf das deutlich höhere Tempo und die individuelle Qualität der ersten Liga ausrichten. Eine erneute Leihe wäre deshalb für beide Seiten nachvollziehbar: Paderborn behielte die Kontrolle über die weitere Entwicklung, während Ens regelmäßig auf einem Niveau spielen könnte, das zwischen seiner starken Drittligasaison und dem Bundesliga-Kader des SCP liegt.
Der Schritt in die 2. Liga wäre dabei mehr als eine reine Zwischenlösung. Mit 24 Jahren befindet sich Ens in einer Phase, in der regelmäßige Einsätze wichtiger sein dürften als eine Reservistenrolle beim Bundesligisten.
Ens stammt aus Paderborn und begann beim SV Heide Paderborn mit dem Fußball. Im Jahr 2014 wechselte er in das Nachwuchsleistungszentrum des SC Paderborn 07. Später rückte er in die zweite Mannschaft auf und sammelte dort umfangreiche Erfahrung in der Oberliga Westfalen und der Regionalliga West.
Mit der Paderborner U21 gelang ihm 2023 der Aufstieg in die Regionalliga. Für die Reserve des SCP kam er insgesamt auf mehr als 90 Einsätze und steuerte als Defensivspieler zahlreiche Tore und Vorlagen bei. Sein Profidebüt in der 2. Bundesliga feierte Ens am 21. Januar 2024 bei der Partie gegen die SpVgg Greuther Fürth. Insgesamt stehen bislang fünf Zweitligaeinsätze für Paderborn in seiner Bilanz.
Der Wechsel nach Verl erwies sich anschließend als entscheidender Schritt. Dort erhielt Ens nicht nur Spielpraxis, sondern übernahm über eine komplette Saison Verantwortung. Seine körperliche Robustheit, seine Kopfballstärke und sein kontrolliertes Passspiel machen ihn nun auch für Zweitligisten interessant.
Welcher Verein Ens verpflichten soll, ist bislang nicht bekannt. In den vergangenen Tagen wurden Fortuna Düsseldorf und Dynamo Dresden als mögliche Interessenten genannt. Die Düsseldorfer spielen nach dem Abstieg allerdings in der 3. Liga und passen damit nicht zu der aktuellen Information, wonach Ens in die 2. Bundesliga verliehen werden soll.
Auch Dynamo Dresden wurde mit dem Innenverteidiger in Verbindung gebracht. Medienberichte sahen die Sachsen zeitweise sogar in einer guten Ausgangsposition. Spätere Berichte erklärten jedoch, dass Ens nicht nach Dresden wechseln werde. Eine offizielle Bestätigung für Verhandlungen oder eine Einigung gab es nicht.
Damit bleibt die entscheidende Personalie offen. Klar ist lediglich, dass sich Ens mit seiner nahezu perfekten Einsatzbilanz in Verl für den nächsten Schritt empfohlen hat. Sollte die angekündigte Leihe zu einem Zweitligisten zustande kommen, könnte der 24-Jährige dort zeigen, ob er nach seiner Entwicklung in der 3. Liga auch dauerhaft eine Etage höher bestehen kann.
Für Paderborn wäre das zugleich die Chance, einen selbst ausgebildeten Spieler unter Wettbewerbsbedingungen weiterzuentwickeln, ohne ihn dauerhaft abzugeben. Ens wiederum könnte sich mit regelmäßigen Zweitligaeinsätzen für eine spätere Rolle beim SCP oder bei einem anderen Bundesligisten empfehlen.
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