
Münster. Sondierungsarbeiten am Lamberti-Kirchplatz in Münster haben Hinweise auf einen möglichen Blindgänger bestätigt. Ob tatsächlich eine Weltkriegsbombe im Boden liegt, soll jedoch erst eine Freilegung im Herbst zeigen.
Bis zu dieser Untersuchung kann der Platz nach Angaben der Stadt Münster weiterhin ohne Einschränkungen genutzt werden. Einen genauen Termin sowie mögliche Sperrungen oder Evakuierungen will die Stadt rechtzeitig bekannt geben.
Ausgangspunkt der Untersuchungen war die geplante Sanierung des Lamberti-Brunnens. Da bei Bauarbeiten in Münster vor Eingriffen in den Boden historische Luftaufnahmen ausgewertet werden müssen, prüfte der Kampfmittelbeseitigungsdienst auch den Bereich rund um den Brunnen. Dabei fielen den Fachleuten zwei Stellen auf, an denen sich möglicherweise Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg befinden könnten.
Für genauere Messungen musste der Brunnen zunächst abgebaut werden. Anschließend wurden an mehreren Punkten Löcher in den Boden gebohrt. In diese Bohrungen ließen Fachleute ein Messgerät hinab, das metallische Gegenstände im Erdreich erkennen kann. Bei einer Stelle direkt am bisherigen Standort des Brunnens bestätigte sich der ursprüngliche Verdacht nicht.
Anders sieht es wenige Meter weiter in Richtung Prinzipalmarkt aus. Dort ergaben die Messungen Hinweise auf ein Metallobjekt, weshalb der Blindgängerverdacht am Lamberti-Kirchplatz weiterhin besteht. Die bei der Untersuchung entstandenen Bohrlöcher wurden inzwischen wieder verschlossen.
Noch ist allerdings nicht geklärt, was genau sich im Boden befindet. Neben einer Weltkriegsbombe könnte es sich beispielsweise auch um gewöhnlichen Metallschrott handeln. Gewissheit erhalten die Kampfmittelräumer deshalb erst, wenn sie den verdächtigen Gegenstand vollständig freilegen und direkt untersuchen können. Die Stadt betont zugleich, dass von dem Verdachtspunkt bei der normalen Nutzung des Platzes derzeit keine Gefahr ausgehe.
Die Stadt Münster plant, den verdächtigen Gegenstand im Herbst freilegen zu lassen. Die Untersuchung soll so terminiert werden, dass der Lamberti-Kirchplatz anschließend rechtzeitig für den Aufbau des Weihnachtsmarktes zur Verfügung steht. Ein konkretes Datum steht bislang noch nicht fest.
Sollte sich bei der Freilegung herausstellen, dass tatsächlich ein Blindgänger im Boden liegt, müssten unmittelbar weitere Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet werden. In diesem Fall würde der Kampfmittelbeseitigungsdienst prüfen, ob die Bombe vor Ort entschärft oder auf andere Weise beseitigt werden kann.
Die Feuerwehr Münster bereitet sich deshalb gemeinsam mit weiteren Sicherheits- und Ordnungsbehörden auf unterschiedliche Szenarien vor. Dazu gehören mögliche Straßensperrungen sowie die Evakuierung eines Sicherheitsbereichs rund um die Lamberti-Kirche. Wie groß dieses Gebiet wäre, hängt unter anderem von der Art, Größe und dem Zustand eines möglichen Kampfmittels ab.
Nach Angaben der Stadt sollen der Termin und ein potenzieller Sperr- oder Evakuierungsbereich frühzeitig veröffentlicht werden. Anwohner, Geschäftsleute und Besucher der Innenstadt sollen dadurch genügend Zeit erhalten, sich auf mögliche Einschränkungen vorzubereiten.
Bis zur Freilegung bleibt es bei einem Verdacht. Die Sondierung hat zwar ein verdächtiges Metallobjekt angezeigt, sie liefert jedoch noch keinen sicheren Nachweis für eine Bombe. Weitere Informationen will die Stadt Münster veröffentlichen, sobald die Einsatzplanung abgeschlossen ist.
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