
Die Hitzeglocke über Deutschland hat die Temperaturen erneut auf mehr als 40 Grad steigen lassen. Am Donnerstag, 30. Juli 2026, wurden nach vorläufigen Messungen des Deutschen Wetterdienstes an mehreren Stationen extreme Höchstwerte erreicht. In drei Bundesländern fielen neue Juli-Rekorde. Am Freitag verändert sich die Wetterlage jedoch: Während im Südosten weiterhin eine starke Wärmebelastung herrscht, warnt der DWD in der Mitte und im Süden vor kräftigen Gewittern. Lokal sind auch Unwetter möglich. Die Abkühlung erreicht Deutschland damit nicht überall zur gleichen Zeit.
Der Begriff Hitzeglocke ist die deutsche Bezeichnung für einen sogenannten Heat Dome. Dabei liegt ein kräftiges Hochdruckgebiet in höheren Luftschichten über einer Region. Die Luft sinkt innerhalb des Hochs ab, wird zusammengedrückt und erwärmt sich. Gleichzeitig lösen sich Wolken auf und kühlere Luftmassen können die aufgeheizte Region nur schwer erreichen. Die Wärme sammelt sich dadurch über mehrere Tage wie unter einem Deckel. Der Ausdruck beschreibt eine meteorologische Wetterlage, ist aber keine eigene Warnstufe. Der Deutsche Wetterdienst warnt stattdessen vor der konkreten Wärmebelastung für Menschen.
Den höchsten vorläufigen Wert meldete der DWD aus Bernburg an der Saale in Sachsen-Anhalt. Dort wurden 40,5 Grad gemessen. In Kitzingen in Bayern erreichte die Temperatur 40,4 Grad, in Ohlsbach in Baden-Württemberg 40,2 Grad. Damit wurden in allen drei Bundesländern neue Höchstwerte für einen Julitag registriert. Auch Frankfurt am Main und Bad Nauheim lagen mit jeweils 40,1 Grad über der Marke von 40 Grad. Die Messwerte sind zunächst vorläufig und müssen noch abschließend geprüft werden. Der deutsche Allzeitrekord von 41,8 Grad wurde nicht erreicht.
Die aktuellen Werte sind bereits der nächste Höhepunkt eines außergewöhnlich heißen Sommers. Ende Juni hatte der DWD in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt 41,8 Grad gemessen. Die 40-Grad-Marke wurde während dieser Hitzewelle mehrfach überschritten. Auch der Juli fiel nach vorläufigen DWD-Angaben deutlich wärmer und trockener aus als das langjährige Mittel. Nach Berechnungen des Wetterdienstes lag die Monatstemperatur rund 2,8 Grad über dem Vergleichswert der Jahre 1961 bis 1990. Mit etwa 40 Litern Regen pro Quadratmeter fiel zugleich nur etwas mehr als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge.
Am Freitag, 31. Juli, liegt Deutschland zwischen weiterhin sehr heißer Luft im Südosten und kühleren Luftmassen im Nordwesten. Der DWD warnte am Mittag vor einzelnen kräftigen Gewittern im Nordwesten sowie vor teils starken Gewittern in der Mitte und im Süden. Dort sind lokal auch unwetterartige Entwicklungen möglich. Gleichzeitig gilt in der Südosthälfte weiterhin eine Warnung vor starker Wärmebelastung. Schauer und Gewitter können eng begrenzt Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen bringen. Die Hitzeglocke über Deutschland verliert damit an Stabilität, ohne dass die Hitze sofort aus allen Regionen verschwindet.
Schon am Donnerstag folgten auf die Rekordhitze in mehreren Regionen heftige Gewitter. In Nordrhein-Westfalen wurden am Möhnesee zwei Jugendliche durch einen herabfallenden Ast verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. In Paderborn musste das Libori-Volksfest vorübergehend unterbrochen werden. Auch in Niedersachsen behinderten umgestürzte Bäume den Verkehr. In Faßberg wurden zeitweise Windgeschwindigkeiten von 148 Kilometern pro Stunde gemessen. In Hannover wurde ein geplantes Konzert wegen der Wetterlage abgesagt. Die Ereignisse zeigen, dass der Wetterwechsel neben einer Abkühlung auch erhebliche Gefahren mit sich bringen kann.
Am Samstag gehen die Temperaturen nach der Rekordhitze in vielen Regionen zurück. Im Norden werden laut DWD häufig Werte um 24 Grad erwartet, im übrigen Deutschland etwa 26 bis 32 Grad. Weitere kräftige Schauer und Gewitter sind insbesondere in der Mitte, im Süden und im Osten möglich. Am Sonntag beschränkt sich das stärkere Gewitterrisiko voraussichtlich vor allem auf den Alpenrand und Regionen südlich der Donau. Mit Höchstwerten von örtlich bis zu 34 Grad bleibt es dennoch hochsommerlich. Von einem nachhaltigen Ende der Hitze kann deshalb zunächst nicht gesprochen werden.
Quellen: Deutscher Wetterdienst, Warnlage und Erläuterungen zum Heat Dome; Tagesschau; ZDFheute; regionale DWD-Auswertungen zu den vorläufigen Juli-Temperaturrekorden.
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