
Mit einer dreiteiligen Dokumentation blickt arte am heutigen Dienstag, 6. Oktober 2026, auf zwei Jahrzehnte zurück, die die politische Landschaft der Vereinigten Staaten grundlegend veränderten. „USA 1960-1980: Die konservative Revolution“ beginnt um 20.15 Uhr, die weiteren Teile folgen um 21.05 Uhr und 22.00 Uhr. Der Sender kennzeichnet die französische Produktion von 2026 als Erstausstrahlung. Regie und Autorenschaft liegen bei Cédric Tourbe.
Die Reihe verfolgt, wie sich ein zunächst kleiner konservativer Flügel innerhalb der Republikanischen Partei politisch etablierte und schließlich mit Ronald Reagans Sieg bei der Präsidentschaftswahl 1980 die Macht im Weißen Haus erreichte. Dabei stehen nicht nur Wahlkämpfe im Mittelpunkt. Die Dokumentation verbindet politische Entwicklungen mit gesellschaftlichen Konflikten, Bürgerrechtsbewegung, Vietnamkrieg, wirtschaftlichen Krisen, Debatten über Frauenrechte sowie dem wachsenden Einfluss religiöser und wirtschaftsliberaler Gruppen.
Der erste Teil läuft laut aktuellem arte-Programm um 20.15 Uhr und ist auf arte.tv mit einer Länge von 53 Minuten ausgewiesen. Ausgangspunkt ist das Amerika der frühen 1960er Jahre. Demokraten und Republikaner bewegen sich nach Darstellung der Reihe damals noch weitgehend innerhalb eines politischen Grundkonsenses, der wirtschaftliche Regulierung und staatliche Sozialprogramme akzeptiert.
Diese Ordnung gerät zunehmend unter Druck. Die Ermordung John F. Kennedys 1963, die Auseinandersetzungen um die Aufhebung der Rassentrennung und der Vietnamkrieg verändern das gesellschaftliche Klima. Zugleich gewinnt eine konservative Strömung in der Republikanischen Partei an Einfluss.
Ein entscheidender Moment ist die Präsidentschaftswahl 1964. Senator Barry Goldwater setzt sich überraschend als republikanischer Kandidat durch. Zwar verliert er die Wahl deutlich, seine Kandidatur gibt der konservativen Bewegung jedoch neuen organisatorischen und politischen Auftrieb. Parallel gewinnen Themen wie staatliche Eingriffe, Steuern, individuelle Freiheit und traditionelle gesellschaftliche Vorstellungen für diesen Flügel an Bedeutung.
Der Teil führt bis in das Krisenjahr 1968. Proteste gegen den Vietnamkrieg, gesellschaftliche Auseinandersetzungen sowie die Attentate auf Martin Luther King und Robert Kennedy bilden den historischen Hintergrund für eine zunehmende politische Polarisierung.
Um 21.05 Uhr folgt der zweite Teil. arte gibt dafür eine Länge von 54 Minuten an. Im Mittelpunkt steht zunächst die Präsidentschaftswahl von 1968 und Richard Nixons Strategie, Wähler anzusprechen, die sich von Protesten, gesellschaftlichem Wandel und politischen Unruhen abgestoßen fühlten. Nixon richtet seine Kampagne insbesondere an die von ihm beschworene „stille Mehrheit“.
Die Dokumentation grenzt Nixon zugleich von Ronald Reagan ab. Nixon übernimmt zwar Positionen, die weit rechts im damaligen politischen Spektrum liegen, hält aber zugleich an wesentlichen Elementen staatlicher Sozialpolitik fest. Unter seiner Präsidentschaft entsteht zudem die US-Umweltbehörde EPA, während der Staat weiterhin Programme gegen Armut verfolgt.
Parallel verschärfen sich die gesellschaftlichen Konflikte. Der zweite Teil behandelt unter anderem die tödlichen Schüsse der Nationalgarde auf Studenten der Kent State University im Jahr 1970 und die zunehmende Mobilisierung konservativer religiöser Gruppen. Auch der Widerstand gegen eine verfassungsrechtliche Gleichstellung von Frauen erhält größeren politischen Einfluss.
Die Ölkrise von 1973 und die folgende Rezession verändern die politische Ausgangslage erneut. Nixons Präsidentschaft endet schließlich infolge der Watergate-Affäre. Für Reagan und seine Unterstützer eröffnet sich damit eine neue Möglichkeit, den konservativen Flügel der Republikaner dauerhaft zu stärken.
Der dritte und letzte Teil beginnt um 22.00 Uhr und dauert nach Angaben von arte 54 Minuten. Er setzt nach dem Watergate-Skandal und Nixons Rücktritt ein. Wirtschaftliche Probleme, Inflation und die Folgen des Vietnamkriegs prägen die Mitte der 1970er Jahre. Gerald Ford übernimmt das Präsidentenamt, während Ronald Reagan innerhalb der Republikanischen Partei zunehmend zum wichtigsten Vertreter des konservativen Lagers wird.
Auch wirtschaftspolitische Konflikte spielen eine zentrale Rolle. Die Finanzkrise der Stadt New York steht in der Reihe beispielhaft für die Auseinandersetzung um Staatsausgaben und öffentliche Leistungen. Parallel formieren sich konservative Kampagnen gegen das Equal Rights Amendment, für niedrigere Steuern und für eine weitgehende Begrenzung staatlicher Eingriffe.
Hinzu kommt der wachsende politische Einfluss der evangelikalen Rechten. Auch die Waffenpolitik wird zu einem wichtigen Mobilisierungsthema. In Kalifornien gewinnt eine Steuerprotestbewegung an Kraft. Diese verschiedenen Strömungen verbinden sich zunehmend zu einer politischen Koalition, von der Reagan profitiert.
Der Endpunkt der Reihe ist die Präsidentschaftswahl 1980. Reagan besiegt Amtsinhaber Jimmy Carter und zieht Anfang 1981 ins Weiße Haus ein. Damit erreicht der politische Wandel, den die Dokumentation über zwei Jahrzehnte verfolgt, seinen entscheidenden institutionellen Durchbruch.
Cédric Tourbe führt bei allen drei Teilen Regie und ist zugleich Autor der Reihe. Produziert wurde „USA 1960-1980: Die konservative Revolution“ von La Générale de Production gemeinsam mit ARTE France. Die Produktion stammt aus Frankreich und wird mit dem Produktionsjahr 2026 geführt. ARTE Distribution gibt das Format mit drei Folgen von jeweils ungefähr 52 Minuten an.
Weitere Produktionsangaben nennen Mathieu Blanc für den Schnitt sowie Charlotte de Luppé und Ève Feuilloy für die Archiv- und Dokumentationsarbeit. Als Produzenten werden Alexandre Hallier und Jérémy Pouilloux geführt.
Klassische Besetzung oder Gastdarsteller gibt es bei der historischen Dokumentation nicht. Auch konkrete Drehorte spielen für das Format keine vergleichbare Rolle wie bei einer fiktionalen Produktion. Die Reihe stützt sich wesentlich auf historisches Archivmaterial. Namentlich ausgewiesene Interviewpartner nennt arte in seinen Programminformationen zu den drei Folgen nicht.
Individuelle Episodentitel führt der Sender ebenfalls nicht. Die Folgen werden lediglich als Teil 1 von 3, Teil 2 von 3 und Teil 3 von 3 bezeichnet.
Die drei Folgen stehen bereits vor der linearen Ausstrahlung im Netz. arte hatte angekündigt, die Reihe ab dem 29. September online bereitzustellen. Auf den aktuellen Folgenseiten nennt der Sender den 3. Mai 2027 als Ende der Verfügbarkeit. Damit können alle drei Teile auch unabhängig von den heutigen TV-Terminen angesehen werden.
Für das Fernsehen handelt es sich laut arte um eine Erstausstrahlung. Eine Einschaltquote oder ein Marktanteil einer vorhergehenden Folge dieser Reihe liegt daher für das deutsche lineare Fernsehen noch nicht vor. Der heutige Abend bildet die erste zusammenhängende TV-Ausstrahlung aller drei Teile.
Die ausgewiesenen Laufzeiten unterscheiden sich geringfügig von der pauschalen Produktionsangabe „3 x 53 Min.“ aus der Presseankündigung: Auf arte.tv stehen aktuell 53 Minuten für Teil eins sowie jeweils 54 Minuten für Teil zwei und drei. Die verbindlichen Startzeiten im deutschen arte-Programm sind 20.15 Uhr, 21.05 Uhr und 22.00 Uhr.
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