Uniper schickt zwei neue Kraftwerksprojekte ins Rennen

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Uniper konkretisiert seine Pläne für den Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland. Der Energiekonzern will sich mit zwei wasserstofffähigen Anlagen an den geplanten Ausschreibungen nach dem neuen Stromversorgungsgesetz beteiligen. Vorgesehen sind Projekte in Gelsenkirchen-Scholven und am Kraftwerksstandort Staudinger im hessischen Großkrotzenburg. Zusammen sollen sie eine Leistung von rund 1,7 Gigawatt erreichen. Eine endgültige Investitionsentscheidung ist mit der Ankündigung noch nicht verbunden.

Uniper setzt auf Scholven und Staudinger

Die beiden Projekte befinden sich nach Angaben von Uniper bereits in einer fortgeschrittenen Phase der technischen Planung und Standortvorbereitung. Am Standort Scholven ist ein wasserstofffähiges Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit rund 870 Megawatt flexibler Leistung vorgesehen. Für Staudinger plant der Konzern eine entsprechende Anlage mit einer Einspeiseleistung von bis zu 890 Megawatt.

Staudinger liegt in Großkrotzenburg in Hessen. Scholven befindet sich in Gelsenkirchen. Beide Standorte verfügen bereits über Kraftwerksinfrastruktur. In Staudinger erhielt Uniper Ende April 2026 einen Vorbescheid für das geplante Kraftwerk. In Scholven wurden im Mai zwei alte Kühltürme gesprengt, um Platz für das neue Projekt zu schaffen.

Ausschreibungen sind für den Herbst 2026 geplant

Uniper will die Projekte in die Ausschreibungen nach dem Gesetz zur Sicherung der Stromversorgung und zur Bereitstellung neuer Kapazitäten einbringen. Nach der derzeitigen Planung sollen Gebotstermine im September und Dezember 2026 stattfinden. Ob Uniper tatsächlich Förderzuschläge erhält und die Kraftwerke gebaut werden, hängt vom Ausgang dieser Verfahren und den wirtschaftlichen Bedingungen ab.

Bundestag und Bundesrat haben das Gesetz Anfang Juli verabschiedet. Innerhalb der folgenden zwölf Monate sollen insgesamt elf Gigawatt steuerbare Stromkapazitäten ausgeschrieben werden. Weitere Ausschreibungen sind für 2027 und 2029 vorgesehen. Betreiber sollen künftig auch dafür vergütet werden, dass ihre Anlagen gesicherte Leistung bereithalten, selbst wenn sie nur zeitweise Strom produzieren.

Die Anlagen sollen vor allem dann einspringen, wenn Wind- und Solarkraftwerke den Strombedarf nicht ausreichend decken. Das Gesetz setzt damit einen Kapazitätsmarkt um, der Investitionen in neue Kraftwerke und andere steuerbare Technologien wirtschaftlich ermöglichen soll.

Mehr als die Hälfte der Investitionen für flexible Erzeugung

Uniper plant nach eigenen Angaben, zwischen 2025 und 2030 rund fünf Milliarden Euro in die Transformation und Versorgungssicherheit der europäischen Energiesysteme zu investieren. Gut die Hälfte des Gesamtbetrags soll in Deutschland eingesetzt werden. Mehr als die Hälfte der geplanten Investitionen ist für den Geschäftsbereich Flexible Generation vorgesehen. Dazu gehören neben Neubauten auch Modernisierungen, Laufzeitverlängerungen und die Umrüstung bestehender Anlagen.

Etwa ein Drittel der fünf Milliarden Euro ist für erneuerbare Energien und Wasserkraft vorgesehen. Bis 2030 strebt Uniper eine gesamte Stromerzeugungskapazität von 15 bis 20 Gigawatt an. Mindestens die Hälfte davon soll aus erneuerbaren, CO₂-armen oder später dekarbonisierbaren Anlagen bestehen.

Wasserstofffähig bedeutet zunächst nicht, dass die neuen Kraftwerke von Beginn an mit klimaneutral erzeugtem Wasserstoff betrieben werden. Sie sollen anfangs voraussichtlich Erdgas nutzen und technisch auf einen späteren Brennstoffwechsel vorbereitet sein. Zeitpunkt und wirtschaftliche Voraussetzungen einer vollständigen Umstellung bleiben von der Entwicklung des Wasserstoffmarktes und den gesetzlichen Vorgaben abhängig.

Bund hält weiterhin 99,12 Prozent an Uniper

Uniper gehört seit der Stabilisierung des Unternehmens während der Energiekrise mehrheitlich dem deutschen Staat. Die Bundesrepublik hält seit Dezember 2022 einen Anteil von 99,12 Prozent. Damit ist der Konzern derzeit nicht nur einer der großen deutschen Stromerzeuger und Gasimporteure, sondern zugleich ein zentraler staatlich kontrollierter Akteur bei der Umsetzung der neuen Kraftwerksstrategie.

Mit der Entscheidung für Scholven und Staudinger stehen erstmals zwei konkrete Uniper-Projekte für die neuen Ausschreibungen fest. Der tatsächliche Bau bleibt jedoch von erfolgreichen Geboten, den endgültigen Förderbedingungen und den anschließenden Investitionsentscheidungen abhängig.

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