
Der Trainerwechsel beim FC Ingolstadt 04 ist komplett: Achim Beierlorzer beim FC Ingolstadt ist seit Freitag offiziell. Der Drittligist hat den 58-Jährigen am 25. September 2026 als neuen Cheftrainer vorgestellt. Beierlorzer folgt auf Sabrina Wittmann, die erst einen Tag zuvor von ihren Aufgaben entbunden worden war. Sein erstes Training mit der Mannschaft soll Beierlorzer am Dienstag, 29. September, um 14 Uhr am Audi Sportpark leiten.
Der Verein reagiert damit früh in der Saison auf die sportliche Entwicklung. Ingolstadt steht nach sieben Spieltagen der 3. Liga bei acht Punkten. Zwei Siegen und zwei Unentschieden stehen drei Niederlagen gegenüber. Besonders die jüngsten Ligaergebnisse hatten die Situation verschärft. Gegen Alemannia Aachen verlor der FCI 0:3, anschließend folgte zwar ein 1:0 beim 1. FC Saarbrücken, danach aber Niederlagen gegen die TSG Hoffenheim II und Viktoria Köln.
Mit Beierlorzer setzt der FC Ingolstadt auf einen Trainer, der bereits bei mehreren Vereinen im deutschen Profifußball gearbeitet hat. Zu seinen Stationen als Trainer gehören der 1. FC Köln, der 1. FSV Mainz 05, RB Leipzig und der SSV Jahn Regensburg. Mit Regensburg gelang ihm in der Saison 2016/17 der Aufstieg in die 2. Bundesliga.
Zuletzt war Beierlorzer allerdings nicht als Cheftrainer tätig. Von Juli 2023 bis Oktober 2025 arbeitete er beim SSV Jahn Regensburg als Geschäftsführer Sport. Der Wechsel nach Ingolstadt bedeutet für ihn damit die Rückkehr in die tägliche Arbeit auf dem Trainingsplatz und an die Seitenlinie.
Sein letztes längerfristiges Engagement als Cheftrainer einer Profimannschaft liegt mehrere Jahre zurück. Beim 1. FSV Mainz 05 endete seine Amtszeit im September 2020. Im Dezember 2021 sprang er bei RB Leipzig noch einmal interimistisch an der Seitenlinie ein. Nun übernimmt Beierlorzer wieder dauerhaft eine Mannschaft.
Harald Gärtner, Geschäftsführer Sport und Kommunikation beim FC Ingolstadt, verwies bei der Vorstellung auf die gewünschte Spielweise des neuen Trainers. Beierlorzers Spielidee passe zu den Vorstellungen des Vereins von einem „aktiven Fußball mit hoher Intensität“, erklärte Gärtner. Zudem hob er dessen Erfahrung und den bereits erreichten Aufstieg aus der 3. Liga hervor.
Beierlorzer selbst erklärte zu seinem neuen Engagement: „Ich freue mich auf diese Aufgabe und die hervorragenden Bedingungen dort. Ich habe wieder richtig Lust, an der Linie zu stehen.“ Den FC Ingolstadt habe er bereits zuvor als Beobachter und als gegnerischer Trainer verfolgt.
Beierlorzer übernimmt die Aufgabe nicht allein. Der FC Ingolstadt bestätigte zugleich die Verpflichtung von Markus Feldhoff als Co-Trainer. Der 52-Jährige verfügt ebenfalls über Erfahrung im deutschen Profifußball und arbeitete bereits bei mehreren Vereinen im Trainerstab.
Damit verändert der FCI seine sportliche Führung auf dem Trainingsplatz unmittelbar nach der Freistellung Wittmanns. Angaben zur Laufzeit der Verträge von Beierlorzer und Feldhoff veröffentlichte der Verein zunächst nicht. Auch eine Ablösesumme wurde in der offiziellen Mitteilung nicht genannt.
Beierlorzers erste Einheit ist für Dienstag, 29. September, angesetzt. Bereits wenige Tage später bekommt der neue Trainer die Gelegenheit, seine Mannschaft unter Wettkampfbedingungen zu sehen. Für Freitag, 2. Oktober, um 12 Uhr ist ein Testspiel beim 1. FC Nürnberg geplant.
Sein Pflichtspieldebüt folgt aufgrund der Spielpause erst am Sonntag, 11. Oktober. Dann empfängt der FC Ingolstadt am achten Spieltag der 3. Liga den SV Wehen Wiesbaden. Die Partie im Audi Sportpark beginnt um 13.30 Uhr.
Die Neubesetzung folgt unmittelbar auf das Ende der Amtszeit von Sabrina Wittmann. Der FC Ingolstadt hatte am Donnerstag, 24. September, mitgeteilt, dass die Cheftrainerin von ihren Aufgaben entbunden wurde. Nach Vereinsangaben wurde Wittmann die Entscheidung in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt.
Gärtner begründete die Entscheidung mit einer Betrachtung der sportlichen Entwicklung über die laufende Saison hinaus. Der Verein wolle mit der Veränderung neue Impulse für die kommenden Aufgaben setzen. Wittmann selbst erklärte, sie hätte ihre Arbeit gerne fortgesetzt. Das dafür notwendige Vertrauen sei jedoch nicht mehr vorhanden gewesen.
Wittmann hatte eine lange Geschichte beim FC Ingolstadt. Seit 2009 arbeitete sie in verschiedenen Mannschaften und Funktionen im Nachwuchsleistungszentrum. Im Mai 2024 übernahm sie zunächst interimistisch die Profimannschaft und wurde anschließend dauerhaft zur Cheftrainerin berufen. Im Januar 2026 schloss sie zudem ihre UEFA-Pro-Lizenz ab.
Ihre Berufung hatte auch über Ingolstadt hinaus Aufmerksamkeit erhalten. Wittmann war die erste Frau, die im deutschen Männer-Profifußball dauerhaft die Verantwortung als Cheftrainerin einer Mannschaft übernahm.
Die vergangene Drittligasaison 2025/26 schloss Ingolstadt unter Wittmann mit 49 Punkten auf Tabellenplatz zwölf ab. Am letzten Spieltag gelang noch ein deutlicher 5:1-Heimsieg gegen Waldhof Mannheim.
In der neuen Saison gelang dem FCI zunächst kein konstanter Start. Auf ein 2:2 gegen die Würzburger Kickers folgte ein 1:1 bei Preußen Münster. Danach gewann Ingolstadt 2:0 bei der SG Sonnenhof Großaspach. Es folgte ein 0:3 gegen Alemannia Aachen, ehe der FCI beim 1. FC Saarbrücken mit 1:0 gewann. Die nächsten beiden Ligaspiele gingen gegen Hoffenheim II mit 1:2 und bei Viktoria Köln mit 0:3 verloren. Damit standen nach sieben Spieltagen acht Punkte zu Buche.
Im bayerischen Toto-Pokal hatte Wittmann die Mannschaft unmittelbar vor ihrer Freistellung noch ins Halbfinale geführt. Ingolstadt setzte sich am Mittwochabend mit 2:1 beim TSV Landsberg durch. Keanan Bennetts erzielte beide Treffer für den Drittligisten.
Der Verein entschied sich dennoch für die personelle Veränderung auf der Trainerposition. Bereits rund 24 Stunden nach der Bekanntgabe von Wittmanns Freistellung stand mit Beierlorzer ihr Nachfolger fest.
Für Beierlorzer beginnt die Arbeit in einer ungewöhnlichen Phase des Spielplans. Zwischen dem letzten Ligaspiel bei Viktoria Köln am 19. September und dem Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden am 11. Oktober liegen mehr als drei Wochen. Dadurch stehen dem neuen Trainer mehrere Trainingstage und das Testspiel in Nürnberg zur Verfügung, bevor er erstmals in einem Drittligaspiel für Ingolstadt verantwortlich ist.
Für den 58-Jährigen ist die 3. Liga als Cheftrainer allerdings ein neues Betätigungsfeld. Seinen Aufstieg mit Jahn Regensburg aus der 3. Liga schaffte Beierlorzer 2016/17, nachdem er die Mannschaft während der Saison übernommen hatte. Später folgten Stationen in der 2. Bundesliga und Bundesliga.
In Ingolstadt trifft Beierlorzer nun auf einen Klub, der nach dem frühen Trainerwechsel einen neuen sportlichen Ansatz etablieren will. Konkrete Vorgaben für eine Tabellenplatzierung nannte der Verein bei seiner Vorstellung nicht. Fest steht dagegen der Zeitplan: Am Dienstag beginnt die Arbeit auf dem Trainingsplatz, am 2. Oktober folgt der erste Test und am 11. Oktober das erste Pflichtspiel gegen Wehen Wiesbaden.
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