Tödlicher Arbeitsunfall bei Wiepke

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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42-jähriger Lkw-Fahrer stirbt nach Stromschlag bei Wiepke

Bei einem Arbeitsunfall nahe Wiepke in der Altmark ist ein 42 Jahre alter Lkw-Fahrer ums Leben gekommen. Nach neuen Angaben des Polizeireviers Salzwedel starb der Mann durch einen Stromschlag. Zuvor war beim Entladen an einem Acker eine Freileitung beschädigt worden. Der Unfall löste auch einen Stromausfall aus, von dem unter anderem ein Pumpwerk betroffen war.

Der Unfall ereignete sich am Montagvormittag, 14. September 2026, auf einem ländlichen Weg bei Wiepke, einem Ortsteil der Stadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel. Rettungsdienst, Notarzt, Polizei und mehrere Feuerwehren waren im Einsatz. Für den 42-Jährigen kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Lkw-Aufbau beschädigt 20-kV-Freileitung

Nach dem am Dienstag aktualisierten Ermittlungsstand war der Fahrer mit einem Lastwagen an einen Acker herangefahren. Dort sollte Material entladen werden. Beim Hochfahren eines beweglichen Teils des Lkw-Aufbaus wurde nach der bisherigen Rekonstruktion eine freistehende Stromleitung getroffen und beschädigt. In ersten Angaben war von einer 20.000-Volt-Leitung die Rede.

Welcher genaue Fahrzeugaufbau verwendet wurde, ist bislang nicht eindeutig amtlich beschrieben worden. Auch zur Art und Menge des transportierten Materials lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor. Bezeichnungen wie Kipper oder Muldenkipper lassen sich deshalb bislang nicht belastbar verwenden.

Nach Darstellung der Polizei soll der 42-Jährige anschließend das Fahrerhaus verlassen haben. Beim Betreten des Bodens sei es vermutlich zu dem tödlichen Stromschlag gekommen. Dieser Ablauf ist Teil der bisherigen polizeilichen Rekonstruktion. Die Todesursache selbst wurde am Dienstag als Stromschlag bestätigt. Wiederbelebungsversuche der Rettungskräfte blieben erfolglos.

24 Feuerwehrleute am Unfallort

Neben Polizei, Notarzt und Rettungssanitätern waren nach den bislang veröffentlichten Angaben 24 Einsatzkräfte umliegender Feuerwehren vor Ort. Wegen der beschädigten Freileitung bestand für die Einsatzkräfte eine besondere Gefahrenlage. Angaben darüber, wie lange der betreffende Weg vollständig gesperrt war oder in welchem Radius der Bereich abgesichert werden musste, wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Auch zur Bergung des Lastwagens und zu möglichen Schäden am Fahrzeug lagen zunächst keine näheren Angaben vor. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht weiterhin die genaue Abfolge der Ereignisse zwischen dem Entladevorgang, der Beschädigung der Leitung und dem Verlassen des Fahrerhauses.

Eine Schuldzuweisung gegen einzelne Personen ist daraus nicht abzuleiten. Die technischen und organisatorischen Umstände des Arbeitsunfalls sind Gegenstand der weiteren Untersuchungen.

Stromausfall trifft Pumpwerk

Durch die beschädigte Leitung kam es zugleich zu einem Stromausfall. Nach den ersten Angaben fiel dadurch ein Pumpwerk des Gardelegener Wasserverbandes aus. Wie viele Haushalte oder weitere Anlagen zeitweise ohne Strom waren und wie lange die Unterbrechung dauerte, blieb zunächst offen.

Für den Raum Gardelegen und Wiepke existieren Mittelspannungsleitungen im 20-kV-Bereich. Ältere amtliche Unterlagen weisen unter anderem Leitungen zwischen dem Umspannwerk Gardelegen und Wiepke aus, für die Avacon beziehungsweise deren Vorgängerunternehmen Leitungsrechte beantragt hatten. Daraus lässt sich jedoch nicht zweifelsfrei ableiten, dass es sich bei der am Montag beschädigten Freileitung um genau diese Verbindung handelte. Eine eindeutige behördliche Zuordnung des Unfallabschnitts zu einem bestimmten Netzbetreiber lag zunächst nicht vor.

Avacon Netz betreibt in Sachsen-Anhalt umfangreiche Stromnetzinfrastruktur und informiert für sein Netzgebiet auch über Störungen in der Mittel- und Niederspannung. Eine konkrete öffentliche Angabe des Unternehmens zu diesem Unfall und zur Dauer der örtlichen Versorgungsunterbrechung lag zunächst nicht vor.

Polizei untersucht genauen Ablauf

Die Polizei untersucht weiter, wie es genau zur Berührung beziehungsweise Beschädigung der Freileitung kommen konnte und welche Vorgänge anschließend zum Tod des Fahrers führten. Der inzwischen bestätigte Stromschlag beantwortet damit die Frage nach der unmittelbaren Todesursache, nicht aber sämtliche technischen Hintergründe des Arbeitsunfalls.

Bei tödlichen Arbeitsunfällen kommen neben den polizeilichen Ermittlungen grundsätzlich auch die für den Arbeitsschutz zuständigen Behörden in Betracht. In Sachsen-Anhalt überwacht das Landesamt für Verbraucherschutz die Einhaltung von Vorschriften zum Schutz von Beschäftigten und ist mit seinen Gewerbeaufsichtsdezernaten für den staatlichen Arbeitsschutz zuständig.

Ob und mit welchen konkreten Prüfaufträgen das Landesamt im Fall von Wiepke bereits tätig geworden ist, war zunächst nicht behördlich veröffentlicht. Auch zu möglichen Prüfungen des Fahrzeugs, des Arbeitsablaufs oder der Sicherheitsabstände zur Freileitung gab es zunächst keine gesicherten Angaben.

Damit bleibt nach dem Update vom Dienstag vor allem der technische Ablauf Gegenstand der weiteren Untersuchungen. Fest steht bislang, dass der 42-Jährige während eines Arbeitseinsatzes mit einem Lkw an einem Acker tätig war, eine 20-kV-Freileitung beschädigt wurde und der Mann infolge eines Stromschlags starb. Gleichzeitig führte der Vorfall zu einer Unterbrechung der Stromversorgung und zum Ausfall eines Pumpwerks in der Umgebung.

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