
Münster. Straßennamen im Marineviertel von Münster sollen künftig direkt vor Ort historisch eingeordnet werden. Die CDU-Fraktion hat dazu einen Antrag für die Bezirksvertretung Münster-Mitte vorgelegt. Vorgesehen sind Informationstafeln oder Stelen, die Hintergründe zu den Namen und zu ihrer Entstehungszeit vermitteln.
Stadtarchiv sowie Vermessungs- und Katasteramt sollen demnach ein Konzept für ein sogenanntes „begehbares Geschichtsbuch“ erarbeiten. Zunächst handelt es sich um einen politischen Vorschlag. Ob und in welcher Form er umgesetzt wird, muss die Bezirksvertretung entscheiden.
Nach den Vorstellungen der CDU soll das Marineviertel zu einem Lernort im öffentlichen Raum werden. Die Geschichte der Straßen soll deshalb nicht nur in Archiven oder Veröffentlichungen zugänglich sein, sondern unmittelbar an den jeweiligen Orten erklärt werden.
Als mögliche Formen nennt der Antrag Informationstafeln und Stelen. Außerdem sollen digitale Angebote geprüft werden. Wie diese konkret aussehen könnten, bleibt zunächst offen. Denkbar wären beispielsweise weiterführende Informationen, die über digitale Verweise erreichbar sind. Solche Einzelheiten enthält der Antrag allerdings noch nicht.
Das Stadtarchiv und das Vermessungs- und Katasteramt sollen die historische Einordnung fachlich vorbereiten. Dabei sollen nach dem Willen der CDU auch Geschichtswissenschaftler einbezogen werden. Zudem spricht sich die Fraktion dafür aus, die Perspektiven der Bürgerinnen und Bürger zu berücksichtigen.
In der Begründung heißt es, Straßennamen seien nicht nur Teil der Erinnerungskultur. Sie spiegelten zugleich die politische Kultur und das Geschichtsverständnis der Zeit wider, in der sie vergeben wurden. Deshalb sei es sinnvoll, Namen nicht isoliert zu betrachten, sondern ihren historischen Zusammenhang sichtbar zu machen.
Bei der Erarbeitung des Konzepts sollen auch bereits bestehende Vorschläge der „Bürgerinitiative für Münsters Straßen“ einfließen. Welche Modelle oder Inhalte die Initiative konkret vorgelegt hat, wird in dem Antrag nicht näher ausgeführt.
Die CDU begründet ihren Vorstoß mit dem Umgang mit einem schwierigen historischen Erbe. Sichtbare Zeichen und Symbole der Vergangenheit müssten demnach erklärt und kritisch eingeordnet werden. Nicht jeder Straßenname erschließe sich von selbst. Deshalb könne eine Erläuterung vor Ort dazu beitragen, Hintergründe verständlicher zu machen und Diskussionen anzuregen.
Der Begriff „begehbares Geschichtsbuch“ beschreibt dabei kein einzelnes Gebäude oder Museum. Gemeint ist vielmehr ein dezentrales Informationsangebot im gesamten Viertel. Besucher und Bewohner sollen die historischen Zusammenhänge auf ihren Wegen durch das Marineviertel nachvollziehen können.
Der Antrag sieht außerdem vor, zunächst die voraussichtlichen Kosten zu ermitteln. Dazu gehören die Planung, Herstellung und Aufstellung der Informationselemente. Erst anschließend soll die Bezirksvertretung über die weitere Umsetzung entscheiden. Konkrete Summen oder ein Zeitplan sind bislang nicht genannt. Unterzeichnet ist der Antrag von Christian Meier für die CDU-Fraktion.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu