
Der Vulkan Anak Krakatau in Indonesien hat mit einer neuen Eruptionsphase erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr ausgelöst. Der Flughafen Soekarno-Hatta bei Jakarta wurde am Sonntag, 6. September 2026, wegen Vulkanasche vorübergehend für den Flugbetrieb geschlossen. Die zunächst für wenige Stunden vorgesehene Sperrung wurde mehrfach verlängert und sollte nach dem jüngsten Stand bis 13.30 Uhr Ortszeit gelten.
Betroffen ist damit der wichtigste internationale Luftverkehrsknoten des Landes. Nach Angaben der indonesischen Behörden wirkten sich die Einschränkungen auf mindestens 209 Flüge und rund 22.800 Passagiere aus. Neben innerindonesischen Verbindungen waren auch internationale Strecken betroffen.
Auslöser für die Schließung waren Hinweise auf Vulkanasche im Bereich des Flughafens. Untersuchungen am frühen Sonntagmorgen ergaben positive Befunde für entsprechende Partikel. Daraufhin wurde Soekarno-Hatta zunächst von 1.30 Uhr bis 5.30 Uhr für Flugbewegungen geschlossen.
Da Vulkanasche weiterhin festgestellt wurde, verlängerten die zuständigen Stellen die Einschränkung zunächst bis 9.30 Uhr. Später wurde eine weitere Verlängerung bis 13.30 Uhr bekannt gegeben. Grundlage dafür war eine aktualisierte Luftfahrtinformation für den Flughafen.
Vulkanasche stellt für Flugzeuge ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Feine Partikel können unter anderem Triebwerke und andere technische Systeme beeinträchtigen. Fluggesellschaften und Flugsicherungsstellen passen ihren Betrieb deshalb bereits bei entsprechenden Hinweisen vorsorglich an.
Am Soekarno-Hatta International Airport führte die Lage zu zahlreichen Flugausfällen, Verspätungen, Umbuchungen und Umleitungen. Zu den betroffenen internationalen Verbindungen gehörten Strecken von und nach Singapur, Hongkong, Sydney, Seoul, Doha, Amsterdam und Kuala Lumpur. Innerhalb Indonesiens gab es unter anderem Auswirkungen auf Verbindungen nach Lampung, Denpasar und Surabaya.
Die Sperrung des Flughafens Soekarno-Hatta wegen Anak Krakatau hatte bis Sonntagmorgen weitreichende Folgen für den Flugplan. Insgesamt waren nach Angaben der Behörden 209 Verbindungen und etwa 22.800 Reisende von den Einschränkungen betroffen.
Bereits in einer früheren Bilanz waren 33 Flüge erfasst worden. Dabei handelte es sich um Streichungen, Verspätungen, Umbuchungen und Umleitungen bei nationalen und internationalen Verbindungen. Mit der längeren Sperrung erhöhte sich die Zahl der betroffenen Flüge anschließend deutlich.
Auch andere indonesische Flughäfen meldeten Auswirkungen. Verbindungen zwischen Jakarta und Lombok wurden gestrichen. Am Flughafen Sultan Hasanuddin in Makassar waren ebenfalls zahlreiche Flüge von und nach Soekarno-Hatta betroffen. Die Folgen reichen damit über den eigentlichen Großraum Jakarta hinaus, weil Flugzeuge und Besatzungen in eng aufeinander abgestimmten Umläufen eingesetzt werden.
Passagieren wurde empfohlen, den aktuellen Status ihrer Verbindung direkt bei der jeweiligen Fluggesellschaft zu überprüfen. Auch nach einer Wiederaufnahme des Betriebs können sich Verspätungen und Flugplanänderungen über mehrere Stunden fortsetzen.
Die indonesische Wetterbehörde BMKG verstärkte ihre Überwachung der Eruption und ihrer Auswirkungen auf Atmosphäre, Luftfahrt und Seegebiete. Satellitendaten zeigten am Sonntag zwei größere Bereiche mit Vulkanasche.
Ein Teil der Asche wurde über Banten, Jakarta und Westjava beobachtet. Ein weiterer Bereich erstreckte sich in Richtung Lampung und Bengkulu sowie über Teile der Sundastraße und des Indischen Ozeans westlich von Sumatra.
In unterschiedlichen Höhen bewegten sich die Aschewolken dabei in verschiedene Richtungen. Satellitenbeobachtungen registrierten Asche in mehreren Kilometern Höhe. In höheren Luftschichten wurde eine Ausbreitung bis in rund 15 Kilometer Höhe erfasst.
Auch am Boden wurde Ascheniederschlag gemeldet. An der Küste der Provinz Banten trat bereits am Samstag leichter Ascheregen auf. Behörden in mehreren betroffenen Regionen rieten der Bevölkerung, bei stärkerer Belastung Aktivitäten im Freien zu reduzieren und Masken zu verwenden.
Die aktuelle Eruptionsphase hatte bereits am Freitagabend begonnen. Beobachter registrierten seit dem 4. September eine deutlich erhöhte Aktivität des Anak Krakatau. Dabei wurden unter anderem wiederholte Explosionen und Lavafontänen festgestellt.
Am frühen Sonntag wurde eine weitere Eruption registriert, die etwa 30 Sekunden dauerte. Die Behörden halten für den Vulkan weiterhin die Warnstufe III, Siaga, aufrecht. Menschen sollen sich dem aktiven Krater nicht näher als drei Kilometer nähern.
Anak Krakatau liegt in der Sundastraße zwischen den indonesischen Hauptinseln Java und Sumatra. Die Vulkaninsel entstand nach der historischen Krakatau-Katastrophe von 1883 und ist bis heute regelmäßig aktiv.
Die jüngere Geschichte des Vulkans zeigt, warum seine Entwicklung eng überwacht wird. Im Dezember 2018 führte ein teilweiser Kollaps des Vulkangebäudes zu einem Tsunami an den Küsten von Java und Sumatra. Mehr als 400 Menschen kamen damals ums Leben.
Für die aktuelle Eruptionsphase gab es am Sonntagmorgen jedoch keine Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Tsunami-Gefahr. Die indonesische Wetterbehörde teilte mit, dass die Messungen an 20 Pegelstationen rund um die Sundastraße bis 7 Uhr keine ungewöhnlichen Veränderungen des Meeresspiegels gezeigt hätten.
Wie schnell Soekarno-Hatta wieder regulär betrieben werden kann, hängt vor allem von der weiteren Verteilung der Vulkanasche ab. Flugaufsicht, Flughafenbetreiber, Flugsicherung und Wetterdienst überwachen die Situation fortlaufend.
Der Flughafen bei Jakarta gehört zu den bedeutendsten Luftverkehrsdrehkreuzen Südostasiens. Eine längere Einschränkung kann deshalb nicht nur den indonesischen Inlandsverkehr treffen, sondern auch Verbindungen zu wichtigen asiatischen und internationalen Zielen.
Für Sonntag stand zunächst die sichere Wiederaufnahme des Betriebs im Mittelpunkt. Selbst nach einer Freigabe des Flughafens müssen zahlreiche Flugzeuge, Besatzungen und Passagiere neu disponiert werden. Dadurch können die Folgen der Eruption auch nach Ende der eigentlichen Sperrung im Flugplan sichtbar bleiben.
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