
Münster steht heute ganz im Zeichen des Westfälischen Friedenspreises. Die NATO ist im Historischen Rathaus ausgezeichnet worden, begleitet von Protesten und umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen. Wir halten euch im Liveticker über die wichtigsten Entwicklungen auf dem Laufenden. Wirtschaftliche Gesellschaft
Als letzter Programmpunkt folgt noch ein Gruß der Preisträger vom Sentenzbogen. Damit endet die Verleihung des Westfälischen Friedenspreises im Historischen Rathaus offiziell.
Auch unser Liveticker endet an dieser Stelle. Vielen Dank an alle, die den Tag und unsere Berichterstattung aus Münster mitverfolgt haben.
Zum Abschluss des Festakts erklingt im Historischen Rathaus die deutsche Nationalhymne. Damit geht die Verleihung des Westfälischen Friedenspreises offiziell zu Ende.
Nach den Reden, der Übergabe des Hauptpreises an die NATO und der Auszeichnung von socioMovens endet damit auch der offizielle Teil der Veranstaltung.
Nach der Dankesrede von Mark Rutte geht der Festakt musikalisch weiter. Im Festsaal erklingt nun „These Are the Days“. Nach den politischen Reden und der Übergabe des Westfälischen Friedenspreises setzt das Musikstück einen ruhigeren Akzent.
Mark Rutte beendet seine Dankesrede mit einem Appell an die NATO-Staaten, die Unterstützung der Ukraine kontinuierlich fortzusetzen. Zugleich dankt der Generalsekretär Deutschland ausdrücklich für seinen Beitrag zur gemeinsamen Sicherheit und für die Unterstützung Kiews.
Mark Rutte geht in seiner Dankesrede auf die Symbolik des Preises ein. Das Pferd stehe für „Ausdauer, Stärke und Geschwindigkeit“ – Eigenschaften, die aus seiner Sicht auch die NATO bei der Friedenssicherung in Europa brauche.
Mit Blick auf Russland sagt Rutte: „Putin will uns einschüchtern und spalten, aber er wird scheitern.“ Anschließend lobt er Friedrich Merz für dessen „exzellente Rede“ und seinen Beitrag zur Geschlossenheit des Bündnisses. Dafür gibt es Applaus im Saal.
Mark Rutte dankt nach der Preisübergabe ausdrücklich den Soldatinnen und Soldaten der NATO. Ihnen gebühre die Auszeichnung, sagt der Generalsekretär. Sie seien es, die täglich für die Sicherheit der Bündnisstaaten einstehen.
Rutte hält nun seine Dankesrede für die NATO. Seine Rede bei der Preisverleihung war im offiziellen Programm angekündigt.
Der Westfälische Friedenspreis ist offiziell an die NATO übergeben worden. Generalsekretär Mark Rutte nahm die Auszeichnung stellvertretend für das Verteidigungsbündnis entgegen.
Damit ist der zentrale Moment des Festakts im Historischen Rathaus erreicht.
Die Laudatio von Bundeskanzler Friedrich Merz ist beendet. Nun folgt die eigentliche Preisverleihung: NATO-Generalsekretär Mark Rutte nimmt den Westfälischen Friedenspreis stellvertretend für das Verteidigungsbündnis entgegen.
Damit erreicht der Festakt im Historischen Rathaus seinen zentralen Moment.
Friedrich Merz verbindet die Stabilität Deutschlands direkt mit Europa und der Ukraine. „Wankt Deutschland, wankt Europa, wankt auch die Ukraine“, sagt der Bundeskanzler. Umgekehrt gelte: Stehe Deutschland fest, stärke das auch Europa und die Ukraine.
Deutschland sei „willens, fähig und bereit“, in einem erneuerten Bündnis mehr Verantwortung zu übernehmen. Das sei die Antwort auf „eine neue Zeit großer Mächte und technischer Revolutionen“.
Friedrich Merz richtet zum Abschluss erneut eine klare Forderung an Moskau: Russland müsse „den Angriff auf die Ukraine beenden“ und von „hybriden Angriffen auf Europa“ ablassen.
Für diese Aussage erhält der Bundeskanzler erneut deutlichen Applaus im Festsaal.
Friedrich Merz stellt zum Ende seiner Laudatio die Bedeutung von Recht, Regeln und Freiheit heraus. Das sei Teil einer „westfälischen Tradition“, sagt der Bundeskanzler. Freiheit sei Voraussetzung für eine demokratische Gesellschaft.
Dafür brauche es „Festigkeit und Willensstärke“, zugleich aber auch die Bereitschaft zu „Aufbruch und Veränderung“.
Friedrich Merz richtet in seiner Laudatio auch deutliche Worte an die AfD. „Wir lassen uns nicht spalten durch die Parolen der AfD und ihre russischen Hintermänner“, sagt der Bundeskanzler.
Für diese Passage erhält Merz deutlichen Applaus im Festsaal.
„Unsere dringendste europäische Verantwortung“ sei es, zu verhindern, dass sich der Krieg auf ganz Europa ausweite, sagt Friedrich Merz. Dafür brauche es ein „realistisches Russlandbild“. Der Moskauer Führung gehe es um die Wiederherstellung „einer wahren oder erträumten einstigen Größe“. Diesen Revisionismus dürfe Europa nicht ignorieren.
Merz betont zugleich, dass Deutschland langfristig ein „stabiles und berechenbares Verhältnis zu Russland“ anstrebe. Viele diplomatische Gesprächsversuche seien zuletzt jedoch erfolglos geblieben. Russland respektiere vor allem Stärke, so seine Einschätzung. Frühere Äußerungen des Kanzlers gingen bereits in dieselbe Richtung.
Merz richtet den Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der „revisionistische, expansive Großmachtanspruch Russlands“ sei die „größte Gefahr für den Frieden hier und heute“, sagt der Kanzler.
Die materiellen Schäden seien gewaltig, doch entscheidender sei das menschliche Leid. Merz spricht von einer siebenstelligen Zahl an Toten und Verletzten und betont: „Dieser Krieg geht uns etwas an.“ In der Ukraine stehe „auch unsere Sicherheit auf dem Spiel“.
Friedrich Merz beschreibt in seiner Laudatio, was Frieden für ihn bedeutet. „Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg“, sagt der Bundeskanzler. Frieden sei ein Zustand, in dem Menschen einander vertrauen und in Freiheit leben könnten.
Friedrich Merz greift in seiner Laudatio ausdrücklich die Kritik an dem Friedenspreis für ein Militärbündnis auf. Die NATO „zähmt das Recht des Stärkeren“ und mache daraus die „Stärke des Rechts“, sagt der Bundeskanzler.
Seit drei Generationen bürge das Bündnis für „Frieden und Ordnung im atlantischen Raum“. Es schütze „unsere Sicherheit und unseren Wohlstand“ und „dient dem Frieden“, so Merz.
Bundeskanzler Friedrich Merz hält nun die Laudatio auf die NATO. Zuvor hatte Merz bereits gesagt, ein Friedenspreis für eine Militärallianz wirke „auf den ersten Blick widersprüchlich“, tatsächlich sei die NATO aber seit Jahrzehnten eine tragende Säule der euro-atlantischen Friedensordnung.
Nun beginnt der Teil des Festakts zur Auszeichnung der NATO. Die Jury begründet ihre Entscheidung mit „Frieden durch Stabilität“. WWL-Vorsitzender Reinhard Zinkann erklärte bereits zur Bekanntgabe: „Militärische Stärke und Friedenssicherung [sind] kein Widerspruch“. Die NATO schaffe „Verlässlichkeit“, fördere Partnerschaft und stärke eine regelbasierte Sicherheitsordnung.
Im Festsaal erklingt jetzt „One“ von U2. Die Auswahl passt auch deshalb zum politischen Rahmen des Tages, weil sich die irische Band seit Jahrzehnten öffentlich zu Menschenrechten, Frieden und internationaler Verantwortung positioniert. U2 arbeitet seit langem mit Organisationen wie Amnesty International und Greenpeace zusammen; Bono engagiert sich zudem mit der ONE Campaign gegen Armut und für globale Entwicklung.
Auch zum Krieg in der Ukraine bezog die Band klar Stellung: Bono und The Edge reisten 2022 nach Kiew und erklärten ihre Solidarität mit der Ukraine nach dem russischen Angriff.
„One“ selbst erschien 1992 als Benefiz-Single zugunsten der AIDS-Forschung.
Kardinal Michael Czerny beendet seine Laudatio mit den Worten: „May God bless you.“ Anschließend kommen drei Vertreterinnen und Vertreter von socioMovens auf die Bühne.
Sie nehmen den Jugendpreis des Westfälischen Friedenspreises entgegen. Das europäische Netzwerk wird für sein Engagement für Solidarität, Verständigung und gesellschaftliche Verantwortung junger Menschen ausgezeichnet.
Kardinal Michael Czerny hält nun die Laudatio auf den Jugendpreisträger socioMovens. Der kanadische Jesuit gehört zu den profilierten Stimmen des Vatikans für soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und internationale Verantwortung.
„True greatness is always born of solidarity and openness“, sagt Czerny. Europa brauche aus seiner Sicht nicht nur Stabilität und Wachstum, sondern auch eine moralische Orientierung. Genau dafür stehe socioMovens.
Im Festsaal läuft jetzt ein Film über socioMovens – Giving Europe a Soul. Das internationale Jugendnetzwerk mit Wurzeln in Mittel- und Osteuropa erhält in diesem Jahr den Jugendpreis des Westfälischen Friedenspreises. Seit 2013 bringt socioMovens junge Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern in Projektwochen und Jugendcamps zusammen. Im Mittelpunkt stehen soziales Engagement, europäische Verständigung sowie soziale und ökologische Themen.
Die Projekte entstehen gemeinsam mit lokalen kirchlichen Einrichtungen und Freiwilligen. Ziel ist es, junge Menschen zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und sich für ein solidarisches und friedliches Europa einzusetzen. Die Laudatio auf socioMovens hält heute Kardinal Michael Czerny.
Hendrik Wüst richtet den Blick in seiner Rede auch auf die innenpolitischen Herausforderungen. Gefahr für Frieden und Demokratie komme nicht nur von außen, sondern auch „von innen“. Populisten und Extremisten wollten demokratische Werte angreifen und Europa spalten, sagte der NRW-Ministerpräsident.
„Unsere Aufgabe als Demokraten ist es, uns diesen politischen Kräften entgegenzustellen“, betonte Wüst.
Hendrik Wüst würdigte in seiner Rede auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Dieser habe in zentralen sicherheitspolitischen Fragen „Kurs gehalten“ und damit der NATO Halt gegeben, sagte der NRW-Ministerpräsident.
Für diese Passage erhielt Wüst deutlichen Applaus aus dem Festsaal.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Verleihung des Westfälischen Friedenspreises mit einer Rede eröffnet. Mit Blick auf die heutige Weltlage sagte er: „Wir leben erneut in Zeiten der Großmächte.“
Wüst erinnerte an die Bedeutung von Verhandlungen und Kompromissen, machte aber zugleich deutlich: „Kompromiss nicht um jeden Preis.“ In den internationalen Beziehungen müsse es wieder stärker um „diplomatische Lösungen“ und die „Herrschaft des Rechts“ gehen.
Zugleich betonte der Ministerpräsident: „Frieden muss verteidigt werden.“ Dafür brauche es aus seiner Sicht auch militärische Stärke
Durch die Verleihung des Westfälischen Friedenspreises führt die Journalistin und Moderatorin Astrid Frohloff. Sie begleitet die Gäste durch das Programm und leitet die einzelnen Beiträge und Reden im Festsaal des Historischen Rathauses ein.
Der Festakt im Historischen Rathaus beginnt: Bundeskanzler Friedrich Merz und NATO-Generalsekretär Mark Rutte sind unter Applaus der Gäste feierlich im Festsaal empfangen worden. Rutte nimmt den Westfälischen Friedenspreis stellvertretend für die NATO entgegen, Merz hält die Laudatio.
Im Festsaal des Historischen Rathauses sind inzwischen fast alle Plätze besetzt. Gäste, Politik und Medien warten gespannt auf den Beginn der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises. Auf der Bühne ist bereits alles vorbereitet – in wenigen Minuten soll der offizielle Festakt starten.
Bundeskanzler Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst sind inzwischen am Historischen Rathaus eingetroffen. Auf dem Prinzipalmarkt sichern zahlreiche Polizeikräfte den abgesperrten Bereich, während sich hinter den Gittern weiterhin Demonstrierende und Zuschauer versammelt haben.
Merz hält bei der Preisverleihung die Laudatio auf die NATO.
Im Programmheft ist die vollständige Jury des Westfälischen Friedenspreises aufgeführt. Ihr gehören Vertreter aus Politik, Wirtschaft und internationaler Diplomatie an:
Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident und Ehrenvorsitzender; Friedrich Merz, Bundeskanzler; Hendrik Wüst, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen; Cem Özdemir, Ministerpräsident von Baden-Württemberg; Alexander Graf Lambsdorff, deutscher Botschafter in Russland; Jean-Claude Juncker, ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission; Sigmar Gabriel, Bundesminister a. D.; Jens Weidmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank; Georg Friedrich Prinz von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern; Stanislaw Tillich, ehemaliger Ministerpräsident Sachsens; sowie Reinhard Zinkann, Vorstandsvorsitzender der WWL und Geschäftsführer von Miele & Cie. KG.
Vor den Absperrungen am Prinzipalmarkt wird der Protest gegen die NATO-Auszeichnung zunehmend lautstark. Demonstrierende stehen nur wenige Meter vom Historischen Rathaus entfernt und skandieren unter anderem: „Blut, Blut, Blut an euren Händen!“
Während im Rathaus die Gäste zur Verleihung des Westfälischen Friedenspreises eintreffen, machen die Gegner der Auszeichnung damit unmittelbar vor dem Veranstaltungsort auf ihre Kritik aufmerksam. Polizeikräfte sichern den abgesperrten Bereich rund um das Rathaus.
Während im Historischen Rathaus immer mehr Gäste zur Preisverleihung eintreffen, läuft wenige Meter entfernt die Kundgebung auf dem Domplatz weiter. Nach Sevim Dağdelen (BSW) spricht dort nun der Europaabgeordnete Martin Sonneborn. Beide waren für die Kundgebung angekündigt.
Im Historischen Rathaus füllt sich der Festsaal zunehmend. Vor Ort gesichtet wurden unter anderem der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, Münsters Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf und Stefan Nacke. Die Verleihung des Westfälischen Friedenspreises steht unmittelbar bevor.
Im Historischen Rathaus steht die Verleihung des Westfälischen Friedenspreises bevor. Während sich die Gäste auf den Festakt vorbereiten, verlagert sich auch der Protest: Demonstrierende ziehen zunehmend vom Domplatz in Richtung Prinzipalmarkt und stellen sich dort an den Absperrungen auf.
Vor dem Empfang der hochrangigen Gäste am Rathaus sind die Sicherheitsvorkehrungen nochmals verschärft worden. Die Akkreditierung der Presse verzögert sich durch intensive Kontrollen. Dabei kommen auch Hunde zum Einsatz, die Taschen überprüfen.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat bei der Pressekonferenz in Münster die weitere Unterstützung der Ukraine bekräftigt. Bundeskanzler Friedrich Merz verteidigte zuvor die Vergabe des Friedenspreises an die NATO. Er hob die Bedeutung des Bündnisses für Freiheit und Sicherheit hervor.
Wer heute in die Innenstadt möchte, muss weiter mit Einschränkungen rechnen: Nach der angekündigten Einsatzplanung der Polizei bleibt der Prinzipalmarkt bis voraussichtlich 18:30 Uhr gesperrt. Geschäfte und Praxen sind zu Fuß erreichbar. Unter den Arkaden gegenüber dem Rathaus ist der Durchgang aus Richtung Rothenburg und Lambertikirche bis zum Michaelisplatz möglich.
Für Busfahrgäste gelten längere Umleitungen: Laut Stadtwerken umfahren die Linien 2, 4, 10, 11, 12, 13, 14, 22 und N80 den Prinzipalmarkt und Domplatz noch bis Freitag, 2. Oktober, um 2 Uhr. Die geplante Aufhebung der Straßensperrung bedeutet somit nicht, dass die Busse sofort wieder regulär fahren.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Auszeichnung der NATO bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Münster verteidigt. „Ein Friedenspreis für eine Militärallianz – das erscheint auf den ersten Blick widersprüchlich. Aber tatsächlich ist es folgerichtig“, sagte Merz.
Die NATO sei seit drei Generationen „die tragende Säule der euro-atlantischen Friedensordnung“ und schütze die Freiheit, so der Kanzler.
Auf dem Domplatz haben sich inzwischen rund 150 Menschen zur Kundgebung gegen die NATO-Auszeichnung versammelt. Zu sehen sind zahlreiche Anti-NATO-Plakate und Transparente, außerdem wurden mehrere Informationsstände aufgebaut.
Zum Programm gehört auch Achim Bigus aus Osnabrück, der mit Gitarre und Gesang angekündigt ist. Die Kundgebung „Frieden statt NATO – Kein Friedenspreis fürs Militär!“ findet im Bereich Domplatz/Michaelisplatz statt.
Während sich die Proteste vor allem rund um den Domplatz konzentrieren, zeigt sich am Stubengassenplatz ein völlig anderes Bild: Der Platz ist am frühen Nachmittag nahezu menschenleer. Die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen und Sperrungen rund um die Friedenspreis-Verleihung prägen damit sichtbar auch andere Bereiche der Innenstadt.
Die Auszeichnung, die NATO-Generalsekretär Mark Rutte heute entgegennehmen soll, zeigt ein steigendes Pferd. Das Ross steht nach Angaben zum Preis symbolisch für Stabilität und Solidarität.
Sechs Tage vor der NATO-Ehrung wurde im Rathaus der erste Alternative Westfälische Friedenspreis an Connection e.V. vergeben. Oberbürgermeister Tilman Fuchs sagte dabei: „Frieden ist die Möglichkeit, die eigene Zukunft zu gestalten.“
Heribert Prantl stellte das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in den Mittelpunkt und bezeichnete es als „ungeliebtes Grundrecht“. Margot Käßmann würdigte das internationale Engagement von Connection für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure.
Rund um die Verleihung des Westfälischen Friedenspreises gelten inzwischen umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen. Der Prinzipalmarkt ist für Autos, Busse und Fahrräder gesperrt. Nach Angaben der Stadt soll die Sperrung voraussichtlich bis etwa 18:30 Uhr dauern. Zu Fuß bleiben die Geschäfte, Büros und Arztpraxen am Prinzipalmarkt erreichbar.
Das Historische Rathaus, das Stadtweinhaus und der Rathausinnenhof sind aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich zugänglich. Das Stadthaus 1 bleibt dagegen geöffnet. Wegen der angekündigten Demonstrationen kann es im Tagesverlauf auch rund um Domplatz und Stubengasse zu weiteren Verkehrsbehinderungen und kurzfristigen Sperrungen kommen.
Die Ehrung der NATO mit dem Westfälischen Friedenspreis bleibt umstritten. Ex-Außenminister Joschka Fischer nennt die Entscheidung eine „gute Wahl“ und verweist auf die Bedeutung des Bündnisses für Sicherheit und Frieden in Europa. Auch die Jury betont Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit als Grundlage für Frieden.
Friedensinitiativen sehen das anders. Sie kritisieren, ein Militärbündnis mit einem Friedenspreis auszuzeichnen, und fordern stattdessen mehr Diplomatie, Abrüstung und zivile Konfliktlösung.
Die Preisverleihung wird heute von mehreren Protesten begleitet. Gegen 12 Uhr beginnt am Michaelisplatz/Domplatz die Kundgebung „Frieden statt NATO – Kein Friedenspreis fürs Militär!“. Angekündigt sind unter anderem Sevim Dağdelen und Martin Sonneborn.
Um 15 Uhr startet zudem eine Demonstration am Schlossplatz beim 1. Deutsch-Niederländischen Corps. Der Demonstrationszug soll gegen 15:30 Uhr Richtung Innenstadt ziehen, die Abschlusskundgebung ist gegen 16:15 Uhr am Prinzipalmarkt geplant.
In Münster steht heute einiges an. Im Historischen Rathaus wird am Nachmittag der Westfälische Friedenspreis verliehen. Der Hauptpreis geht an die NATO, Generalsekretär Mark Rutte nimmt ihn stellvertretend entgegen. Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Laudatio. Der Jugendpreis geht an „socioMovens – Giving Europe a Soul“.
Schon vorher beginnt das Programm: Ab etwa 10.30 Uhr greifen die Sperrungen am Prinzipalmarkt, gegen Mittag starten erste Proteste. Rutte, Merz und der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten werden beim 1. Deutsch-Niederländischen Corps erwartet und treten um 13.50 Uhr gemeinsam vor die Presse. Der Festakt beginnt um 16 Uhr, für 17.30 Uhr ist die Rede von Rutte angekündigt. Parallel finden mehrere Demonstrationen und Kundgebungen in der Innenstadt.
Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens geht 2026 an die NATO als Organisation. Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe begründet die Entscheidung unter anderem mit der Aufnahme Finnlands und Schwedens in das Bündnis, der Unterstützung der Ukraine, der KFOR-Mission im Kosovo und der Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten. Auch die Rolle von Mark Rutte seit seinem Amtsantritt als NATO-Generalsekretär im Oktober 2024 wird hervorgehoben.
Die Preisgeber vertreten dabei die Position, dass militärische Abschreckung und Friedenssicherung miteinander vereinbar sein können. Genau daran entzündet sich seit Bekanntgabe der Entscheidung Kritik.
Neben der NATO wird „socioMovens – Giving Europe a Soul“ ausgezeichnet. Das internationale Jugendnetzwerk organisiert seit 2013 soziale Projektwochen und Begegnungen und will gesellschaftliches Engagement sowie europäische Verständigung fördern.
Die Laudatio auf den Jugendpreisträger hält Kardinal Michael Czerny. Haupt- und Jugendpreis sind zusammen mit 100.000 Euro dotiert.
Mehrere Friedensorganisationen lehnen die Ehrung eines Militärbündnisses ab. Sie setzen stärker auf Abrüstung, Diplomatie, Verhandlungen und zivile Konfliktlösung. Die unterschiedlichen Vorstellungen davon, wie Frieden gesichert werden kann, prägen die Debatte um die diesjährige Preisvergabe.
Der Protest blieb nicht auf Demonstrationsaufrufe beschränkt. Bereits am 25. September wurde im Historischen Rathaus erstmals ein Alternativer Westfälischer Friedenspreis verliehen. Ausgezeichnet wurde Connection e.V. aus Offenbach. Der Verein unterstützt Kriegsdienstverweigerer, Deserteure und Menschen, die sich dem Militärdienst entziehen. Der alternative Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und entstand als Reaktion auf die Entscheidung für die NATO.
Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens wird seit 1998 alle zwei Jahre von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe vergeben. Er erinnert an den Westfälischen Frieden von 1648, der in Münster und Osnabrück ausgehandelt wurde.
Erster Preisträger war Václav Havel. Später wurden unter anderem Helmut Kohl, Kofi Annan, Helmut Schmidt, König Abdullah II. von Jordanien, die baltischen Staaten sowie Emmanuel Macron ausgezeichnet.






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