
Münster. Die Haushaltssperre der Stadt Münster hat nun auch konkrete Folgen für ein Ferienangebot für Kinder. Der ABI Südpark schränkt sein offenes Programm in den Herbstferien deutlich ein: Statt wie üblich von 10 bis 18 Uhr öffnet der Abenteuer- und Bauspielplatz an den betroffenen Ferientagen nur noch von 14 bis 18 Uhr. Die Stadt nennt ausdrücklich die Haushaltssperre als Grund.
Betroffen sind beide Wochen der Herbstferien, also der 19. bis 23. Oktober sowie der 26. bis 30. Oktober 2026. Für Familien bedeutet das, dass das offene Angebot am Vormittag und frühen Nachmittag in diesen zwei Wochen entfällt.
Normalerweise bietet der ABI Südpark sein offenes Ferienprogramm montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr an. Kinder können dabei ohne vorherige Anmeldung kommen und selbst entscheiden, an welchen Angeboten sie teilnehmen. Der Besuch ist kostenlos, eine feste Höchstzahl an Kindern gibt es für dieses offene Ferienprogramm nicht.
Wichtig ist dabei die Abgrenzung zu einer klassischen Ferienbetreuung: Beim ABI handelt es sich um ein offenes Angebot. Kinder können selbst entscheiden, wann sie kommen und das Gelände wieder verlassen. Die Aufsicht endet nach Angaben der Einrichtung am Tor.
Der städtische Abenteuer- und Bauspielplatz richtet sich vor allem an Kinder zwischen sechs und 13 Jahren. Auf rund 5.000 Quadratmetern gibt es unter anderem Möglichkeiten zum Bauen, Spielen und Werken.
Die Stadt Münster hatte am 8. September mit sofortiger Wirkung eine Haushaltssperre verhängt. Hintergrund sind deutlich geringer erwartete Schlüsselzuweisungen für 2027. Im beschlossenen Doppelhaushalt waren rund 95 Millionen Euro eingeplant. Nach der aktuellen Arbeitskreisrechnung zum Gemeindefinanzierungsgesetz rechnet Münster nur noch mit rund 2,8 Millionen Euro.
Die Differenz geht nach Angaben der Stadt auf Veränderungen im kommunalen Finanzausgleich zurück. Dabei spielen unter anderem die Entwicklung der Steuerkraft der Kommunen in Nordrhein-Westfalen sowie der für Münster berechnete Finanzbedarf eine Rolle.
Mit der Haushaltssperre stehen die Ausgaben der Verwaltung unter verschärfter Kontrolle. Aufschiebbare Leistungen dürfen grundsätzlich nicht neu beauftragt und entsprechende Verträge oder Vereinbarungen nicht neu abgeschlossen oder verlängert werden. Ausnahmen bestehen unter anderem für gesetzliche und vertragliche Verpflichtungen sowie zwingend notwendige Maßnahmen.
Die eingeschränkten Öffnungszeiten im ABI Südpark gehören damit zu den bereits sichtbaren Auswirkungen der Haushaltssperre. Ein umfassendes Sparpaket liegt dagegen noch nicht vor. Eine von Stadtdirektorin und Kämmerin Christine Zeller eingesetzte Taskforce soll weitere Maßnahmen erarbeiten. Vorschläge sollen den politischen Gremien im ersten Quartal 2027 vorgelegt werden.






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