
Wer am Mittwochabend auf arte einschaltet, bekommt ein ungewöhnlich umfangreiches Spielfilmprogramm. Der arte Filmabend heute beginnt am 30. September 2026 um 20.15 Uhr mit der deutschen Tragikomödie „Alles in bester Ordnung“. Um 21.50 Uhr folgt mit „Im Schatten der Wälder“ ein französischer Psychothriller von Guillaume Nicloux. Ab 23.25 Uhr zeigt der Sender schließlich „Der Schlüssel“, mit dem Nicloux seine lose Thriller-Trilogie abschließt. Der letzte Film endet nach der aktuellen Programmplanung erst um 1.15 Uhr.
Den Anfang macht um 20.15 Uhr „Alles in bester Ordnung“. arte plant für die Ausstrahlung bis 21.50 Uhr insgesamt 95 Minuten ein, die in der Mediathek angebotene Filmfassung läuft rund 93 Minuten. Die Tragikomödie entstand in Deutschland und wurde von Natja Brunckhorst inszeniert. Das Drehbuch schrieb sie gemeinsam mit Martin Rehbock. Der Film wurde 2020 produziert, feierte später Festivalpremiere und kam im Mai 2022 regulär in die deutschen Kinos. Seine deutsche Fernsehpremiere lief am 24. April 2024 ebenfalls bei arte, die heutige Ausstrahlung ist damit eine Wiederholung.
Im Mittelpunkt stehen Marlen und Fynn, deren Vorstellungen vom richtigen Umgang mit Besitz kaum gegensätzlicher sein könnten. Marlen hat ihre Wohnung mit Gegenständen gefüllt, von denen sie sich nicht trennen möchte. Fynn verfolgt dagegen einen konsequent minimalistischen Lebensstil und versucht, seinen Besitz auf möglichst wenige Dinge zu begrenzen. Ein Wasserschaden bringt beide zusammen. Aus der zunächst widerwilligen Begegnung entwickelt sich ein Konflikt darüber, welchen Wert Gegenstände haben und wie viel Besitz ein Mensch tatsächlich braucht.
Corinna Harfouch spielt Marlen, Daniel Sträßer übernimmt die Rolle des Fynn. Zum Ensemble gehören außerdem Felix Vörtler, Luise Kinner, Katharina Schmalenberg, Susanne Bredehöft und Joachim Król. Gedreht wurde in Köln und Oberhausen. Natja Brunckhorst erhielt beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen eine Auszeichnung für ihre Regie.
Bei arte ist „Alles in bester Ordnung“ derzeit bis zum 29. Oktober 2026 verfügbar. Zusätzlich führt die ARD-Mediathek eine WDR-Fassung, deren Verfügbarkeit am 3. Oktober endet.
Deutlich düsterer wird der Abend ab 21.50 Uhr. arte zeigt dann „Im Schatten der Wälder“ aus Frankreich. Der Film von Guillaume Nicloux stammt aus dem Jahr 2003 und läuft im heutigen Programm bis 23.25 Uhr. Die angesetzte Laufzeit liegt damit bei 95 Minuten. Es handelt sich um eine Wiederholung. Der Film war bereits früher im deutschen Fernsehen zu sehen, unter anderem beim ZDF, bei 3sat und ZDFneo.
Josiane Balasko spielt die Polizistin Michèle Varin. Der Tod ihres Sohnes belastet sie noch Jahre später. Gleichzeitig beschäftigt sie ein Todesfall im Wald. Während die Ermittlungen voranschreiten, geraten persönliche Erinnerungen, Ängste und die Suche nach einer schlüssigen Erklärung immer stärker miteinander in Konflikt. Nicloux verbindet dabei Elemente eines Kriminalfilms mit Psychothriller und Mystery, ohne die Geschichte wie einen klassischen Ermittlungsfilm aufzubauen.
Neben Balasko spielen Eric Caravaca, Frédéric Pierrot, Ange Rodot und Thierry Lhermitte. Guillaume Nicloux übernahm selbst eine kleine Rolle als Polizist. Er führte Regie und schrieb auch das Drehbuch. Zu den nachgewiesenen Drehregionen gehören die Île-de-France und das Département Oise, darunter Gouvieux. Weitere Aufnahmen entstanden unter anderem am früheren Sanatorium beziehungsweise Krankenhauskomplex in Aincourt.
Besondere Aufmerksamkeit bekam die Hauptdarstellerin: Josiane Balasko wurde für ihre Rolle bei den César-Verleihungen 2004 als beste Schauspielerin nominiert. Den Preis gewann in jenem Jahr allerdings Sylvie Testud.
„Im Schatten der Wälder“ ist zugleich der zweite Teil einer losen Filmreihe von Guillaume Nicloux. Den Auftakt bildete „Eine ganz private Affäre“. Figuren und Motive tauchen später erneut in „Der Schlüssel“ auf. arte stellt „Im Schatten der Wälder“ derzeit auch online bereit. Die Mediathek-Verfügbarkeit ist bis zum 22. Januar 2027 angegeben.
Um 23.25 Uhr setzt arte den Filmabend mit „Der Schlüssel“ fort. Der französische Thriller aus dem Jahr 2007 läuft bis 1.15 Uhr und damit 110 Minuten im Fernsehprogramm. Anders als bei den beiden Filmen zuvor handelt es sich hier nach den vorliegenden deutschen Programmdaten um die deutsche TV-Premiere.
Guillaume Canet spielt Eric Vincent, dessen geordnetes Leben sich verändert, als er vom Tod seines leiblichen Vaters erfährt. Eric kannte ihn nie. Ein Mann bietet ihm an, die Asche seines Vaters zu übernehmen. Dadurch beginnt eine Suche nach dessen Vergangenheit. Eric stößt auf verschiedene Menschen, widersprüchliche Erinnerungen und Ereignisse, die miteinander verbunden zu sein scheinen. Die Geschichte arbeitet mit mehreren Zeitebenen und führt Figuren aus früheren Filmen Niclouxs wieder zusammen.
Neben Guillaume Canet sind Marie Gillain als Audrey und Vanessa Paradis als Cécile zu sehen. Josiane Balasko kehrt als Michèle Varin zurück, Thierry Lhermitte erneut als François Manéri. Jean Rochefort spielt Joseph Arp. Regie führte Guillaume Nicloux, das Drehbuch entstand gemeinsam mit Pierre Trividic.
Gedreht wurde rund zehn Wochen in Paris und der Region Île-de-France. Zu den dokumentierten Drehorten gehören auch Schauplätze in Corbeil-Essonnes und Fontainebleau.
„Der Schlüssel“ bildet den Abschluss der losen Kriminalfilm-Trilogie, die mit „Eine ganz private Affäre“ begann und mit „Im Schatten der Wälder“ fortgesetzt wurde. Dadurch hängen die beiden späten Filme des heutigen arte-Abends enger zusammen, als es ihre unterschiedlichen Hauptfiguren zunächst vermuten lassen.
Auch „Der Schlüssel“ steht parallel zur Fernsehausstrahlung in der arte-Mediathek. Die derzeit angegebene Verfügbarkeit reicht ebenfalls bis zum 22. Januar 2027.
Der Mittwochabend bei arte teilt sich damit deutlich in zwei Abschnitte. „Alles in bester Ordnung“ setzt zunächst auf die Begegnung zweier Menschen mit vollkommen unterschiedlichen Vorstellungen von Besitz und Freiheit. Danach übernimmt Guillaume Nicloux für den restlichen Abend: „Im Schatten der Wälder“ und „Der Schlüssel“ gehören zu derselben losen Thriller-Reihe und bringen mit Josiane Balasko und Thierry Lhermitte sogar wiederkehrende Figuren beziehungsweise Darsteller zusammen.
Das komplette Programm umfasst fast fünf Stunden. „Alles in bester Ordnung“ beginnt um 20.15 Uhr, „Im Schatten der Wälder“ um 21.50 Uhr und „Der Schlüssel“ um 23.25 Uhr. Mit dessen Ende gegen 1.15 Uhr reicht der arte Filmabend heute damit deutlich über Mitternacht hinaus.






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