
Robert Redford wäre an diesem Dienstag, 18. August 2026, 90 Jahre alt geworden. Der Schauspieler, Regisseur und Produzent starb am 16. September 2025 im Alter von 89 Jahren in seinem Zuhause in Sundance im US-Bundesstaat Utah. Zum ersten runden Geburtstag nach seinem Tod erinnern Filmhäuser und Fernsehsender an einen Künstler, dessen Bedeutung weit über seine Rollen vor der Kamera hinausging. In Deutschland widmet ihm unter anderem das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum eine Retrospektive, auch Turner Classic Movies stellt den 18. August in den USA in den Zeichen Redfords.
Robert Redford zum 90. Geburtstag zu würdigen, bedeutet deshalb nicht nur, auf einige der bekanntesten Hollywoodfilme der vergangenen Jahrzehnte zurückzublicken. Redford nutzte seinen Einfluss als Star, um eigene Projekte durchzusetzen, Nachwuchsfilmemacher zu fördern und Umweltfragen öffentlich zu vertreten. Besonders das von ihm gegründete Sundance Institute wurde zu einer Institution des internationalen Independentkinos.
Charles Robert Redford Jr. wurde am 18. August 1936 in Santa Monica in Kalifornien geboren. Nach ersten Arbeiten für Theater und Fernsehen gelang ihm in den 1960er Jahren der Durchbruch im Kino. Eine seiner prägenden frühen Rollen spielte er 1969 neben Paul Newman in Butch Cassidy and the Sundance Kid. Vier Jahre später standen beide erneut gemeinsam für The Sting vor der Kamera. Für seine Rolle darin erhielt Redford seine einzige Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller.
Seine Karriere blieb jedoch nicht auf romantische oder klassische Heldenfiguren beschränkt. In The Candidate von 1972 spielte Redford einen Politiker im Wahlkampf. In All the President’s Men verkörperte er 1976 den Washington-Post-Reporter Bob Woodward neben Dustin Hoffman als Carl Bernstein. Der Film über die Watergate-Recherchen gehört zu den bekanntesten politischen Dramen des US-Kinos. Weitere große Erfolge folgten mit The Natural aus dem Jahr 1984 und Out of Africa von 1985 an der Seite von Meryl Streep. Auch im höheren Alter blieb Redford präsent, unter anderem mit All Is Lost von 2013 und The Old Man & the Gun von 2018.
Eine zweite Karriere begann Redford hinter der Kamera. Sein Regiedebüt Ordinary People kam 1980 in die Kinos. Das Familiendrama gewann bei der Oscarverleihung 1981 vier Auszeichnungen, darunter den Preis für den besten Film. Redford selbst wurde als bester Regisseur ausgezeichnet. Damit gelang ihm bereits mit seinem ersten Spielfilm als Regisseur einer der größten Erfolge seiner Laufbahn.
Später inszenierte er unter anderem A River Runs Through It und Quiz Show. 2002 verlieh ihm die Academy zusätzlich einen Ehrenoscar. Die Auszeichnung würdigte ihn ausdrücklich als Schauspieler, Regisseur und Produzenten sowie für seine Rolle als Schöpfer von Sundance und Unterstützer unabhängiger Filmschaffender. Seine Bedeutung für die Filmbranche beruhte damit zunehmend nicht nur auf seinem eigenen Werk, sondern auch auf den Strukturen, die er für andere Künstler geschaffen hatte.
1981 gründete Redford das gemeinnützige Sundance Institute. Ziel war es, unabhängige Filmemacher und neue Formen des Erzählens außerhalb der etablierten Studiostrukturen zu fördern. Programme, Workshops, Stipendien und später das Sundance Film Festival gaben zahlreichen Filmschaffenden Möglichkeiten, Projekte zu entwickeln und einem größeren Publikum vorzustellen. Das Institut bezeichnet die Förderung unabhängiger Künstler bis heute als Kern seiner Arbeit.
Sundance wurde im Laufe der Jahrzehnte zu einem der zentralen Treffpunkte des internationalen Independentkinos. Das Festival brachte neue Regisseure, Autoren und Dokumentarfilmer mit Produzenten, Verleihern und Publikum zusammen. Nach Redfords Tod stand die Ausgabe 2026 besonders im Zeichen seines Vermächtnisses. Das Festival zeigte unter anderem Downhill Racer von 1969, ein für Redford wichtiges frühes Projekt, und veranstaltete weitere Würdigungen seines Wirkens. 2026 war zugleich das letzte Festival in seiner langjährigen Heimat Park City und Salt Lake City. Ab 2027 findet das Sundance Film Festival in Boulder im US-Bundesstaat Colorado statt.
Der Ortswechsel fällt damit in eine Phase, in der Sundance erstmals dauerhaft ohne seinen Gründer weiterarbeiten muss. Am Grundprinzip soll sich nichts ändern. Das Institut hält an seiner Aufgabe fest, unabhängige Erzähler zu fördern, neue Werke zu entwickeln und ihnen Zugang zu einem Publikum zu verschaffen. Im Juli 2026 kündigte Sundance zudem eine Kooperation mit der UCLA School of Theater, Film and Television an, die ab 2027 neue Ausbildungs- und Förderangebote für Nachwuchsfilmschaffende umfassen soll.
Parallel zur Filmkarriere engagierte sich Redford über Jahrzehnte für Umwelt- und Klimaschutz. Nach Angaben des Natural Resources Defense Council gehörte er seit 1975 dem Kuratorium der Organisation an. Er unterstützte Kampagnen für den Schutz öffentlicher Landschaften, sauberes Wasser, Artenvielfalt und Klimaschutz. 2015 trat er bei den Vereinten Nationen für stärkere internationale Maßnahmen gegen den Klimawandel ein.
Besonders eng war dieses Engagement mit Utah verbunden. Landschaftsschutz und die Förderung von Kunst gehörten für Redford über Jahrzehnte zu einem gemeinsamen Verständnis seiner Arbeit. Der NRDC würdigte ihn nach seinem Tod als einen seiner langjährigsten und öffentlich sichtbarsten Unterstützer. Sein Einfluss beruhte dabei nicht auf einem einzelnen Projekt, sondern auf kontinuierlichem Engagement über rund fünf Jahrzehnte.
So bleibt Redfords Erbe ungewöhnlich breit. Er war einer der großen Hollywoodstars seiner Generation, ein Oscar-prämierter Regisseur und zugleich Gründer einer Organisation, deren Wirkung weit über seine eigene Filmografie hinausreicht. Dass Sundance nach seinem Tod weiterarbeitet und mit dem Umzug nach Boulder ein neues Kapitel beginnt, zeigt zugleich, wie sehr Redfords Idee inzwischen von einer dauerhaften Institution getragen wird.
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