Erntemond am Samstag: Wann der Vollmond heute aufgeht

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Am Samstagabend lohnt sich der Blick Richtung Osten: Der Vollmond am 26. September 2026 steht unmittelbar nach Sonnenuntergang über dem Horizont. Seine astronomisch exakte Vollmondphase erreicht der Erdtrabant um 18:49 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Weil dieser Vollmond der Herbst Tagundnachtgleiche am nächsten liegt, trägt er traditionell den Namen Erntemond. In manchen Namenslisten wird der September Vollmond außerdem als Maismond bezeichnet.

Vollmond erreicht um 18:49 Uhr sein Maximum

Ein Vollmond ist astronomisch kein Ereignis, das eine ganze Nacht dauert. Die genaue Phase tritt in dem Moment ein, in dem Sonne und Mond von der Erde aus gesehen einander nahezu gegenüberstehen. Am Samstag ist dieser Zeitpunkt um 18:49 Uhr erreicht. Für Beobachter in Deutschland passt das besonders gut, denn der Mond erscheint ungefähr zur selben Zeit am östlichen Horizont.

Die genaue Uhrzeit des Mondaufgangs hängt vom Standort ab. In Berlin geht der Mond am 26. September gegen 18:32 Uhr auf, in München gegen 18:42 Uhr, in Hamburg gegen 18:45 Uhr und in Köln gegen 18:59 Uhr. Damit lässt sich der Erntemond vielerorts bereits während der Abenddämmerung beobachten. Kurz nach dem Aufgang steht zudem Saturn in der Nähe des Mondes. Der Planet ist mit bloßem Auge sichtbar, während der ebenfalls in dieser Himmelsregion stehende Neptun dafür zu lichtschwach ist.

Darum heißt der September Vollmond Erntemond

Der Name Erntemond bezeichnet nicht automatisch jeden Vollmond im September. Gemeint ist der Vollmond, der zeitlich am nächsten an der Herbst Tagundnachtgleiche liegt. Diese fand 2026 am 23. September um 02:05 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit statt. Nur gut dreieinhalb Tage später folgt damit der Vollmond.

Hinter dem Namen steckt eine Besonderheit der Himmelsgeometrie. Normalerweise geht der Mond von einem Abend zum nächsten im Mittel ungefähr 50 Minuten später auf. Rund um die Herbst Tagundnachtgleiche verläuft die scheinbare Bahn des Mondes auf der Nordhalbkugel jedoch in einem vergleichsweise flachen Winkel zum östlichen Horizont. Dadurch verschiebt sich der Mondaufgang an mehreren aufeinanderfolgenden Abenden deutlich weniger als zu anderen Jahreszeiten.

Historisch war dieser Effekt für die Landwirtschaft praktisch. Nach Sonnenuntergang folgte während der Erntezeit relativ schnell helles Mondlicht. Bevor künstliche Beleuchtung verbreitet war, konnten Arbeiten auf den Feldern dadurch am Abend länger fortgesetzt werden. Daraus entwickelte sich die bis heute gebräuchliche Bezeichnung Erntemond.

Warum der Mond am Horizont besonders groß erscheint

Beim Aufgang wirkt der Vollmond häufig deutlich größer als später hoch am Himmel. Tatsächlich wächst seine sichtbare Scheibe dabei nicht. Das Phänomen wird als Mondillusion bezeichnet. Messungen und Fotografien mit identischer Brennweite zeigen, dass der scheinbare Durchmesser des Mondes nahe dem Horizont praktisch nicht größer ist.

Die Ursache liegt in der menschlichen Wahrnehmung. Gebäude, Bäume, Hügel und andere Strukturen am Horizont liefern dem Gehirn Größen und Entfernungshinweise. Der Mond kann dadurch im Vergleich besonders mächtig erscheinen. Welche Wahrnehmungsmechanismen genau für die Mondillusion verantwortlich sind, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Fest steht dagegen, dass die Erdatmosphäre den Mond nicht wie eine Lupe vergrößert. Nahe am Horizont kann die atmosphärische Brechung seine Scheibe sogar leicht zusammengedrückt erscheinen lassen.

Auch die häufig gelbliche oder orange Färbung eines aufgehenden Vollmonds hat eine physikalische Ursache. Sein Licht legt nahe dem Horizont einen längeren Weg durch die Erdatmosphäre zurück. Dabei werden kürzere blaue Wellenlängen stärker gestreut, während mehr rötliches Licht das Auge erreicht.

Wetter entscheidet über den Blick auf den Erntemond

Die Beobachtungsbedingungen fallen am Samstagabend regional unterschiedlich aus. Für die Nacht zum Sonntag erwartet der Deutsche Wetterdienst in Teilen Deutschlands einen heiteren Himmel, in anderen Regionen mehr Bewölkung. Für Stuttgart wird beispielsweise wolkenloser Himmel erwartet, für Hamburg und München heiteres Wetter. In Köln, Frankfurt und mehreren Regionen in der Mitte kann es bewölkt sein. Später kann sich örtlich Nebel bilden. Entscheidend ist deshalb die lokale Bewölkung zum Zeitpunkt des Mondaufgangs.

Diese Vollmonde folgen im Herbst 2026

Nach dem Erntemond folgt der nächste Vollmond am Montag, 26. Oktober, um 05:11 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Der darauf folgende Vollmond ist am Dienstag, 24. November, um 15:53 Uhr erreicht. Damit liegen noch zwei weitere Vollmonde im astronomischen Herbst 2026.

Beim Begriff Supermond unterscheiden sich die verwendeten Definitionen. Es handelt sich nicht um eine offiziell festgelegte astronomische Kategorie. Die NASA führt in ihrem Mondkalender sowohl den Vollmond am 24. November als auch den Vollmond am 24. Dezember als Supermond. Andere verbreitete Berechnungen setzen eine engere Grenze und zählen erst den Dezember Vollmond dazu. Der Weihnachtsvollmond erreicht seine volle Phase am 24. Dezember um 02:28 Uhr und liegt bereits nach dem astronomischen Winteranfang am 21. Dezember.

Für den Samstagabend bleibt damit zunächst der Erntemond das auffälligste Ereignis. Besonders eindrucksvoll erscheint er kurz nach dem Aufgang, wenn er noch tief über dem östlichen Horizont steht. Seine scheinbar enorme Größe ist zwar eine Wahrnehmungsillusion, der günstige Zeitpunkt des Aufgangs unmittelbar nach Sonnenuntergang ist dagegen eine reale Besonderheit des Erntemonds.

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