
Die Entscheidung über die Finalrunde des Deutschen Buchpreises 2026 ist gefallen. Sechs Romane stehen auf der am Dienstag veröffentlichten Shortlist. Fünf Autorinnen und ein Autor haben damit die letzte Auswahlstufe erreicht. Zuvor hatte die siebenköpfige Jury aus insgesamt 205 gesichteten Titeln eine Longlist mit 20 Romanen zusammengestellt.
Für das Finale um den Deutschen Buchpreis 2026 hat die Jury folgende Werke ausgewählt:
Mit Valeria Gordeev ist auch eine Debütantin im Finale vertreten. Ihr Roman verbindet die Geschichte eines Geschwisterpaars zwischen Berlin, Kyjiw und Moskau mit Krieg, politischer Herrschaft und Fragen nach Wissenschaft und Unsterblichkeit.
Mehrere der ausgewählten Bücher verbinden persönliche Lebensgeschichten mit historischen oder politischen Umbrüchen. Shida Bazyars „Die Lücken“ führt durch mehrere Generationen in einem fiktiven Ort im Hunsrück und beschäftigt sich unter anderem mit deutscher NS-Vergangenheit, Erinnerung und späterer Migration. Franziska Gänslers „Orca“ erzählt von der Freundschaft zweier junger Frauen und verbindet diese mit sozialen Unterschieden, digitaler Kommunikation und Radikalisierung.
Peggy Mädler richtet in „Selbstregulierung des Herzens“ den Blick auf das Leben in der DDR und die Jahre nach der Wiedervereinigung. Wissenschaft, Kybernetik, Kunst und staatliche Kontrolle bilden dabei zentrale Bezugspunkte. Elias Hirschls „Schleifen“ wiederum bewegt sich zwischen Sprachwissenschaft, Mathematik und Philosophie und kreist um die Suche nach einer idealen Sprache.
Dana Vowinckels „Anton und Alma“ verbindet eine Liebes- und Familiengeschichte in Berlin und New York mit Fragen jüdischer Identität, Antisemitismus und den gesellschaftlichen Folgen des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023 sowie des anschließenden Gaza-Kriegs. Die Jury hebt bei der gesamten Shortlist neben historischen und politischen Bezügen auch die unterschiedlichen literarischen Formen und Erzählweisen hervor.
14 der im August noch nominierten Bücher sind mit der Shortlist ausgeschieden. Dazu gehören unter anderem Heinz Strunks „Memories of Heidelberg“, Ingo Schulzes „Das Wasser im August“, Svenja Leibers „Nelka“, Tomer Gardis „Liefern“ und Lukas Rietzschels „Sanditz“.
Für den Wettbewerb waren zunächst 180 Romane von 106 Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eingereicht worden. Insgesamt sichtete die Jury später 205 Titel. Das Auswahlverfahren erlaubt dem Gremium, zusätzlich zu den regulären Einreichungen weitere Bücher anzufordern.
Wer den Deutschen Buchpreis 2026 erhält, wird am 5. Oktober im Kaisersaal des Frankfurter Römers bekannt gegeben. Die Verleihung findet traditionell zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse statt. Erst bei der Veranstaltung erfahren die sechs Nominierten, welcher Roman ausgezeichnet wird.
Der Preis ist insgesamt mit 37.500 Euro dotiert. Auf den ausgezeichneten Roman entfallen 25.000 Euro. Die fünf weiteren Autorinnen und Autoren der Shortlist erhalten jeweils 2.500 Euro. Vergeben wird der Deutsche Buchpreis von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an Dorothee Elmiger für „Die Holländerinnen“.
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