125 Stellen weniger: Warsteiner verschärft Sparkurs in Warstein

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Haus Cramer Gruppe will ihren Personalbestand am Stammsitz der Warsteiner Brauerei deutlich reduzieren. Bis Ende 2026 sollen in Warstein rund 125 Arbeitsplätze beziehungsweise Vollzeitäquivalente wegfallen. Derzeit beschäftigt das Unternehmen dort 725 Menschen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, kurz NGG, reagiert mit deutlicher Kritik und kündigt gemeinsam mit dem Betriebsrat Widerstand gegen den Stellenabbau an.

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Rund 125 Stellen sollen bis Jahresende wegfallen

Der Stellenabbau in Warstein ist Teil der laufenden Restrukturierung der Haus Cramer Gruppe. Betroffen sind nach Angaben des Unternehmens verschiedene Bereiche, darunter Produktion, Verwaltung und Vertrieb. Neben den Personalkosten sollen auch die Sachkosten deutlich sinken. Die Maßnahmen sollen noch im laufenden Jahr umgesetzt werden.

Nach Einschätzung des Unternehmens können knapp 50 der betroffenen Stellen durch altersbedingte Renteneintritte sowie das Auslaufen befristeter Arbeitsverhältnisse entfallen. Für die übrigen rund 80 Stellen laufen Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern. Dabei sollen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Die Zahlen sind jeweils gerundet.

Haus Cramer verweist auf rückläufigen Biermarkt

Die Unternehmensleitung begründet den Sparkurs mit den seit Jahren sinkenden Absatzmengen auf dem deutschen Biermarkt. Tatsächlich setzte die Branche 2025 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 7,8 Milliarden Liter Bier ab. Das waren 6,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und 18,9 Prozent weniger als 2015. Damit fiel der Absatz erstmals seit Beginn der Statistik 1993 unter acht Milliarden Liter. Alkoholfreie Biere sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

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Auch die Zahl der Brauereien geht zurück. 2025 gab es in Deutschland noch 1.415 Brauereien, 53 weniger als im Vorjahr und 137 weniger als im Rekordjahr 2019.

Für die Haus Cramer Gruppe ist der Personalabbau ein weiterer Schritt ihres Umbaus. Die Herforder Brauerei wurde bereits geschlossen, für die Paderborner Brauerei wurde ein Verkauf eingeleitet. Die Bierproduktion soll stärker am Stammsitz in Warstein gebündelt werden.

NGG kritisiert den geplanten Stellenabbau

Die NGG reagierte überrascht auf die Ankündigung. Gewerkschaftsvertreterin Isabell Mura sagte dem WDR, die Entscheidung habe die Gewerkschaft und den Betriebsrat unerwartet getroffen. Die NGG wirft der Unternehmensführung zudem vor, damit Vertrauen bei der Belegschaft zu beschädigen.

Besonders verweist die Gewerkschaft auf die Vereinbarungen im Zusammenhang mit der Schließung der Herforder Brauerei. Nach Darstellung Muras sei noch vor rund zwei Monaten ein Tarifvertrag verhandelt worden, in dessen Zuge der Aufbau von 50 Stellen in Warstein zugesagt worden sei, um den Standort zu stärken. Die NGG kündigte an, gemeinsam mit dem Betriebsrat um die betroffenen Arbeitsplätze zu kämpfen.

Investitionen in Warstein sollen weiterlaufen

Trotz des Sparkurses hält Haus Cramer an wichtigen Investitionen am Standort fest. Dazu gehört eine neue Anlage zur Entalkoholisierung. Außerdem soll eine Windenergieanlage im Frühjahr 2027 in Betrieb gehen. Nach Unternehmensangaben soll auch der Relaunch der Marke Warsteiner noch 2026 starten und im kommenden Jahr kommunikativ begleitet werden.

Damit laufen am Stammsitz Kostensenkung und Investitionen parallel. Während die Mitarbeiterzahl deutlich reduziert werden soll, setzt die Gruppe zugleich auf neue Technik, Energieversorgung und die Weiterentwicklung ihrer Kernmarke.

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