
Der FC Bayern München hat beim Verkauf von Maurice Krattenmacher an die SV Elversberg offenbar besondere Vertragsrechte vereinbart. Nach Informationen von BILD beziehungsweise Angaben von BILD-Reporter Christian Falk im Podcast Bayern Insider könnten die Münchner den 21 Jahre alten Offensivspieler für 7,5 Millionen Euro zurückholen. Für andere Interessenten soll dagegen eine Ausstiegsklausel von neun Millionen Euro gelten. Weder der FC Bayern noch die SV Elversberg haben diese Summen bislang öffentlich bestätigt.
Dass sich Bayern grundsätzlich eine Rückkaufmöglichkeit gesichert haben soll, war bereits beim Transfer im Juni bekannt geworden. BILD und Sky berichteten damals von einer entsprechenden Vereinbarung. In den offiziellen Mitteilungen beider Vereine wurde eine solche Klausel dagegen nicht erwähnt. Bestätigt ist, dass Krattenmacher den FC Bayern dauerhaft verlassen hat und seit Sommer bei Bundesliga-Aufsteiger Elversberg unter Vertrag steht.
Die nun bekannt gewordene Summe stammt aus dem BILD-Umfeld. Falk bezeichnete die Vereinbarung als Vorzugs-Rückkaufklausel. Demnach müsste Bayern 7,5 Millionen Euro zahlen, wenn der Klub von seinem besonderen Vertragsrecht Gebrauch machen möchte. Andere Vereine könnten Krattenmacher laut dem Bericht über eine Ausstiegsklausel für neun Millionen Euro verpflichten.
Eine Frist, innerhalb derer Bayern die Klausel ziehen müsste, wurde in den öffentlich zugänglichen Berichten zunächst nicht genannt. Ebenso blieb offen, ob die Rückkaufmöglichkeit nur in bestimmten Transferperioden gilt oder weitere Voraussetzungen enthält. Eine unabhängige Bestätigung dieser Einzelheiten durch die beteiligten Klubs lag zunächst nicht vor.
Für Elversberg wäre bereits die Bayern-Summe ein deutlicher Aufschlag gegenüber dem Einkaufspreis. Nach Angaben von Transfermarkt und weiteren Berichten zahlten die Saarländer im Sommer rund zwei Millionen Euro für Krattenmacher. Die Vereine veröffentlichten zur Ablöse keine eigene Zahl. Der Spieler unterschrieb bei der SVE einen Vertrag bis zum Sommer 2030.
Krattenmacher wurde am 11. August 2005 geboren und ist damit 21 Jahre alt. Er wird vor allem auf den offensiven Außenpositionen eingesetzt, kann aber auch im offensiven Mittelfeld spielen. Elversberg beschreibt ihn als beidfüßigen Offensivspieler, der überwiegend auf den Flügeln eingesetzt wird.
Seine fußballerische Ausbildung begann beim TuS Bad Aibling. 2013 wechselte er erstmals in den Nachwuchs des FC Bayern. Nach mehreren Jahren ging er zur SpVgg Unterhaching, wo er später den Sprung in den Herrenfußball schaffte. Im Sommer 2024 holte Bayern ihn zurück. Anschließend wurde er zunächst für eine Saison an den SSV Ulm verliehen und danach für die Spielzeit 2025/26 an Hertha BSC. Einen Pflichtspieleinsatz für die erste Mannschaft des FC Bayern absolvierte er nicht.
Sein Münchner Vertrag lief nach damaligen Angaben bis 2028. Mit dem festen Verkauf nach Elversberg endete die unmittelbare Vertragsbindung an Bayern vorzeitig.
Bei Hertha BSC kam Krattenmacher in der vergangenen Saison auf 25 Pflichtspiele. In der 2. Bundesliga bestritt er 22 Partien und erzielte ein Tor. Im DFB-Pokal kamen drei Einsätze und ein weiterer Treffer hinzu. Transfermarkt führt für seine Berliner Saison zusätzlich eine Vorlage und insgesamt 818 Einsatzminuten auf.
In Elversberg gelang ihm zu Beginn der Saison 2026/27 ein auffälliger Start. Bis zum 3. Oktober kam er in allen vier Bundesliga-Partien seines Vereins zum Einsatz und erzielte drei Tore. Alle drei Treffer gelangen ihm nach Einwechslungen. Die Bundesliga führt für ihn vier Einsätze, drei Tore und keine Torvorlage.
Damit hat Krattenmacher schon früh einen anderen Stellenwert als während großer Teile seiner Berliner Leihsaison. Bei Elversberg gehört er zwar bislang nicht dauerhaft zur Startelf, hat sich aber als offensive Alternative etabliert. Die Statistik erklärt zugleich, weshalb das im Vertrag angeblich verankerte Rückholrecht des FC Bayern nun größere Aufmerksamkeit erhält.
Der FC Bayern begründete den Verkauf im Juni ausdrücklich mit Krattenmachers sportlicher Entwicklung. Sportdirektor Christoph Freund sagte damals: „Er hat in den vergangenen beiden Jahren in Ulm und bei Hertha BSC die nächsten wichtigen Schritte in seiner Entwicklung gemacht.“
Elversbergs Sportdirektor Christian Weber hob bei der Verpflichtung insbesondere das Profil für die Außenpositionen hervor. Krattenmacher passe mit seiner „Dynamik, seinem Gefühl für Räume und seinem variantenreichen Dribbling“ in das Anforderungsprofil des Vereins.
Bayern gab einem Spieler, der zuvor zwei Jahre lang verliehen worden war und noch keinen Pflichtspieleinsatz für die Münchner Profis hatte, die Möglichkeit zu einem festen Wechsel in die Bundesliga. Die berichtete Rückkaufklausel würde dem Rekordmeister zugleich die Möglichkeit erhalten, auf eine weitere positive Entwicklung zu reagieren.
Elversberg wiederum verpflichtete einen jungen Offensivspieler langfristig bis 2030. Der Klub plante ihn bereits bei seiner Verpflichtung ausdrücklich für die Flügelpositionen ein und gab ihm erstmals die Chance auf regelmäßige Einsätze in der Bundesliga. Die bisher vier Ligaeinsätze und drei Tore zeigen, dass Krattenmacher früh eine Rolle im Kader von Trainer Vincent Wagner übernommen hat.
Ob der FC Bayern tatsächlich von der berichteten Möglichkeit Gebrauch machen wird, ist damit nicht gesagt. Offiziell bestätigt ist weder eine geplante Rückkehr noch eine konkrete Transferentscheidung. Fest steht nur der langfristige Vertrag in Elversberg. Die Beträge von 7,5 Millionen Euro für Bayern und neun Millionen Euro für andere Klubs beruhen auf den Angaben von BILD beziehungsweise Bayern Insider.






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