SMA Solar: Auftragsbestand steigt auf 1,75 Milliarden Euro

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die SMA-Solar-Aktie nach Quartalszahlen hat nach der Veröffentlichung des Halbjahresberichts deutlich zugelegt. Der Wechselrichterhersteller aus Niestetal legte die endgültigen Zahlen für die ersten sechs Monate 2026 am Donnerstag, 13. August, vor. Besonders deutlich fiel die Verbesserung beim Ergebnis aus. Gleichzeitig stieg der Auftragsbestand auf rund 1,75 Milliarden Euro. Allerdings wurde der Gewinn auch durch mehrere Sondereffekte gestützt.

SMA Solar verdient im zweiten Quartal wieder deutlich

Im zweiten Quartal 2026 erzielte SMA Solar einen Umsatz von 345,7 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahresquartal waren es 357,1 Millionen Euro gewesen. Die Erlöse gingen damit um gut drei Prozent zurück. Das EBITDA verbesserte sich dagegen von minus 15,5 Millionen Euro im zweiten Quartal 2025 auf 64,7 Millionen Euro. Das EBIT erreichte 51,5 Millionen Euro nach minus 30,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die wichtigsten Eckdaten hatte SMA bereits am 16. Juli vorläufig veröffentlicht.

Unter dem Strich ergibt sich für das zweite Quartal ein Konzernergebnis von rund 74,4 Millionen Euro. Dieser Wert lässt sich aus dem Halbjahresgewinn von 72,8 Millionen Euro und dem Verlust von 1,6 Millionen Euro aus dem ersten Quartal ableiten. Im Vorjahresquartal hatte der entsprechende Verlust rechnerisch bei rund 47,9 Millionen Euro gelegen. Der Ergebnissprung wurde neben der operativen Verbesserung unter anderem von US-Zollrückerstattungen sowie der Verwertung zuvor wertberichtigter Lagerbestände unterstützt.

Halbjahresumsatz stabil, Ergebnis dreht deutlich ins Plus

Im gesamten ersten Halbjahr setzte SMA Solar 686,6 Millionen Euro um. Das waren nur geringfügig mehr als die 684,9 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums. Ohne den umsatzmindernden Effekt von US-Zollrückerstattungen in Höhe von 22,3 Millionen Euro hätte der Umsatz nach Unternehmensangaben 708,9 Millionen Euro erreicht.

Das ausgewiesene EBITDA sprang von 9,1 Millionen Euro auf 88,3 Millionen Euro. Bereinigt um die von SMA gesondert dargestellten Effekte lag das EBITDA bei 65,9 Millionen Euro nach 50,3 Millionen Euro im Vorjahr. Das EBIT verbesserte sich von minus 19,0 Millionen Euro auf 62,4 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente SMA 72,8 Millionen Euro, nachdem im ersten Halbjahr 2025 noch ein Verlust von 42,4 Millionen Euro angefallen war. Je Aktie entsprach dies 2,10 Euro nach minus 1,22 Euro.

Home und Business erholt sich, Großprojekte bleiben wichtigste Säule

Eine direkte Aufteilung auf die früheren drei Geschäftsbereiche Home Solutions, Commercial and Industrial Solutions sowie Large Scale and Project Solutions gibt es nicht mehr. Seit Mai 2025 fasst SMA die früher getrennten Heim- und Gewerbeaktivitäten unter Home and Business Solutions zusammen. Für 2026 veröffentlicht der Konzern deshalb nur noch Zahlen für Home and Business Solutions sowie Large Scale and Project Solutions.

Home and Business Solutions steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr um 24,5 Prozent von 116,1 auf 144,5 Millionen Euro. Das Segment-EBIT verbesserte sich kräftig von minus 129,2 Millionen Euro auf minus 21,5 Millionen Euro. Operativ führte SMA die Verbesserung auf höhere Umsätze und niedrigere Kosten durch das Restrukturierungsprogramm zurück. Large Scale and Project Solutions kam auf 542,1 Millionen Euro Umsatz, 4,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das EBIT sank dort von 113,4 auf 78,3 Millionen Euro. Ein wesentlicher Grund für den Umsatzrückgang waren die an Kunden weitergegebenen US-Zollrückerstattungen.

Auftragsbestand steigt auf 1,75 Milliarden Euro

Besonders stark entwickelte sich der Auftragseingang im Geschäft mit großen Solar- und Speicherprojekten. SMA sprach für Large Scale and Project Solutions im zweiten Quartal von einem Rekordauftragseingang. Zum 30. Juni belief sich der gesamte Auftragsbestand auf 1,754 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 1,161 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von rund 51 Prozent.

Davon entfielen 1,429 Milliarden Euro auf das Produktgeschäft. Ein erheblicher Teil des Bestands stammt aus Large Scale and Project Solutions, einschließlich Batterieprojekten der SMA-Tochter Altenso. Große Batteriespeicher gewinnen für den Konzern an Bedeutung, weil Stromnetze mit einem wachsenden Anteil schwankender erneuerbarer Energien zusätzliche Flexibilität benötigen. Auch der steigende Strombedarf großer Rechenzentren erhöht international den Bedarf an Erzeugungs- und Speicherprojekten.

Jahresprognose war bereits im Juli deutlich angehoben worden

Die starke Ergebnisentwicklung führte nicht erst mit den endgültigen Halbjahreszahlen zu einer höheren Prognose. SMA hatte den Ausblick bereits am 16. Juli angehoben. Für 2026 erwartet der Vorstand nun einen Konzernumsatz zwischen 1,625 und 1,725 Milliarden Euro sowie ein EBITDA zwischen 180 und 230 Millionen Euro. Zuvor hatte SMA beim Umsatz eine Spanne von 1,475 bis 1,675 Milliarden Euro und beim EBITDA von 50 bis 180 Millionen Euro genannt und im Mai zunächst das obere Drittel dieser Bandbreiten angepeilt.

Mit den Zahlen vom 13. August bestätigte das Unternehmen diese erhöhte Prognose. SMA begründete die Anpassung unter anderem mit niedrigeren Risiken, verbesserten operativen Bedingungen in beiden Geschäftsbereichen und den inzwischen weitgehend erfolgten Rückerstattungen bestimmter US-Zölle. Weitere Veränderungen bei Zöllen, Wechselkursen oder geopolitischen Rahmenbedingungen könnten die zugrunde liegenden Annahmen beeinflussen.

SMA-Solar-Aktie reagiert positiv und liegt 2026 deutlich im Plus

Die Börse reagierte am Morgen der Zahlenvorlage positiv. Die SMA-Solar-Aktie gewann im frühen Frankfurter Handel am 13. August zeitweise rund 5,8 Prozent. Bereits zuvor hatte sich der Kurs im Jahresverlauf stark erholt. Bis Mitte August summierte sich das Plus seit Jahresbeginn auf rund 70 Prozent.

Die starke Performance folgt allerdings auf Jahre mit erheblichen Schwankungen. SMA war nach der außergewöhnlich hohen Nachfrage während der Energiekrise mit einem Einbruch im Geschäft für private und gewerbliche Anlagen, hohen Lagerbeständen und massivem Preisdruck konfrontiert worden. Noch 2025 schrieb der Konzern hohe Verluste. Die aktuelle Kursentwicklung spiegelt damit nicht nur das zweite Quartal wider, sondern auch die Erwartung einer operativen Erholung nach der tiefen Schwächephase.

Analysten sehen SMA Solar weiterhin unterschiedlich

Die von SMA veröffentlichte Analystenübersicht zeigt eine große Spannbreite bei den Einschätzungen. Stand 10. August 2026 bewertete Lasse Stüben von Berenberg die Aktie mit Halten und einem Kursziel von 50 Euro. Thorsten Reigber von der DZ Bank kam ebenfalls auf Halten, sein Kursziel lag bei 60 Euro. Jeffrey Osborne von TD Cowen bewertete SMA ebenfalls mit Halten und 60 Euro. Klaus Ringel von Oddo BHF stufte den Titel mit Neutral und einem Kursziel von 43 Euro ein.

Deutlich optimistischer fielen die Einschätzungen anderer Häuser aus. Olivia Pulvermacher von der Deutschen Bank führte SMA mit Kaufen und einem Kursziel von 75 Euro. Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler bewertete die Aktie ebenfalls mit Kaufen und nannte 76 Euro. Das höchste in der SMA-Übersicht aufgeführte Kursziel kam von Constantin Hesse von Jefferies. Seine Einschätzung lautete Kaufen bei einem Kursziel von 87 Euro. Die Urteile stammen aus unterschiedlichen Veröffentlichungszeitpunkten und stellen jeweils Einschätzungen der genannten Analysten dar.

Restrukturierung verbessert die Kostenbasis

Ein wesentlicher Teil der Ergebniserholung hängt mit dem seit 2024 laufenden Restrukturierungs- und Transformationsprogramm zusammen. SMA hatte zunächst Einsparungen von bis zu 200 Millionen Euro und den Abbau von weltweit rund 1.100 Stellen angekündigt. 2025 wurde das Programm nochmals ausgeweitet. Bis Ende 2026 sollen rund 350 weitere Arbeitsplätze entfallen, der Großteil davon in Deutschland. Zusätzlich sollen weitere jährliche Einsparungen von mehr als 100 Millionen Euro erreicht werden.

Im ersten Halbjahr 2026 waren die niedrigeren Kosten bereits im operativen Ergebnis von Home and Business Solutions sichtbar. Zugleich wirkten einzelne bilanzielle Effekte aus der Restrukturierung positiv. So erhöhte die Auflösung von Personalrückstellungen das Ergebnis um 3,1 Millionen Euro. SMA hatte nach eigenen Angaben bis zur Jahresmitte bereits Kostenverbesserungen von mehr als 150 Millionen Euro aus dem bisherigen Programm erreicht und arbeitet an weiteren Maßnahmen.

Deutscher Solarmarkt wächst, doch das Heimsegment bleibt schwierig

Der deutsche Photovoltaikmarkt entwickelt sich nicht einheitlich. Im ersten Halbjahr 2026 wurde nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft rund neun Prozent mehr Solarleistung installiert als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig hatte sich die Nachfrage nach kleineren Dachanlagen zuvor deutlich abgeschwächt. SMA selbst meldete seit März erste Zeichen einer Stabilisierung im Heim- und Gewerbemarkt.

Auch auf europäischer Ebene bleibt die Lage gespalten. SolarPower Europe erwartet, dass private und kleinere gewerbliche Anlagen 2026 und 2027 vergleichsweise schwach bleiben. Gleichzeitig wächst der Bedarf an großen Anlagen und Batteriespeichern. Im europäischen Batteriespeichermarkt waren die Neuinstallationen im privaten Bereich zuletzt sogar das zweite Jahr in Folge rückläufig. Zu den Gründen zählen die Normalisierung der Energiepreise nach der Energiekrise, auslaufende Fördermechanismen und die schwächere Dynamik bei privaten Dachanlagen.

Chinesische Hersteller erhöhen den Preisdruck bei Wechselrichtern

Für europäische Hersteller kommt ein intensiver Wettbewerb mit chinesischen Anbietern hinzu. Unternehmen wie Huawei und Sungrow haben in Europa erhebliche Marktanteile bei Wechselrichtern aufgebaut. Nach aktuellen Marktdaten entfallen rund 70 Prozent des europäischen Wechselrichtermarktes auf chinesische Anbieter. Deren Preise liegen teilweise deutlich unter denen europäischer Produzenten.

Für SMA bedeutet das vor allem im preissensiblen Heim- und Gewerbegeschäft Druck auf Verkaufspreise und Margen. Der Konzern reagiert mit Kostensenkungen, einem angepassten Produktportfolio und einem stärkeren Fokus auf komplette Energie- und Speicherlösungen. Zugleich könnten europäische Bemühungen, die Abhängigkeit von chinesischen Wechselrichtern aus Gründen der Cybersicherheit zu verringern, die Wettbewerbslage verändern. Für öffentlich geförderte Projekte hat die EU bereits Einschränkungen für chinesische Wechselrichter beschlossen.

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