Michael Thilo ist tot: Seine Stimme prägte frühe Benjamin-Blümchen-Folgen

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Symbolfoto

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Der Sänger und Musiker Michael Thilo ist tot. Er starb bereits am 3. März 2026 im Alter von 81 Jahren in Guttenberg im oberfränkischen Landkreis Kulmbach. Bekannt wurde der Todesfall erst Monate später. Sein Sohn bestätigte den Tod zunächst gegenüber dem „Münchner Merkur“. Am 1. Oktober bestätigte er auch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass sein Vater im März in Guttenberg gestorben sei. Angaben zu einer Todesursache machte er nicht.

Michael Thilo wurde vor allem als Sänger des ersten Titellieds der Hörspielreihe „Benjamin Blümchen“ bekannt. Seine Aufnahme war von 1977 bis 1987 in den frühen Folgen der Serie zu hören. Thilo sang die Titelmusik selbst und begleitete sich dabei auf der Gitarre. Insgesamt wurde seine Fassung den Angaben zur Reihe zufolge in den ersten 57 Folgen verwendet. Später erhielt die Hörspielserie eine neue Titelmusik.

Michael Thilo begann seine Karriere in der DDR

Geboren wurde der Musiker am 22. September 1944 in Dresden. Sein bürgerlicher Name lautete Michael-Tilo Amft. Bereits Ende der 1960er-Jahre trat er als Sänger und Komponist in der DDR in Erscheinung. Eine zeitgenössisch dokumentierte Diskografie führt sein Debüt beim DDR-Plattenlabel Amiga auf das Jahr 1969 zurück. In den folgenden Jahren entstanden mehrere Rundfunkaufnahmen und Schallplattenveröffentlichungen.

Zu seinen frühen Arbeiten gehörten unter anderem „Drei Wochen Urlaub“, „Schlaf, mein Kind“ sowie „Barbara“. Letzteres erschien 1971 bei Amiga und wird auch in der aktuellen dpa-Meldung als einer seiner bekannten Schlager genannt. Dokumentiert ist außerdem die Zusammenarbeit mit Aurora Lacasa bei „Ich denk‘ an den Winter“. Thilo schrieb bei mehreren Titeln selbst Musik oder Text und arbeitete unter anderem mit dem Liedtexter Kurt Demmler zusammen.

Mitte der 1970er-Jahre blieb Amft nach einem Gastspiel in West-Berlin im Westen. Dort setzte er seine Laufbahn unter dem Künstlernamen Michael Thilo fort. Er veröffentlichte weitere Musik und trat auch im Fernsehen auf.

Benjamin Blümchen machte seine Stimme einem Millionenpublikum bekannt

Seine größte Bekanntheit erreichte Michael Thilo nicht mit einem klassischen Schlager, sondern mit einer Hörspielproduktion. Als „Benjamin Blümchen“ 1977 startete, sang Thilo die damalige Titelmusik. Die Hörspielserie um den sprechenden Elefanten entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer der bekanntesten deutschen Kinderhörspielmarken. Thilos Version gehörte für die ersten Jahre fest zum Klangbild der Reihe.

Dabei beschränkte sich sein belegter Beitrag auf Musik und Gesang. Als Musiker wird Thilo dagegen ausdrücklich neben dem späteren Komponisten Heiko Rüsse geführt. Nach dem Austausch der Titelmusik blieb seine frühe Aufnahme vor allem mit den Originalfassungen der ersten Folgen verbunden.

Für Thilos Familie spielte diese Arbeit offenbar eine kleinere Rolle als für viele Hörer. Sein Sohn sagte dem „Münchner Merkur“, „Benjamin Blümchen“ sei innerhalb der Familie eher eine Randerscheinung gewesen. Zugleich berichtete er, dass ihm bis heute immer wieder bislang unbekannte Aufnahmen seines Vaters begegneten und sich darin dessen musikalische Vielseitigkeit zeige.

Auch nach dem großen Hörspielerfolg blieb Thilo Musiker

Michael Thilo blieb auch nach den frühen „Benjamin Blümchen“-Jahren musikalisch aktiv. Nach Angaben seines Sohnes trat er noch bis 2009 regelmäßig auf, unter anderem in der Zitadelle in Berlin. Danach zog er sich zunehmend aus dem Musikbetrieb zurück. Zuletzt lebte er in Guttenberg in Oberfranken.

Seine Laufbahn verband damit unterschiedliche Kapitel deutscher Musikgeschichte: frühe Produktionen für Amiga in der DDR, die Fortsetzung seiner Karriere in West-Berlin und schließlich eine Hörspielmelodie, die über viele Jahre hinweg auf Kinderkassetten und Schallplatten zu hören war. Dass Michael Thilo heute vor allem mit „Benjamin Blümchen“ verbunden wird, verdeckt dabei einen größeren Katalog als Sänger, Komponist und Liedermacher. Schon seine Veröffentlichungen aus den frühen 1970er-Jahren zeigen, dass seine Karriere lange vor der Hörspielserie begonnen hatte.

Eine Todesursache wurde von der Familie nicht bekanntgegeben. Auch die dpa nannte dazu keine weiteren Angaben.

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