Wie aus verbrannten Flächen neuer Wald entsteht

Helen Dorn Verdammte Familie – ZDF Krimi heute Abend
Tech Daily

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Die Dokumentation „Aus der Asche – Was kommt nach dem Waldbrand?“ läuft am Montag, 27. Juli 2026, um 22.25 Uhr im Ersten. In der Nacht auf Dienstag zeigt der Sender um 3.15 Uhr eine Wiederholung. Der 45-minütige Film aus der Reihe „Auf Spurensuche | ARD Wissen“ untersucht, wie sich ein Wald nach Waldbrand erholt und ob der Mensch die natürliche Entwicklung unterstützen oder besser abwarten sollte.

Was nach dem Ende der Löscharbeiten passiert

Bilder großer Waldbrände zeigen Flammen, Rauchwolken und erschöpfte Einsatzkräfte. Die Dokumentation setzt dort an, wo die aktuelle Berichterstattung meist endet. Sie beobachtet, was auf einer verbrannten Fläche geschieht, nachdem die Feuerwehr abgerückt ist und die unmittelbare Gefahr vorüber scheint.

Dabei wird deutlich, dass ein verkohlter Wald nicht zwangsläufig biologisch tot ist. Bestimmte Käferarten nutzen noch warme oder verbrannte Baumstämme zur Eiablage. Pilze besiedeln das geschädigte Holz, Moose breiten sich auf feuchten Stellen aus und Farne treiben durch die Ascheschicht. Später können Birken, Kiefern und andere Baumarten folgen. Zeitraffer, Makroaufnahmen und Vergleiche mit älterem Filmmaterial machen diese langsamen Prozesse sichtbar.

Brandflächen in Deutschland, Griechenland und Kalifornien

Der Film richtet den Blick auf Waldbrandgebiete in Kalifornien, Griechenland und im Osten Deutschlands. Die Flächen befinden sich in unterschiedlichen Stadien der Regeneration. Dadurch kann die Dokumentation zeigen, wie sich Tiere und Pflanzen unmittelbar nach dem Feuer, aber auch mehrere Jahre später zurückkehren.

Zu den deutschen Schauplätzen gehören ehemalige Brandgebiete in Brandenburg sowie Flächen in der Sächsischen Schweiz, wo 2022 ein schwerer Waldbrand große Teile des Nationalparks erfasste. Bei Treuenbrietzen untersuchen Forschende seit dem Großbrand von 2018, welche Maßnahmen einen widerstandsfähigen Mischwald entstehen lassen. In der Sächsischen Schweiz dokumentieren Biologen unter anderem, welche Käfer, Pilze und Pflanzen die geschädigten Bereiche neu besiedeln.

Wann Eingriffe die Erholung erschweren können

Zu Wort kommen unter anderem die Waldökologen Jens Schröder und Pierre Ibisch von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Sie befassen sich mit der Frage, ob Brandflächen geräumt, bearbeitet und neu bepflanzt werden sollten oder ob eine weitgehend natürliche Entwicklung bessere Ergebnisse liefert.

Untersuchungen des Forschungsprojekts „Pyrophob“ bei Treuenbrietzen zeigen, dass intensive Bodenbearbeitung und eine schnelle Neuanpflanzung nicht immer erfolgreich sind. Auf manchen Flächen hatten gesetzte Kiefern wegen Trockenheit und Hitze geringe Überlebenschancen. Verbliebenes Totholz kann dagegen Schatten spenden, Feuchtigkeit halten und Lebensraum für Pilze und Insekten bieten. Der Käferexperte Jörg Lorenz untersucht in der Sächsischen Schweiz, in welcher Reihenfolge verschiedene Insektenarten auf die Brandflächen zurückkehren.

Klimawandel erhöht die Gefahr großer Brände

Waldbrände gehören grundsätzlich zu natürlichen Ökosystemen. Problematisch wird es, wenn Hitzeperioden, Trockenheit und starke Winde Feuer häufiger auftreten lassen oder ihre Ausbreitung beschleunigen. Der Klimawandel verlängert in vielen Regionen Europas die Zeiträume mit hoher Brandgefahr. Gleichzeitig sind geschwächte oder ausgetrocknete Wälder anfälliger für Feuer.

Auch Deutschland ist zunehmend betroffen. Besonders gefährdet sind trockene Kiefernwälder mit leicht entzündlicher Bodenvegetation. Nach Angaben des europäischen Waldbrand-Informationssystems EFFIS war 2025 für Deutschland eines der schwersten Waldbrandjahre seit Beginn der dort erfassten Vergleichsdaten. Auch im Sommer 2026 kam es in Deutschland und weiteren Teilen Europas zu größeren Bränden. Einzelne Feuer lassen sich zwar nicht unmittelbar auf den Klimawandel zurückführen, die Bedingungen für extreme Brände werden durch steigende Temperaturen und längere Trockenphasen jedoch begünstigt.

Film von Uwe Müller bereits in der Mediathek

Drehbuch, Kamera und Regie stammen von Naturfilmer Uwe Müller. Produziert wurde die deutsche Dokumentation von Capricornum Film für den Mitteldeutschen Rundfunk. Als Produktionsjahr ist 2026 angegeben, die eigentliche Filmlänge beträgt rund 43 Minuten. Im Fernsehprogramm ist einschließlich des vorgesehenen Sendeplatzes eine Dauer von 45 Minuten ausgewiesen.

Die Ausstrahlung am Montagabend um 22.25 Uhr ist die Fernsehpremiere im Ersten. Die Wiederholung folgt am Dienstag um 3.15 Uhr. Weitere Sendetermine sind am 28. Juli um 20.30 Uhr bei tagesschau24 und am 23. August um 20.15 Uhr im MDR Fernsehen vorgesehen. In der ARD-Mediathek steht „Aus der Asche – Was kommt nach dem Waldbrand?“ bereits zur Verfügung. Dort wird der Film nach aktuellem Stand bis zum 23. Juli 2027 angeboten.

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