Driscolls Rücktritt vergrößert die Führungslücken der US-Army

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Symbolbild mit KI erstellt

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Dan Driscoll, der zivile Chef des US-Heeres, verlässt nach rund eineinhalb Jahren sein Amt. Der Secretary of the Army erklärte, Mittwoch, der 2. September, sei sein letzter voller Arbeitstag in dieser Funktion. Einen Grund für seinen Rücktritt nannte er nicht. Sein Abgang trifft die US-Army zu einem Zeitpunkt, an dem bereits ihr höchster militärischer Posten nur vorläufig geführt wird und weitere wichtige Kommandostellen zuletzt neu besetzt werden mussten.

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Driscoll nennt keinen Grund für seinen Abgang

Driscoll hatte seinen Rücktritt Anfang der Woche eingereicht. Das Weiße Haus bestätigte seinen bevorstehenden Abschied. In seiner öffentlichen Erklärung dankte er Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth sowie Soldaten und zivilen Beschäftigten der Army. Eine Begründung für seine Entscheidung enthielt die Erklärung nicht. Die genauen Hintergründe blieben damit zunächst offen.

Der frühere Army-Offizier war am 25. Februar 2025 vom Senat bestätigt und als 26. Secretary of the Army vereidigt worden. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören unter anderem Organisation, Ausbildung, Ausrüstung, Personal, Modernisierung und die Ressourcenplanung des Heeres. Die Army umfasst nahezu eine Million Soldaten aus aktiver Truppe, Nationalgarde und Reserve sowie mehr als 265.000 zivile Beschäftigte.

Höchster Militärposten seit April nur vorläufig geführt

Die Führungslücke an der militärischen Spitze besteht bereits seit dem Frühjahr. Verteidigungsminister Hegseth ließ Army Chief of Staff General Randy George am 2. April vorzeitig aus seinem Amt ausscheiden. Das Pentagon bestätigte damals, dass George seinen Posten mit sofortiger Wirkung verlassen werde. Einen öffentlichen Grund für die Entscheidung nannte das Ministerium nicht. General Christopher LaNeve übernahm die Aufgaben des Army-Chefs kommissarisch.

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Am selben Tag wurden auch General David Hodne, damals Leiter des Army Transformation and Training Command, und Generalmajor William Green, Chef des Army Chaplain Corps, von ihren Aufgaben entbunden. Auch hierfür wurde zunächst keine konkrete offizielle Begründung veröffentlicht.

Mit Driscolls endgültigem Ausscheiden fehlt der Army damit sowohl an der zivilen als auch an der militärischen Spitze ein regulärer, für das jeweilige Spitzenamt vom Senat bestätigter Amtsinhaber. Wer Driscolls Aufgaben zunächst vollständig übernimmt, war am Mittwoch noch nicht offiziell geklärt. Unterstaatssekretär Mike Obadal gehört weiterhin zur bestätigten zivilen Führung des Heeres.

Auch das Europa-Kommando wird kommissarisch geführt

Weitere Übergangslösungen bestehen in wichtigen Army-Kommandos. General Christopher Donahue gab am 2. Juli nach 18 Monaten die Führung der U.S. Army Europe and Africa in Wiesbaden ab. Seitdem führt Generalmajor Christopher Norrie das Kommando kommissarisch. Die Army erklärte ausdrücklich, Norrie solle im Amt bleiben, bis ein dauerhafter Nachfolger vom Präsidenten nominiert und anschließend vom Senat bestätigt worden ist.

Das Kommando ist für die Army-Aktivitäten in Europa und Afrika zuständig und arbeitet eng mit den NATO-Strukturen in Europa zusammen. Donahues Ausscheiden betrifft damit einen für die Abschreckung und Verteidigungsplanung auf dem europäischen Kontinent wichtigen Führungsposten.

Auch bei der Navy besteht seit Monaten eine Übergangslösung an der zivilen Spitze. Nach dem Ausscheiden von Navy Secretary John Phelan übernahm Hung Cao am 22. April die Amtsgeschäfte als Acting Secretary of the Navy. Die US-Marine führt ihn weiterhin in dieser Funktion.

Iran-Krieg erhöht die Bedeutung stabiler Führungsstrukturen

Die Personalwechsel fallen in eine Phase intensiver militärischer Einsätze. Das für den Nahen Osten zuständige U.S. Central Command meldete am 1. September eine neue Angriffswelle gegen iranische Militärziele. Nach Angaben von CENTCOM wurden unter anderem Luftverteidigungsstellungen, Radarsysteme, maritime Einrichtungen, Fähigkeiten zum Verlegen von Minen und Kommunikationsanlagen der iranischen Revolutionsgarden angegriffen. Mehr als 50.000 US-Militärangehörige seien derzeit im Nahen Osten im Einsatz.

Driscolls Rücktritt bedeutet allerdings nicht, dass dadurch die operative Befehlskette für die Einsätze gegen Iran unterbrochen wird. Nach US-Recht verläuft die militärische Kommandokette für Kräfte, die einem Combatant Command zugewiesen sind, vom Präsidenten über den Verteidigungsminister zum jeweiligen Kommandeur. Im Nahen Osten liegt die operative Führung beim Central Command. Die Teilstreitkräfte stellen dagegen unter anderem Personal bereit, organisieren, trainieren und rüsten ihre Kräfte aus.

Die unmittelbaren Folgen der Personalwechsel betreffen deshalb vor allem die institutionelle Führung der Army. Dazu gehören Personalentscheidungen, Beschaffung, Modernisierung, Ausbildung, Budgetfragen und die langfristige Bereitstellung einsatzbereiter Kräfte. Gerade diese Bereiche standen während Driscolls Amtszeit im Mittelpunkt mehrerer Reformprogramme. Ein unmittelbarer Ausfall der laufenden Iran-Operationen lässt sich aus seinem Abgang dagegen nicht ableiten.

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