Renten in Münster liegen über dem NRW-Schnitt

Rentenhöhe Münster liegt über dem NRW-Schnitt
Foto: Sebastian Raatz

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Münster. Menschen ab 65 Jahren erhielten in Münster zuletzt durchschnittlich knapp 1.696 Euro an Rentenleistungen pro Monat. Damit liegt die Rentenhöhe in Münster über dem landesweiten Durchschnitt. Beim Vergleich aller Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen erreicht die Stadt jedoch lediglich Rang 138.

Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Landesamtes IT.NRW hervor. Veröffentlicht wurden die Zahlen am 4. August 2026, sie beziehen sich auf das vollständige Jahr 2025. Neuere vergleichbare Jahreswerte liegen bislang nicht vor.

Durchschnittsrente in Münster beträgt knapp 1.700 Euro

Für Münster weist die Statistik durchschnittliche Rentenleistungen von 20.346 Euro pro Person und Jahr aus. Umgerechnet sind das 1.695,50 Euro monatlich. Der landesweite Durchschnitt lag dagegen bei rund 19.700 Euro im Jahr beziehungsweise etwa 1.640 Euro pro Monat. Münster überschreitet den NRW-Wert somit um rund 54 Euro monatlich.

Insgesamt wurden in Nordrhein-Westfalen etwa 3,93 Millionen Menschen ab 65 Jahren berücksichtigt. Trotz des überdurchschnittlichen Münsteraner Wertes reicht es im Rentenvergleich NRW nur für Platz 138 unter den 396 Städten und Gemeinden. Das bedeutet, dass 137 Kommunen höhere durchschnittliche Rentenleistungen aufweisen.

Dass Münster über dem Landesdurchschnitt liegt und dennoch keinen vorderen Rang erreicht, ist statistisch kein Widerspruch. Beim NRW-Durchschnitt fließt die Zahl der Rentenbeziehenden in den einzelnen Kommunen ein. Bei der Rangliste wird dagegen jede Gemeinde unabhängig von ihrer Einwohnerzahl auf einem eigenen Platz geführt.

Auch im Münsterland gibt es mehrere Kommunen mit höheren Werten. Dazu zählen unter anderem Nottuln, Havixbeck und Altenberge. Telgte liegt dagegen nahezu gleichauf mit Münster. Die Zahlen zeigen deshalb, dass die durchschnittliche Rente in Münster zwar über dem Landeswert liegt, regional aber nicht zu den höchsten gehört.

Odenthal führt die Rangliste in Nordrhein-Westfalen an

Die höchsten durchschnittlichen Rentenleistungen wurden für Odenthal im Rheinisch-Bergischen Kreis ermittelt. Dort kamen Menschen ab 65 Jahren im Jahr 2025 durchschnittlich auf 23.844 Euro. Das entspricht rund 1.987 Euro pro Monat. Damit liegt Odenthal fast 300 Euro über dem Münsteraner Durchschnitt.

Auf den weiteren vorderen Plätzen folgen Leverkusen und Dormagen. Am unteren Ende der Rangliste steht dagegen die Gemeinde Selfkant im Kreis Heinsberg. Dort betrugen die durchschnittlichen Rentenleistungen 16.143 Euro jährlich. Monatlich ergibt sich ein Betrag von rund 1.345 Euro.

Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten kommunalen Wert liegen somit mehr als 640 Euro pro Monat. Die Unterschiede können mehrere Ursachen haben. Entscheidend sind unter anderem frühere Einkommen, Beschäftigungszeiten, betriebliche Altersvorsorge und private Rentenverträge. Auch die Zusammensetzung der Bevölkerung kann die Durchschnittswerte einer Kommune beeinflussen.

Aus den Daten lässt sich allerdings nicht ableiten, wie gut Rentnerinnen und Rentner mit ihrem Einkommen auskommen. Lebenshaltungskosten, Mieten und individuelle Ausgaben bleiben unberücksichtigt. Gerade in einer vergleichsweise teuren Stadt wie Münster kann eine höhere Durchschnittsrente deshalb nicht automatisch mit einer besseren finanziellen Lage gleichgesetzt werden.

Statistik umfasst mehr als die gesetzliche Altersrente

Die von IT.NRW veröffentlichte Durchschnittsrente Münster darf nicht mit der reinen gesetzlichen Altersrente verwechselt werden. In die Berechnung fließen unterschiedliche steuerpflichtige Rentenleistungen ein. Dazu zählen Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus privaten Verträgen und aus betrieblicher Altersversorgung.

Eine Person kann dabei mehrere Renten gleichzeitig beziehen. Neben Altersrenten können beispielsweise auch Hinterbliebenenrenten oder bestimmte Leistungen wegen Erwerbsminderung enthalten sein. Nicht berücksichtigt werden dagegen Beamtenpensionen, steuerfreie Unfallrenten und Rentenzahlungen aus dem Ausland.

Außerdem handelt es sich um Bruttobeträge. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie mögliche Steuern sind noch nicht abgezogen. Die tatsächlich verfügbare monatliche Summe kann deshalb deutlich niedriger ausfallen.

Zwischen Frauen und Männern bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede. NRW-weit erhielten Männer ab 65 Jahren im Durchschnitt 22.765 Euro pro Jahr. Bei Frauen waren es 17.333 Euro. Umgerechnet entspricht das einer Differenz von mehr als 450 Euro im Monat.

Die aktuellen Zahlen geben somit einen Überblick über die durchschnittlichen Rentenleistungen am Wohnort. Sie zeigen jedoch nicht, wie hoch das individuelle Einkommen einzelner Rentnerinnen und Rentner ist. Auch weitere Einkünfte, Vermögen und die jeweiligen Lebenshaltungskosten bleiben in der Statistik unberücksichtigt.

Quelle: Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen, IT.NRW

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