
Am Montag, 27. Juli 2026, zeigt Das Erste um 23.10 Uhr die Dokumentation „Sommer, Sonne, Hakenkreuz: Rechte und Altnazis in Spanien“. Der 45-minütige Film ist Teil der zeitgeschichtlichen Reihe „ARD History“ und wird bis 23.55 Uhr ausgestrahlt. Es handelt sich um die deutsche TV-Premiere der Produktion aus dem Jahr 2026.
Die Dokumentation untersucht ein wenig bekanntes Kapitel der deutsch-spanischen Nachkriegsgeschichte. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Spanien nach 1945 zu einem Rückzugsort für ehemalige Nationalsozialisten wurde. Unter der Diktatur Francisco Francos konnten zahlreiche Deutsche, die zuvor dem NS-System angehört oder dessen Politik unterstützt hatten, in Spanien eine neue Existenz aufbauen.
Der Film verbindet diese Entwicklung mit dem Aufstieg Spaniens zu einem der wichtigsten europäischen Urlaubsländer. In den 1950er-Jahren warb das Franco-Regime verstärkt um ausländische Gäste. Gleichzeitig nahm der Wohlstand in der Bundesrepublik zu, sodass sich immer mehr Deutsche Reisen ans Mittelmeer leisten konnten. Einige frühere Nationalsozialisten erkannten die wirtschaftlichen Möglichkeiten dieses wachsenden Tourismusmarktes.
„Sommer, Sonne, Hakenkreuz“ rekonstruiert, wie einzelne ehemalige NS-Funktionäre und andere Angehörige rechter Netzwerke in Hotels, Ferienanlagen und Grundstücke investierten. Sie richteten ihre Angebote gezielt an Urlauber aus der Bundesrepublik und beteiligten sich damit am Ausbau spanischer Ferienregionen. Der Film zeigt, dass ihre Tätigkeit nicht allein auf wirtschaftliche Interessen beschränkt blieb.
Einige dieser Akteure pflegten weiterhin Kontakte zu rechtskonservativen oder rechtsextremen Kreisen in Westdeutschland. Nach Darstellung der Dokumentation entstanden Netzwerke, die auch politische Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und dem franquistischen Spanien beeinflussen konnten. Archivmaterial und Aufnahmen an heutigen Ferienorten verdeutlichen, wie sich die Spuren dieser Verbindungen teilweise bis in die Gegenwart verfolgen lassen.
Der historische Hintergrund reicht bis in den Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 zurück. Das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien unterstützten die Truppen Francisco Francos militärisch. Nach dem Sieg seiner Verbände errichtete Franco eine autoritäre Diktatur, die bis zu seinem Tod im Jahr 1975 bestand. Politische Gegner wurden verfolgt, inhaftiert oder zur Flucht gezwungen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb Franco an der Macht. Sein Regime bot ehemaligen Nationalsozialisten vergleichsweise günstige Bedingungen, da es keine konsequente politische oder juristische Aufarbeitung ihrer Vergangenheit betrieb. Im beginnenden Kalten Krieg gewann Spanien wegen seiner antikommunistischen Ausrichtung zudem an strategischer Bedeutung für westliche Staaten. Diese Entwicklung erleichterte dem Regime schrittweise die internationale Annäherung.
Verantwortlich für den Film sind Sebastian Heemann und Tilo Wagner. Die Dokumentation wurde für die vom Hessischen Rundfunk betreute Reihe „ARD History“ hergestellt. Als Produktionsjahr ist 2026 angegeben. Die Fernsehpremiere findet mit der heutigen Ausstrahlung im Ersten statt, sodass es sich nicht um eine Wiederholung handelt.
Die aktuellen Aufnahmen führen an bekannte spanische Urlaubsorte. Besonders hervorgehoben wird Dénia an der Costa Blanca. Die heute stark vom Tourismus geprägte Küstenstadt entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch zu einem Aufenthaltsort für Deutsche aus ehemaligen nationalsozialistischen und rechten Netzwerken. Namentlich bestätigte Angaben zu den im Film auftretenden Experten oder Gesprächspartnern liegen in den veröffentlichten Programminformationen nicht vor.
Nach der Erstausstrahlung wird „Sommer, Sonne, Hakenkreuz: Rechte und Altnazis in Spanien“ in mehreren ARD-Programmen wiederholt. Im Ersten läuft der Film bereits am frühen Dienstagmorgen um 4.45 Uhr erneut. Das hr-fernsehen zeigt die Dokumentation am Dienstagabend um 22.30 Uhr. Weitere Ausstrahlungen sind bei tagesschau24 angekündigt.
In der ARD-Mediathek existiert eine eigene Programmseite zur Sendung. Zum Zeitpunkt der Recherche war dort allerdings noch kein abrufbares Video freigeschaltet. Die Dokumentation kann unabhängig davon über den Livestream des Ersten während der Fernsehausstrahlung verfolgt werden. Die lineare Sendung ist mit Untertiteln angekündigt.
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