
Ein Gelbbrustara in einer Tasche auf einer Flughafentoilette, später ein neues Zuhause: Der Fall von Pina hat über Düsseldorf hinaus Aufmerksamkeit ausgelöst. Am 10. Juli machte der Papageienhalter Daniel Richter aus Viersen öffentlich, dass ihn die Bundespolizei wegen eines Fundtiers am Flughafen Düsseldorf kontaktiert habe. Der Vogel, den Richter später Pina nannte, lebt inzwischen bei ihm. Die genauen Hintergründe des Zurücklassens sind weiterhin offen. Behördlich bestätigt ist bislang weder, wer die Tasche dort abstellte, noch aus welchem Grund der Vogel zurückblieb.
Nach Richters Darstellung wurde der Ara nach dem Fund zunächst von seinen anderen Papageien getrennt gehalten. Hintergrund war die Frage, ob das Tier möglicherweise Krankheitserreger übertragen könnte. Später habe ein Tierarzt grünes Licht für den weiteren Kontakt gegeben. Richter dokumentierte die ersten Tage mit Pina öffentlich und berichtete auch von einem Gesundheitscheck. Behördliche Angaben zu den tiermedizinischen Ergebnissen lagen zunächst nicht vor.
Wenige Tage nach dem Fund erklärte Richter außerdem, die zuständige Untere Naturschutzbehörde habe zugestimmt, dass Pina vorerst bei ihm bleiben könne. Eine separate behördliche Bestätigung dieser Entscheidung lag zunächst nicht vor. Der Vogel trägt einen geschlossenen Fußring. Über diese Kennzeichnung sollte nach Richters Angaben versucht werden, die Herkunft des Aras zu klären.
Seitdem hat sich Pinas Unterbringung verändert. Richter betreut bereits mehrere Papageien und beschäftigt sich mit deren Training. Anfang August zeigte er öffentlich erste Freiflugübungen mit Pina. Außerdem traf der Vogel erstmals auf den ebenfalls bei ihm lebenden Ara Paco.
Ob Pina dauerhaft bei Richter bleiben wird, ist nicht abschließend behördlich dokumentiert. Nach seiner Darstellung darf der Ara zunächst bei ihm bleiben. Offen ist ebenfalls, ob sich über den Fußring ein früherer Halter oder die Herkunft des Vogels eindeutig ermitteln lässt.
Warum Pina am Flughafen zurückgelassen wurde, ist ebenfalls ungeklärt. Die verbreitete Vermutung, jemand habe sich des Vogels entledigt, um anschließend einen Flug anzutreten, ist nicht durch eine öffentlich zugängliche Behördenmitteilung bestätigt.
Unabhängig vom konkreten Fall ist das Zurücklassen gehaltener Tiere im Tierschutzgesetz geregelt. Paragraf 3 verbietet es, ein Tier auszusetzen oder zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen. Ein entsprechender Verstoß kann als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.
Ob diese Voraussetzungen im Fall Pina erfüllt sind und ob ein Verfahren gegen eine bestimmte Person geführt wird, war zunächst nicht offiziell bestätigt.
Auch jenseits des konkreten Falls gelten für Papageien besondere Haltungsanforderungen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium verweist in seinem Gutachten zur Papageienhaltung darauf, dass die Tiere grundsätzlich paarweise oder in Gruppen gehalten werden sollen. Sie benötigen zudem ausreichend Platz, Beschäftigung und soziale Kontakte. Das Gutachten ist nicht selbst rechtsverbindlich, dient Behörden und Gerichten aber als fachliche Orientierung bei der Beurteilung von Haltungen.
Gelbbrustaras stammen aus Mittel- und Südamerika. Die Art Ara ararauna ist im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES aufgeführt. In der Europäischen Union fällt sie damit grundsätzlich unter Anhang B der Artenschutzverordnung und gilt in Deutschland als besonders geschützt.
Für besonders geschützte Wirbeltiere gelten in Deutschland Anzeige- und Kennzeichnungsvorgaben. Die Bundesartenschutzverordnung verlangt zudem, dass Halter über ausreichende Kenntnisse und geeignete Einrichtungen verfügen. In ihrer Anlage zur Kennzeichnung führt sie den Gelbbrustara mit einer Ringgröße von 14 Millimetern auf.
Pinas geschlossener Fußring kann deshalb bei der Klärung ihrer Herkunft eine wichtige Rolle spielen. Ob er tatsächlich zu einem früheren Halter führt, ist offen. Fest steht bislang, dass der Ara nach dem Fund bei Richter untergebracht wurde und inzwischen Kontakt zu anderen Papageien hat.
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