
In der Nacht von Donnerstag, 30. Juli, auf Freitag lohnt sich in Deutschland ein Blick in den Himmel. Gleich mehrere Meteorströme sind derzeit aktiv. Die Südlichen Delta-Aquariiden und die Alpha-Capricorniden erreichen rund um diese Nacht ihren Höhepunkt. Zudem können bereits erste Perseiden erscheinen. Die Sternschnuppennacht in Deutschland steht allerdings unter schwierigen Bedingungen: Ein fast vollständig beleuchteter Mond überstrahlt viele schwächere Meteore. Auch das Wetter könnte den Blick auf den Himmel in zahlreichen Regionen verhindern.
Die Südlichen Delta-Aquariiden erreichen am 30. Juli ihr Aktivitätsmaximum. Die Alpha-Capricorniden folgen in der Nacht zum 31. Juli. Beide Meteorströme sind auch von Deutschland aus grundsätzlich sichtbar. Ihr Ausgangspunkt steht hierzulande jedoch vergleichsweise tief am südlichen Himmel. Deshalb fällt die Zahl der sichtbaren Meteore deutlich geringer aus als in südlicheren Regionen.
Die Alpha-Capricorniden gelten als eher schwacher Meteorstrom. Sie können jedoch einzelne besonders helle Sternschnuppen und Feuerkugeln hervorbringen. Gleichzeitig nimmt die Aktivität der Perseiden langsam zu. Deren eigentlicher Höhepunkt wird erst Mitte August erreicht.
Das größte Hindernis bei der Beobachtung ist der nahezu volle Mond. Er ist in der Nacht zu etwa 98 Prozent beleuchtet und sorgt für einen hellen Himmel. Vor allem schwächere Sternschnuppen sind dadurch kaum zu erkennen. Realistisch sind in Deutschland deshalb eher einzelne helle Meteore als ein ausgeprägter Sternschnuppenregen.
Die besten Chancen bestehen abseits beleuchteter Straßen und Gebäude. Geeignet sind Orte mit möglichst freier Sicht in Richtung Süden. Ein Fernglas oder Teleskop ist nicht erforderlich, weil Sternschnuppen über größere Bereiche des Himmels verteilt auftreten können. Die Augen benötigen etwa 20 Minuten, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.
Ob Sternschnuppen über Deutschland zu sehen sind, hängt in dieser Nacht stark von der Region ab. Der Deutsche Wetterdienst erwartet wechselnde Bewölkung sowie teilweise kräftige Schauer und Gewitter. Lokal besteht sogar Unwettergefahr. Nur dort, wo sich größere Wolkenlücken bilden, ist eine Beobachtung möglich.
Die Chancen verbessern sich grundsätzlich im Verlauf der Nacht. Die Südlichen Delta-Aquariiden stehen gegen 4 Uhr am günstigsten am südlichen Himmel. Wegen des hellen Mondes und der vielerorts unbeständigen Wetterlage ist jedoch Geduld erforderlich. Auch bei längeren Beobachtungszeiten könnten nur wenige Sternschnuppen sichtbar werden.
Die große Sternschnuppennacht des Jahres folgt vom 12. auf den 13. August. Dann erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. 2026 fällt das Maximum mit einem Neumond zusammen. Dadurch bleibt der Himmel dunkel und auch schwächere Meteore können besser erkannt werden. Unter idealen Bedingungen sind theoretisch bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde möglich.
In Deutschland dürfte die tatsächlich sichtbare Zahl niedriger liegen. Lichtverschmutzung, Bewölkung und der gewählte Beobachtungsort spielen eine entscheidende Rolle. Dennoch bietet die Nacht zum 13. August voraussichtlich wesentlich bessere Bedingungen als die aktuelle Sternschnuppennacht in Deutschland.
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