Princess Cruises baut Vertrieb in mehreren Asien-Märkten ab

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Princess Cruises ordnet seine Geschäfte in Asien neu. Die zum Kreuzfahrtkonzern Carnival gehörende Reederei hat ihre lokalen Vertriebsaktivitäten in Taiwan eingestellt. Auch in China, Hongkong und Südkorea wird die direkte Vertriebspräsenz beendet. Von einem Rückzug der Kreuzfahrtmarke aus Asien kann jedoch keine Rede sein. Schiffe von Princess sollen die Region weiterhin anlaufen, zudem sind umfangreiche Programme für Südostasien und Japan bis 2028 geplant.

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Princess beendet Direktvertrieb in Taiwan

Seit dem 31. August nimmt die taiwanische Niederlassung von Princess Cruises keine neuen Buchungen mehr an. Auch die bisherige lokale Internetpräsenz und die zugehörigen Social-Media-Angebote wurden eingestellt. Bereits bestehende Reservierungen sollen weiterhin betreut werden. Neue Buchungen können künftig unter anderem über die internationalen Vertriebskanäle von Princess erfolgen.

Der Schritt betrifft nicht nur Taiwan. Princess Cruises beendet nach eigenen Angaben beziehungsweise bestätigten Brancheninformationen seine direkte Vertriebspräsenz auch in China, Hongkong und Südkorea. Die Strukturen in Japan und Singapur bleiben dagegen bestehen. Princess begründete die Neuordnung gegenüber dem Branchenportal Seatrade Cruise News mit einer laufenden Anpassung des Geschäfts an veränderte Marktbedingungen.

Damit fällt die Veränderung deutlich begrenzter aus, als die Formulierung eines vollständigen Rückzugs aus Asien vermuten lässt. Betroffen sind vor allem lokale Verkaufsorganisationen, nicht der grundsätzliche Betrieb von Kreuzfahrten in der Region.

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Kreuzfahrten nach Taiwan bleiben bestehen

Auch in Taiwan bedeutet die Schließung der Vertriebsorganisation nicht das Ende der Princess-Anläufe. Die staatliche Taiwan International Ports Corporation erklärte, die für 2026 vorgesehenen Hafenbesuche würden durch die Entscheidung nicht beeinträchtigt. Princess-Schiffe sollen weiterhin unter anderem Keelung und Kaohsiung anlaufen.

Für die Jahre 2027 und 2028 laufen nach Angaben der Hafengesellschaft Gespräche über die weitere Planung. Wie die konkrete Präsenz von Princess in Taiwan in diesen Jahren aussehen wird, war zunächst nicht abschließend festgelegt.

Die taiwanische Hafenverwaltung widersprach damit zugleich der Darstellung eines vollständigen Marktausstiegs. Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders PTS sind für 2026 weiterhin Princess-Anläufe in Keelung vorgesehen.

Princess plant weiter umfangreiche Asien-Reisen

Auch die offiziellen Fahrpläne sprechen gegen einen generellen Asien-Rückzug. Princess hatte bereits für die Saison 2026/27 ein Südostasienprogramm angekündigt. Die Diamond Princess soll dabei von Singapur aus Ziele in mehreren Ländern anlaufen, darunter Vietnam, Malaysia, Thailand und Japan. Auch Taiwan und Hongkong gehören zu einzelnen regionalen Routen.

Noch deutlicher wird die langfristige Planung für 2027 und 2028. Princess bezeichnete sein im April vorgestelltes Programm selbst als bislang umfangreichste Asien-Planung des Unternehmens. Vorgesehen sind insgesamt 96 Abfahrten auf 61 Routen mit 55 Zielen in neun Ländern. In Japan sollen zwei Schiffe stationiert werden.

Auch auf der aktuellen Buchungsseite des Unternehmens werden Asien-Kreuzfahrten für die Jahre 2026 bis 2028 angeboten. Als Abfahrtshäfen nennt Princess unter anderem Singapur und Tokio.

Carnival-Aktie hatte fünf Verlusttage in Folge

An der Börse stand die Carnival-Aktie zuletzt tatsächlich unter Druck. Das Papier schloss am Dienstag, 1. September 2026, an der New York Stock Exchange bei 23,23 US-Dollar. Das waren 2,76 Prozent weniger als am Vortag und bereits der fünfte Handelstag mit Kursverlusten in Folge. Am 31. August hatte die Aktie 3,51 Prozent verloren.

Ein direkter Zusammenhang zwischen diesen Kursverlusten und der Neuordnung des Princess-Vertriebs in Asien ist jedoch nicht belegt. Auch der Gesamtmarkt war am Dienstag schwach. Der S&P 500 gab um 0,71 Prozent nach, der Dow Jones verlor 0,79 Prozent.

Am Mittwoch drehte die Carnival-Aktie im laufenden US-Handel wieder ins Plus. Um 13.49 Uhr New Yorker Zeit lag der Kurs laut Investing.com bei rund 23,51 US-Dollar und damit etwa 1,2 Prozent über dem Schlusskurs vom Dienstag. Kurse während des laufenden Handelstages können sich bis zum Börsenschluss noch deutlich verändern.

Carnival kommt mit starkem operativen Geschäft ins zweite Halbjahr

Die Vertriebsänderungen bei Princess treffen auf einen Carnival-Konzern, der zuletzt operative Rekordwerte gemeldet hatte. Für das zweite Geschäftsquartal 2026 sprach das Unternehmen von Rekordumsätzen, Rekord-Nettoerträgen je verfügbarer Kabinentag und einem Rekord beim bereinigten Nettogewinn für ein zweites Quartal. Gleichzeitig sank das Verhältnis von Nettoschulden zu bereinigtem EBITDA nach Unternehmensangaben auf das 3,1-Fache.

Zudem investiert Carnival langfristig weiter in Princess Cruises. Im zweiten Quartal bestätigte der Konzern Bestellungen für drei neue LNG-betriebene Princess-Schiffe, deren Auslieferungen für 2035, 2038 und 2039 vorgesehen sind.

Die Neuordnung in Asien ist damit bislang vor allem als Veränderung der regionalen Vertriebsstruktur erkennbar. Princess reduziert seine direkte Verkaufsorganisation in mehreren Märkten, hält gleichzeitig aber an Japan, Singapur und umfangreichen Kreuzfahrtprogrammen in der Region fest.

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