
Münster. Wer im Herbst genauer wissen möchte, was zwischen Laub und Waldboden wächst, kann im Oktober mit Fachleuten auf Pilzsuche gehen. Die Artenakademie des LWL-Museums für Naturkunde bietet zwei kostenlose Pilzexkursionen in Münster an. Dabei geht es nicht nur um bekannte Speisepilze, sondern vor allem um Artenkenntnis und die Bedeutung der Pilze für die Natur.
Der erste Termin findet am Donnerstag, 1. Oktober 2026, statt. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Haupteingang des LWL-Museums für Naturkunde an der Sentruper Straße 285. Die Exkursion dauert nach Angaben des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe etwa drei Stunden. Begleitet wird die Gruppe von Roswitha Keuker und Dr. Heinrich Terlutter. Sie zeigen auffällige heimische Pilzarten und erklären, wie sich diese unterscheiden lassen. Außerdem soll deutlich werden, welche Aufgaben Pilze innerhalb eines Ökosystems übernehmen.
Dabei können die Teilnehmer auch lernen, Naturbeobachtungen digital zu dokumentieren. Funde lassen sich vor Ort mit der Smartphone-App ObsIdentify erfassen und auf der Naturbeobachtungsplattform Observation.org melden. Die Artenakademie verbindet damit klassische Artenkunde mit digitaler Erfassung von Beobachtungen. Wer vor allem selbst Pilze für die Küche sammeln möchte, sollte zusätzlich einige Regeln beachten. Einen Überblick zu erlaubten Mengen, Giftpilzen und dem richtigen Umgang mit Funden gibt unser Ratgeber „Pilze sammeln im Münsterland: Regeln und Tipps im Herbst“.
Die Teilnahme an der LWL-Veranstaltung ist kostenlos. Allerdings ist die Zahl der Plätze begrenzt. Deshalb müssen Interessierte sich vorher über das Ticketsystem des LWL anmelden.
Eine weitere Gelegenheit gibt es gut zwei Wochen später. Am Samstag, 17. Oktober 2026, beginnt die zweite Exkursion um 9.30 Uhr am Parkplatz am Hiltruper See. Auch diese Tour ist für rund drei Stunden angesetzt. Inhaltlich steht erneut die Vielfalt heimischer Pilze im Mittelpunkt. Nach Angaben des LWL sind in Nordrhein-Westfalen bislang mehr als 5.800 Pilzarten nachgewiesen worden.
Pilze übernehmen dabei sehr unterschiedliche Funktionen. Einige Arten bauen abgestorbenes organisches Material ab und tragen dadurch zum Stoffkreislauf bei. Andere leben in enger Verbindung mit Pflanzen, während weitere Arten als Parasiten auftreten. Auch für Menschen spielen Pilze eine wichtige Rolle. Neben essbaren Arten gibt es Pilze, die Schäden verursachen können, sowie Arten, deren Inhaltsstoffe beispielsweise für Arzneimittel von Bedeutung sind.
Mit den beiden Terminen will die Artenakademie Kenntnisse über heimische Arten vermitteln und zugleich dazu anregen, Beobachtungen systematisch zu erfassen. Das Angebot richtet sich an Interessierte, die ihr Wissen über Pilze erweitern möchten. Vorkenntnisse nennt der LWL nicht als Voraussetzung. Auch für die Tour am Hiltruper See ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, die Teilnahme bleibt kostenlos.






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