Lululemon unter Druck: Prognose sinkt, Aktie fällt stark

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Sportbekleidungshersteller Lululemon hat nach einem schwachen zweiten Geschäftsquartal seine Erwartungen für das laufende Jahr deutlich reduziert. Lululemon senkt Jahresprognose für Umsatz und Gewinn, nachdem insbesondere das Geschäft in Nordamerika an Dynamik verloren hat. Im nachbörslichen US-Handel reagierten Anleger deutlich: Die Aktie verlor am Donnerstag nach Veröffentlichung der Zahlen rund 18 Prozent.

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Umsatz und Gewinn gehen im zweiten Quartal zurück

Das zweite Geschäftsquartal 2026 endete bei Lululemon am 2. August 2026. Der Nettoumsatz lag in diesem Zeitraum bei 2,416 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es 2,525 Milliarden US-Dollar gewesen. Damit ging der Umsatz um rund vier Prozent zurück. Bereinigt um Wechselkurse lag das Minus bei fünf Prozent.

Noch deutlicher zeigte sich die Schwäche bei den vergleichbaren Umsätzen. Diese gingen weltweit um neun Prozent zurück. Auf Basis konstanter Wechselkurse lag der Rückgang bei zehn Prozent. In diese Kennzahl fließen die Verkäufe vergleichbarer Filialen und das entsprechende digitale Geschäft ein.

Der Nettogewinn lag im zweiten Quartal bei 329,2 Millionen US-Dollar. Im Vorjahresquartal waren es 370,9 Millionen US-Dollar gewesen. Das entspricht einem Rückgang von rund elf Prozent. Das operative Ergebnis sank um 13 Prozent von 523,8 Millionen auf 453,7 Millionen US-Dollar.

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Der verwässerte Gewinn je Aktie ging von 3,10 auf 2,92 US-Dollar zurück. Dabei wurde das Ergebnis 2026 erheblich durch Zollerstattungen gestützt. Allein dieser Effekt und die damit verbundenen Zinserträge erhöhten den verwässerten Gewinn je Aktie nach Unternehmensangaben um 0,86 US-Dollar.

Neue Prognose liegt deutlich unter der bisherigen Spanne

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 erwartet Lululemon nun einen Nettoumsatz zwischen 10,35 und 10,50 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen rechnet damit mit einem Rückgang von fünf bis sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Noch im Juni hatte Lululemon eine Spanne von 11,00 bis 11,15 Milliarden US-Dollar genannt. Damals ging der Konzern von einem Umsatz aus, der höchstens um ein Prozent sinken oder ungefähr auf Vorjahresniveau bleiben sollte. Beide Grenzen der neuen Umsatzprognose liegen damit jeweils 650 Millionen US-Dollar unter der vorherigen Planung.

Auch die Gewinnerwartung wurde gekürzt. Der verwässerte Gewinn je Aktie soll 2026 nach der neuen Prognose zwischen 9,48 und 9,73 US-Dollar liegen. Zuvor hatte Lululemon mit 10,95 bis 11,15 US-Dollar gerechnet.

Für das dritte Geschäftsquartal erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 2,29 und 2,32 Milliarden US-Dollar. Das würde einem Rückgang von zehn bis elf Prozent entsprechen. Der erwartete verwässerte Gewinn je Aktie liegt für dieses Quartal zwischen 0,93 und 0,98 US-Dollar. Bei allen Angaben handelt es sich um Unternehmensprognosen, deren tatsächliche Werte unter anderem von der weiteren Nachfrage, der Zollpolitik und der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen können.

US-Geschäft bleibt der zentrale Schwachpunkt

Besonders deutlich fällt die Schwäche im wichtigsten Absatzgebiet aus. Der Umsatz in der Region Americas ging im zweiten Quartal um acht Prozent zurück. Die Region steuerte rund 1,6 Milliarden US-Dollar und damit etwa zwei Drittel des gesamten Konzernumsatzes bei.

Bei den vergleichbaren Umsätzen lag das Minus in den Americas sogar bei zwölf Prozent. Für die Vereinigten Staaten weist Lululemon ebenfalls einen Umsatzrückgang von acht Prozent aus. Damit setzt sich die schwache Entwicklung in einem Markt fort, der für das Geschäftsmodell des Unternehmens von besonderer Bedeutung ist.

Das Management sieht auch Probleme im Produktsortiment. Im Rahmen der Präsentation der Quartalszahlen wurde deutlich, dass wichtige Produktbereiche nicht die erhoffte Nachfrage erzielten. Die Verkäufe von Leggings, einem traditionellen Kernprodukt der Marke, gingen nach Angaben aus dem Earnings Call um etwa 20 Prozent zurück. Locker geschnittene Hosenmodelle konnten die schwächere Nachfrage nach körpernahen Produkten bislang nicht vollständig ausgleichen.

Auch außerhalb Nordamerikas verlief das Quartal nicht durchgehend positiv. In China stieg der ausgewiesene Umsatz zwar um vier Prozent. Bereinigt um Wechselkurse ging er jedoch um zwei Prozent zurück. Die vergleichbaren Umsätze in China sanken auf wechselkursbereinigter Basis um acht Prozent.

Konkurrenz im Athleisure-Markt nimmt zu

Lululemon bewegt sich zugleich in einem zunehmend umkämpften Markt für Sportmode und sogenannte Athleisure-Produkte. Neben großen internationalen Sportartikelherstellern treten besonders in Nordamerika jüngere Marken wie Alo Yoga und Vuori stärker in Erscheinung.

Lululemon selbst nennt in seinen Unternehmensunterlagen den zunehmenden Wettbewerb, veränderte Verbraucherpräferenzen und die Fähigkeit, neue und ausreichend differenzierte Produkte auf den Markt zu bringen, als wesentliche Geschäftsrisiken. Die jüngsten Zahlen zeigen, dass diese Faktoren nicht nur langfristige Risiken darstellen. Die vergleichbaren Umsätze im Kernmarkt sind bereits deutlich rückläufig.

Als Reaktion will das Unternehmen unter anderem sein Produktangebot stärken und die Marketinginvestitionen erhöhen. Gleichzeitig sollen die Kosten kontrolliert werden. Die weitere Entwicklung fällt zudem in eine Phase des Führungswechsels. Heidi O’Neill soll am 8. September 2026 den Vorstandsvorsitz übernehmen. Sie war zuvor viele Jahre in führenden Positionen beim Sportartikelkonzern Nike tätig.

Zollerstattungen verdecken einen Teil der Kostenbelastung

Bei der Bewertung des Quartals spielen die US-Zölle eine besondere Rolle. Lululemon hatte bis zum Ende des zweiten Quartals nach eigenen Angaben insgesamt 230 Millionen US-Dollar an Zöllen gezahlt, die auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act erhoben worden waren.

Im zweiten Quartal erhielt das Unternehmen davon 134,5 Millionen US-Dollar zurück. Hinzu kamen Zinserträge von 4,1 Millionen US-Dollar. Die Erstattung verbesserte die ausgewiesene Bruttomarge um 5,6 Prozentpunkte. Insgesamt stieg die Bruttomarge dadurch im Jahresvergleich von 58,5 auf 60,5 Prozent.

Gleichzeitig verschwanden die Belastungen durch die US-Handelspolitik nicht. Höhere Zölle und Preisnachlässe drückten die Produktmarge. Zusammen führten diese Faktoren, teilweise ausgeglichen durch höhere Verkaufspreise und niedrigere Produktkosten, zu einer Belastung von netto 1,5 Prozentpunkten.

Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die veränderten Zollregeln in den Vereinigten Staaten und den Wegfall bestimmter Ausnahmen für geringwertige Einfuhren. Lululemon weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Veränderungen die Produktkosten erhöht haben und auch 2026 belasten.

Die neue Jahresprognose berücksichtigt den bereits verbuchten Vorteil von 0,86 US-Dollar je Aktie aus den Zollerstattungen und den dazugehörigen Zinsen. Weitere mögliche Erstattungen sind dagegen nicht eingerechnet. Ob und in welcher Höhe zusätzliche Zahlungen erfolgen, war zunächst unklar.

Aktie verliert nach Veröffentlichung rund 18 Prozent

Am Kapitalmarkt standen vor allem der rückläufige Umsatz und die deutlich gekappte Jahresprognose im Mittelpunkt. Der Umsatz des zweiten Quartals lag mit rund 2,42 Milliarden US-Dollar zudem unter dem von LSEG erfassten durchschnittlichen Analystenkonsens von etwa 2,46 Milliarden US-Dollar.

Nach Veröffentlichung der Zahlen verlor die Lululemon-Aktie im nachbörslichen Handel in den Vereinigten Staaten rund 18 Prozent. Die Reaktion erfolgte damit noch vor dem regulären US-Handelsstart am Freitag.

Die Quartalszahlen zeigen dabei ein gemischtes Bild. Lululemon bleibt profitabel und verfügt weiterhin über erhebliche finanzielle Mittel. Zugleich gehen Umsatz, Nettogewinn und vergleichbare Verkäufe zurück. Besonders das nordamerikanische Kerngeschäft schwächelt, während Zollkosten und ein intensiverer Wettbewerb zusätzliche Anforderungen an den Konzern stellen. Mit der deutlich niedrigeren Prognosespanne hat das Unternehmen seine Erwartungen für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres entsprechend angepasst.

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