ZDF zeigt heute neue Terra-X-Doku mit Mirko Drotschmann

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Das ZDF zeigt am heutigen Dienstag, 6. Oktober 2026, eine neue Ausgabe von Terra X History. Die Dokumentation Aufbruchsjahre – Deutschland nach dem Krieg beginnt um 20.15 Uhr und läuft bis 21.45 Uhr. Im Mittelpunkt stehen die ersten Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, von 1945 bis zur Währungsreform 1948. Mirko Drotschmann verbindet dabei große politische und gesellschaftliche Umbrüche mit persönlichen Lebensgeschichten und einer Spurensuche in seiner eigenen Familie. Die Sendung ist eine Erstausstrahlung.

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Das ZDF führt den Film innerhalb von Terra X History als eigenständige Dokumentation. Eine Staffelnummer, offizielle Folgennummer oder laufende Nummer innerhalb der langjährigen Reihe weist der Sender für diese Ausgabe nicht aus. Die Streamingfassung hat eine Länge von 89 Minuten, im linearen Programm ist ein 90-minütiger Sendeplatz vorgesehen.

Aufbruchsjahre erzählt von Deutschland zwischen 1945 und 1948

Die Terra X History Aufbruchsjahre beginnen in einer Phase, in der Deutschland militärisch besiegt, politisch neu geordnet und vielerorts schwer zerstört ist. Die Dokumentation konzentriert sich nicht allein auf den materiellen Wiederaufbau. Sie erzählt ebenso von Flucht und Vertreibung, Holocaust-Überlebenden, Displaced Persons, gesellschaftlichen Veränderungen und dem Umgang mit ehemaligen Nationalsozialisten. Der Zeitraum reicht vom Kriegsende 1945 bis in das Jahr 1948.

Ein Schauplatz ist Wesel am Niederrhein. Dort verfolgt Drotschmann die Geschichte von Wilhelm Groos und dessen Tochter Gerda. Wilhelm Groos übernahm 1945 als Bürgermeister Verantwortung in der nahezu vollständig zerstörten Stadt. Vater und Tochter mussten unter schwierigen Bedingungen Verwaltung und elementare Versorgung wieder aufbauen. Das ZDF verbindet diesen lokalen Blick mit den grundlegenden Problemen der unmittelbaren Nachkriegszeit wie fehlendem Wohnraum, zerstörter Infrastruktur und der Rückkehr der Bevölkerung.

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Mirko Drotschmann verfolgt auch die Geschichte seiner Familie

Die Dokumentation wird für den Presenter zugleich zu einer persönlichen Spurensuche. Drotschmann beschäftigt sich mit der Flucht seiner eigenen Angehörigen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Seine Großmutter war bei Kriegsende noch ein kleines Kind. Die Familie gelangte nach mehreren Stationen schließlich 1947 nach Eschede in Niedersachsen.

Damit greift der Film eines der großen gesellschaftlichen Themen der Nachkriegsjahre auf. Millionen Menschen mussten nach Flucht und Vertreibung eine neue Heimat finden. Drotschmann sagte im Zusammenhang mit der Produktion, das Projekt habe ihm geholfen, in seiner eigenen Familiengeschichte „Klarheit zu bekommen“. Die Dokumentation stellt diese persönliche Ebene neben andere Lebenswege und macht deutlich, wie unterschiedlich der Neubeginn nach 1945 verlief.

Bergen-Belsen, Berlin und die Täterseite gehören zur Dokumentation

Ein weiterer zentraler Ort ist die Gedenkstätte Bergen-Belsen. Dort trifft Drotschmann Menachem Rosensaft. Dessen Mutter Hadassah Rosensaft überlebte den Holocaust und kümmerte sich um jüdische Waisenkinder. Menachem Rosensaft wurde 1948 im Displaced-Persons-Camp Bergen-Belsen geboren. Der Film beschäftigt sich damit auch mit den Menschen, die nationalsozialistische Verfolgung und Konzentrationslager überlebt hatten und nach der Befreiung zunächst weiter in Lagern in Deutschland leben mussten.

Daneben behandelt die Dokumentation den früheren österreichischen Gauleiter Sigfried Uiberreither und die Frage, wie sich ehemalige hochrangige Nationalsozialisten nach Kriegsende einer juristischen Aufarbeitung entziehen konnten. In Berlin steht außerdem Wolfgang Leonhard im Mittelpunkt. Der junge Kommunist gehörte zur sogenannten Gruppe Ulbricht, entfernte sich später jedoch vom stalinistischen System in der sowjetischen Besatzungszone. Sein Sohn Marc Leonhard gehört zu den Interviewpartnern des Films. Auch Beate Uhses Lebensweg in den ersten Nachkriegsjahren wird aufgegriffen.

Diese Interviewpartner und Darsteller sind dabei

Neben Mirko Drotschmann kommen Fachleute und Angehörige der dargestellten Personen zu Wort. Das ZDF nennt den Historiker Stefan Karner, die Wesel-Expertin Heike Kemper, Marc Leonhard, die Leiterin des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte Andrea Löw, den Autor Dietmar Pieper, die Beate-Uhse-Biografin Katrin Rönicke und Menachem Rosensaft. Eine eigene Kategorie klassischer Zeitzeugen weist das ZDF für den Film nicht aus. Vielmehr verbindet die Produktion Interviews mit Nachfahren und Fachleuten mit historischen Quellen und Rekonstruktionen.

Für szenische beziehungsweise visuell rekonstruierte Passagen nennt der Sender Stephanie Kämmer als Hadassah Rosensaft, Béla Kampschulte als Wolfgang Leonhard, Arne Löber als Wilhelm Groos, Anna Paula Muth als Gerda Tenbruck, Imke Siebert als Beate Uhse und Daniel Wiemer als Sigfried Uiberreither. Ergänzend verwendet die Produktion KI-unterstützte Visualisierungen im Stil von Graphic Novels.

Regie, Drehbuch und Drehorte von Aufbruchsjahre

Buch und Regie stammen von Elias von Salomon. Für die szenische Regie zeichnet Saskia Weisheit verantwortlich. Die Kameras führten Florian Lengert, Torbjörn Karvang, Jonny Müller-Goldenstedt und Ion Casado. Produziert wurde die Dokumentation von eco.doc in Zusammenarbeit mit dem ZDF. Wissenschaftlich beraten wurde das Projekt von Dietmar Pieper.

Als ausdrücklich genannte Stationen der Dreharbeiten beziehungsweise Spurensuche erscheinen unter anderem Wesel, Bergen-Belsen und Berlin. Darüber hinaus führt die Familiengeschichte Drotschmanns nach Eschede und zu weiteren Orten der Fluchtgeschichte. Das ZDF veröffentlicht keine vollständige Produktionsliste sämtlicher Drehorte.

Aufbruchsjahre bereits vor der TV-Ausstrahlung im ZDF-Streaming

Wer die Dokumentation nicht um 20.15 Uhr sehen möchte, kann sie bereits online abrufen. Das ZDF hat Aufbruchsjahre – Deutschland nach dem Krieg seit Montag, 5. Oktober 2026, um 5 Uhr im Streaming-Portal verfügbar gemacht. Die dort angegebene tatsächliche Videolänge liegt bei 89 Minuten. Die ZDF-Angebotsseite weist außerdem Untertitel und eine Alterskennzeichnung ab sechs Jahren aus.

TV Spielfilm nennt für die derzeitige Online-Verfügbarkeit den 4. Oktober 2031 als Enddatum. In der aktuellen ZDF-Pressemappe selbst wird hingegen lediglich der Streamingstart genannt, nicht das Ende des Bereitstellungszeitraums.

Die unmittelbar zuvor im ZDF ausgestrahlte Einzeldokumentation unter dem Label Terra X History war am 27. September 2026 Inside Zweiter Weltkrieg, ebenfalls mit Mirko Drotschmann. Sie lief allerdings erst um 23.50 Uhr und hatte eine Länge von rund 43 Minuten. Eine belastbar veröffentlichte Zuschauerzahl und ein Marktanteil für diese Ausstrahlung waren zunächst nicht ausgewiesen.

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