Autohaus König ringt vier Wochen nach Insolvenzantrag um die Zukunft

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Vier Wochen nach dem Insolvenzantrag läuft bei der Autohausgruppe König die Suche nach einer tragfähigen Zukunft weiter. Der Geschäftsbetrieb soll an den Standorten fortgesetzt werden, zugleich warten einzelne Kunden, die bereits Geld für Fahrzeuge gezahlt haben, noch auf Lösungen. Neue Aufmerksamkeit erhält die Insolvenz von Autohaus König zudem durch einen Bericht über interne Auseinandersetzungen um die Führung des Unternehmens.

Das Verfahren befindet sich weiterhin in einem vorläufigen Stadium. Für die Autohaus Gotthard König GmbH in Berlin und die hundertprozentige Tochtergesellschaft Autohaus König GmbH in Teltow hatte das Amtsgericht Charlottenburg Anfang September vorläufige Insolvenzverfahren angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Rainer Eckert bestellt.

Betrieb bei Autohaus König läuft weiter

Autohaus König gehört mit rund 80 Standorten und etwa 1.200 Beschäftigten zu den größeren Autohandelsgruppen in Ostdeutschland. Vertreten sind unter anderem Renault, Dacia, Opel, Fiat, Jeep, Citroën, Kia und BYD. Niederlassungen gibt es in mehreren ostdeutschen Bundesländern sowie in Berlin.

Das Unternehmen hält bislang an seinem Ziel fest, möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze zu erhalten. Verkauf, Werkstätten, Ersatzteilversorgung und andere Serviceleistungen sollen grundsätzlich weiterlaufen. Auch neue und gebrauchte Fahrzeuge werden weiterhin angeboten.

Als Hintergrund der Zahlungsunfähigkeit nennt das Unternehmen unter anderem die schwierigen Rahmenbedingungen im Autohandel. Dazu zählen der Umbau hin zur Elektromobilität, zusätzlicher Wettbewerb und ein schwaches Neuwagengeschäft. Bereits vor der Insolvenz hatte die Gruppe mit hohen Finanzierungskosten und großen Fahrzeugbeständen zu kämpfen.

Für die Beschäftigten wurden die Löhne im vorläufigen Verfahren über das Insolvenzgeld abgesichert. Wie viele Standorte langfristig erhalten werden können und wie eine mögliche Restrukturierung konkret aussehen wird, ist noch offen.

Bezahlte Fahrzeuge bleiben ein zentrales Problem

Besonders wichtig ist die weitere Entwicklung für Kunden, die bereits Zahlungen geleistet haben, ihr Fahrzeug aber noch nicht erhalten haben. Autohaus König erklärt dazu, gemeinsam mit den jeweiligen Herstellerpartnern nach individuellen Lösungen zu suchen.

Am 1. Oktober aktualisierte das Unternehmen seine Informationen für Kunden. Demnach liefen intensive Gespräche mit wesentlichen Herstellerpartnern. Autohaus König erklärte, im Laufe dieser Woche eine Einigung anzustreben und voraussichtlich in der kommenden Woche konkrete Lösungsvorschläge für betroffene Kunden vorlegen zu können.

Damit ist das Problem einen Monat nach Beginn des vorläufigen Verfahrens noch nicht vollständig gelöst. Eine allgemeine Zusage, dass jeder bereits bezahlte Auftrag unverändert erfüllt werden kann, gibt es bislang nicht. Das Unternehmen will Betroffene nach eigenen Angaben schrittweise über die jeweils vorgesehenen Möglichkeiten informieren.

Bestehende Leasing- und Finanzierungsverträge sollen dagegen nach Angaben von Autohaus König unverändert weiterlaufen.

Bericht beschreibt Konflikt um die Geschäftsführung

Neben der wirtschaftlichen Sanierung gibt es neue Berichte über Spannungen innerhalb des Unternehmens. WELT schilderte am Freitag einen Konflikt um die weitere Rolle der Geschäftsführung. Dem Bericht zufolge gibt es Bestrebungen, Geschäftsführer aus dem Unternehmen zu drängen. Dabei ist auch von möglichen Hausverboten die Rede.

Eine unabhängige Bestätigung für diese Darstellung lag zunächst nicht vor. Auf aktuellen Internetseiten der Unternehmensgruppe werden Dirk Steeger, Roman Kerber und Alexander Michalsky weiterhin als Geschäftsführer genannt. In einzelnen weiteren Auftritten des Unternehmens wird zusätzlich Dagmar König aufgeführt.

Auch die vom Unternehmen veröffentlichten Informationen zum Insolvenzverfahren beschreiben weiterhin eine Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und vorläufigem Insolvenzverwalter. Ob und in welchem Umfang sich die Führungsstruktur tatsächlich kurzfristig verändern wird, war am Freitag nicht offiziell bestätigt.

WELT berichtete zudem von Problemen mit Fahrzeugbriefen bereits bezahlter Autos. Belastbar bestätigt ist, dass es Kunden mit geleisteten Zahlungen und noch ausstehenden Fahrzeuglieferungen gibt und dass dafür Lösungen mit den Herstellern gesucht werden. Zu den konkreten Ursachen einzelner Verzögerungen machte das Unternehmen bislang keine umfassenden Angaben.

Fortführungslösung bleibt das zentrale Ziel

Für die kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob Insolvenzverwaltung, Hersteller, Banken und weitere Gläubiger ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept vereinbaren können. Bereits zu Beginn des Verfahrens waren Renault und Stellantis als wichtige Partner in die Gespräche eingebunden.

Die Größe des Unternehmens macht die Insolvenz auch überregional bedeutsam. Autohaus König ist seit Jahrzehnten insbesondere im Osten Deutschlands präsent und zählt zu den größeren Renault-Vertragshändlern des Landes. Eine Restrukturierung betrifft deshalb nicht nur die Beschäftigten und Kunden, sondern auch Hersteller und Finanzierungspartner.

Noch befindet sich das Unternehmen im vorläufigen Insolvenzverfahren. Damit ist weder über eine dauerhafte Fortführung der gesamten Gruppe noch über mögliche Verkäufe, Standortschließungen oder einen endgültigen Zuschnitt des Unternehmens entschieden.

Der aktuell konkreteste Termin betrifft zunächst die Kunden mit offenen Fahrzeuggeschäften. Für sie hat Autohaus König für die Woche nach dem 2. Oktober nähere Lösungsvorschläge in Aussicht gestellt. Ob diese sämtliche betroffenen Bestellungen erfassen und wie die Lösungen im Einzelnen aussehen, war zunächst offen.

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