Sony macht die PlayStation 5 zur Plattform für kostenloses Fernsehen

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Grzegorz Walczak

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Sony erweitert die PlayStation 5 in den USA um ein eigenes kostenloses Streaming-Angebot. Live TV on PS5 ist seit dem 31. August 2026 verfügbar und bündelt mehr als 100 werbefinanzierte Live-Kanäle mit Filmen, Serien, Nachrichten, Sport und Anime. Ein zusätzliches kostenpflichtiges Abonnement ist nicht notwendig. Deutschland und andere europäische Märkte gehören bislang nicht zu den offiziell angekündigten Regionen.

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Mehr als 100 Kanäle direkt auf der PlayStation 5

Verantwortlich für das neue Angebot ist Sony Pictures Television. Anders als bei klassischen Streaming-Abonnements zahlen Zuschauer keine monatliche Gebühr. Die Finanzierung erfolgt über Werbung. Das Konzept wird in der Branche als FAST bezeichnet, kurz für Free Ad-Supported Streaming Television.

Sony integriert den Dienst direkt in die PlayStation 5. Nutzer in den USA finden ihn im Medienbereich der Konsole und müssen deshalb keine eigenständige Streaming-App herunterladen. Nach Auswahl des Live-TV-Symbols erfolgt die Anmeldung über das PlayStation-Konto. Nach Angaben auf der offiziellen PlayStation-Seite wird für die Nutzung außerdem ein Sony-Pictures-CORE-Konto angelegt beziehungsweise ein bereits bestehendes Konto verknüpft.

Zum Start stehen nach Angaben von Sony mehr als 100 lineare Streaming-Kanäle zur Verfügung. Hinzu kommt eine wachsende Auswahl an Inhalten, die auf Abruf angesehen werden können. Das konkrete Programm kann sich je nach lokalem US-Fernsehmarkt unterscheiden und soll laufend verändert beziehungsweise erweitert werden.

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Filme, Serien, Anime, Nachrichten und Sport im Programm

Das Angebot stammt nicht ausschließlich aus dem eigenen Sony-Katalog. Zu den von Sony genannten Inhaltepartnern gehören unter anderem ABC News, A+E Global Media, AMC Global Media, Amazon MGM Studios, ESPN, Fox, Lionsgate, NASCAR, NBCUniversal, der NFL Channel und UFC. Auch Inhalte aus dem Sony-Konzern selbst werden angeboten.

Bei den Serien nennt Sony beispielsweise Community, The Shield, The Walking Dead, Hell’s Kitchen, Forensic Files, Unsolved Mysteries und Ice Road Truckers. Zu den genannten Filmen gehören unter anderem The Hunger Games, Elysium, Hancock und Titel aus der Resident-Evil-Reihe.

Ein eigener Schwerpunkt liegt auf Anime. Sony führt unter anderem Naruto, Hunter x Hunter, Sailor Moon und My Hero Academia auf. Gemeinsam mit Crunchyroll wurden zudem spezielle Kanäle für das neue Angebot zusammengestellt. Crunchyroll gehört zum Sony-Konzern.

Auch Nachrichten und Sport gehören zum Programm. Sony nennt unter anderem ABC News Live, NBC News Now, NBC Sports Now, Fox Sports, Fox Weather und LiveNOW from Fox. Der NFL Channel bringt unter anderem Spieltagsberichterstattung, Wiederholungen und eigene Sendungen ein. Hinzu kommen Inhalte aus Motorsport, Kampfsport, Golf, Fußball und weiteren Sportarten. Das bedeutet allerdings nicht, dass über den Dienst sämtliche Spiele oder Wettbewerbe der genannten Sportanbieter frei empfangbar sind. Sony kündigt bestimmte Kanäle und Sportprogramme an, kein vollständiges Ersatzangebot für kostenpflichtige Sportrechte.

Sony setzt auf den wachsenden FAST-Markt

Mit dem neuen Angebot tritt Sony in einen Markt ein, in dem sich bereits zahlreiche werbefinanzierte Streaming-Plattformen etabliert haben. Dienste wie Tubi, Pluto TV und The Roku Channel setzen ebenfalls darauf, Programme ohne monatliche Gebühr anzubieten und sie durch Werbung zu finanzieren. Aktuelle Branchenberichte ordnen Sonys Dienst deshalb dem FAST-Segment zu.

Für Sony hat die Integration in die PS5 noch eine weitere wirtschaftliche Bedeutung. Das Unternehmen schafft innerhalb seiner eigenen Hardware eine zusätzliche Werbefläche. Sony Pictures Entertainment bezeichnet das Angebot ausdrücklich als neue Werbeumgebung für Marken. Als zentrale technische Partner für die Werbeausspielung nennt der Konzern Publica und PubMatic.

Damit unterscheidet sich der Dienst auch von einem einfachen Verzeichnis bereits vorhandener Streaming-Apps. Sony Pictures Television stellt das Programm zusammen und verbindet Inhalte mehrerer Anbieter mit eigenen Film-, Serien- und Anime-Angeboten innerhalb einer zentralen Oberfläche auf der Konsole.

Erinnerung an PlayStation Vue, aber anderes Geschäftsmodell

Fernsehen über eine PlayStation-Konsole ist für Sony keine völlig neue Idee. Bereits 2015 hatte der Konzern in den USA PlayStation Vue gestartet. Dabei handelte es sich allerdings um einen kostenpflichtigen Internet-Fernsehdienst, der klassische Pay-TV-Pakete ersetzen sollte.

Sony Interactive Entertainment kündigte 2019 das Ende von PlayStation Vue an. Der Betrieb wurde am 30. Januar 2020 eingestellt. Sony begründete den Schritt damals unter anderem mit dem schwierigen Wettbewerbsumfeld im US-Pay-TV-Markt und hohen Kosten für Inhalte und Sendervereinbarungen.

Das neue Modell unterscheidet sich deshalb wesentlich von PlayStation Vue. Statt monatlicher Abogebühren setzt Sony nun auf kostenlose, durch Werbung finanzierte Programme. Zudem kombiniert das Angebot klassische lineare Kanäle mit einer On-Demand-Bibliothek.

Kanada soll folgen, Deutschland bleibt offen

Der Start beschränkt sich zunächst auf die Vereinigten Staaten. Sony hat Kanada als nächsten Markt angekündigt. Einen konkreten Termin für die dortige Einführung nannte das Unternehmen zunächst nicht. Darüber hinaus erklärte PlayStation lediglich, weitere Regionen prüfen zu wollen.

Damit blieb zunächst unklar, ob und wann Live TV on PS5 nach Deutschland oder in andere europäische Länder kommt. Eine offiziell bestätigte Ankündigung für einen europäischen Start lag bis Donnerstag, 3. September 2026, nicht vor.

Sony will das Konzept zugleich auf weitere eigene Geräte übertragen. Noch im Laufe des Jahres 2026 soll die werbefinanzierte Plattform auch auf Bravia-Fernsehern verfügbar werden. Neue Kanäle, thematisch zusammengestellte Programme und weitere Live-Inhalte sollen das Angebot anschließend kontinuierlich erweitern.

Damit entwickelt Sony die PlayStation 5 ein Stück weiter von der reinen Spielekonsole zur zentralen Unterhaltungsplattform. Für Nutzer außerhalb Nordamerikas bleibt vorerst offen, ob Sony das kostenlose TV-Angebot tatsächlich international ausrollt.

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