Trump-Regierung sperrt Microsoft bei Green Cards für Fachkräfte

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump verschärft ihren Kurs gegenüber großen Technologieunternehmen. Microsoft darf vorerst ein wichtiges Verfahren zur dauerhaften Beschäftigung ausländischer Fachkräfte nicht mehr nutzen. Auch Adobe und mehrere internationale IT-Dienstleister sind betroffen. US-Vizepräsident JD Vance begründet die Entscheidung mit mutmaßlichem Missbrauch von Einwanderungsprogrammen. Microsoft bestreitet die Vorwürfe und verweist auf seine Beschäftigungspraxis in den USA.

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US-Regierung wirft Microsoft Missbrauch des Visasystems vor

Die Entscheidung wurde am Donnerstag, 8. Oktober 2026, in Washington bekannt gegeben. Vizepräsident JD Vance erklärte, Microsoft habe in den vergangenen Jahren in erheblichem Umfang ausländische Beschäftigte über das amerikanische Einwanderungssystem angeworben. Zugleich seien zahlreiche Arbeitsplätze in den USA weggefallen.

Vance verwies dabei auf rund 6.000 entlassene amerikanische Beschäftigte im vergangenen Jahr. Gleichzeitig habe Microsoft von etwa 6.300 H-1B-Visa und knapp 3.000 dauerhaften Aufenthaltsgenehmigungen profitiert. Der Vizepräsident stellte zwischen diesen Zahlen einen Zusammenhang her und warf dem Unternehmen vor, amerikanische Arbeitskräfte durch ausländische Beschäftigte zu ersetzen.

Dass die genannten Visa tatsächlich zur direkten Nachbesetzung der gestrichenen Stellen genutzt wurden, ist damit allerdings nicht belegt. Eine unabhängige Bestätigung für einen entsprechenden Austausch von Beschäftigten lag zunächst nicht vor. Microsoft weist die Darstellung der Regierung zurück.

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Microsoft vom PERM-Programm ausgeschlossen

Die Maßnahme betrifft das sogenannte Permanent Labor Certification Program, kurz PERM. Dieses Verfahren ist für viele ausländische Fachkräfte ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung in den Vereinigten Staaten.

Arbeitgeber müssen dabei gegenüber dem amerikanischen Arbeitsministerium nachweisen, dass für eine bestimmte Stelle keine ausreichend qualifizierten und verfügbaren Arbeitskräfte auf dem heimischen Arbeitsmarkt vorhanden sind. Außerdem darf die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte die Löhne und Arbeitsbedingungen vergleichbarer amerikanischer Arbeitnehmer nicht beeinträchtigen.

Erst nach erfolgreicher Zertifizierung können Unternehmen in den betreffenden Einwanderungskategorien weitere Schritte bei der zuständigen US-Einwanderungsbehörde einleiten. Eine PERM-Genehmigung bedeutet deshalb noch nicht, dass automatisch eine Green Card ausgestellt wird.

Die nun verhängte PERM-Sperre für Microsoft verhindert, dass das Unternehmen vorerst neue entsprechende Arbeitszertifizierungen erhält. Auch bereits eingereichte, noch nicht entschiedene Anträge werden nach Angaben des US-Arbeitsministeriums nicht weiterbearbeitet.

Ein vollständiger Ausschluss aus dem H-1B-Visaprogramm ist damit nicht verbunden. Bestehende H-1B-Arbeitserlaubnisse werden durch die angekündigte Maßnahme nicht automatisch ungültig.

Microsoft widerspricht der Darstellung der Regierung

Microsoft veröffentlichte noch am 8. Oktober eine eigene Stellungnahme. Darin betonte der Konzern, dass die große Mehrheit seiner Beschäftigten in den Vereinigten Staaten Amerikaner seien.

Von den rund 6.000 H-1B-Anträgen im vergangenen Geschäftsjahr hätten nach Unternehmensangaben etwa 80 Prozent der Verlängerung oder Änderung des Aufenthaltsstatus bereits beschäftigter Mitarbeiter gedient. Dabei sei es nicht um die Einstellung zusätzlicher Arbeitskräfte gegangen.

Die übrigen Anträge hätten sich auf Personen bezogen, die sich bereits rechtmäßig in den Vereinigten Staaten aufgehalten hätten und zu Microsoft wechseln wollten. Diese Gruppe entspreche lediglich etwa einem Prozent der amerikanischen Belegschaft.

Auch den Vorwurf, ausländische Arbeitnehmer würden gezielt zu niedrigeren Löhnen beschäftigt, weist Microsoft zurück. Das Unternehmen erklärte, Beschäftigte mit H-1B-Status würden für vergleichbare Tätigkeiten ebenso bezahlt wie andere Mitarbeiter. Die Vergütung liege zudem im oberen Bereich der Technologiebranche.

Microsoft kündigte an, der Regierung weitere Informationen zur Verfügung zu stellen. Ob und wann die Suspendierung aufgehoben werden könnte, war zunächst offen.

Auch Adobe und große IT-Dienstleister betroffen

Die US-Regierung beschränkt das PERM-Verfahren nicht allein für Microsoft. Nach Angaben des Arbeitsministeriums sind insgesamt acht Unternehmen von den Maßnahmen betroffen. Dazu gehören neben Microsoft und Adobe auch die internationalen IT-Dienstleister Cognizant, Infosys, Tata Consultancy Services, Wipro, HCL Technologies und Capgemini.

Der amtierende US-Arbeitsminister Keith Sonderling erklärte, dass sein Ministerium vorerst weder neue PERM-Anträge dieser Unternehmen annehmen noch bereits laufende Verfahren weiterbearbeiten werde. Als Hintergrund nannte er mehrere laufende Ermittlungen des Bundes.

Die betroffenen Unternehmen gehören zu den international tätigen Arbeitgebern, die für ihre Geschäfte in den USA auf spezialisierte Fachkräfte zurückgreifen. Besonders im Bereich der Informationstechnologie sind internationale Personalstrukturen verbreitet.

Die konkreten Vorwürfe gegen die einzelnen Unternehmen wurden nicht vollständig offengelegt. Auch eine abschließende behördliche Feststellung möglicher Regelverstöße lag zunächst nicht vor.

Folgen für ausländische Fachkräfte in den USA

Die Entscheidung könnte besonders diejenigen Beschäftigten treffen, die bereits mit einem befristeten Visum in den USA arbeiten und langfristig eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung anstreben.

Das H-1B-Programm ermöglicht amerikanischen Unternehmen, ausländische Spezialisten für bestimmte qualifizierte Tätigkeiten zeitlich befristet zu beschäftigen. In der Technologiebranche wird es beispielsweise für Fachkräfte aus der Softwareentwicklung und anderen technischen Berufen genutzt.

Für Green Cards bei Microsoft und den weiteren betroffenen Arbeitgebern ist die neue Beschränkung vor allem dann relevant, wenn der Antrag auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung eine PERM-Zertifizierung voraussetzt.

Betroffene Arbeitnehmer können ihre bestehende Beschäftigung bei gültigem Aufenthaltsstatus grundsätzlich fortsetzen. Allerdings könnte sich ihr Weg zum dauerhaften Aufenthalt verzögern, wenn das notwendige Zertifizierungsverfahren nicht weiterläuft.

Nicht jede beschäftigungsbezogene Green Card setzt ein PERM-Verfahren voraus. Deshalb bedeutet die Suspendierung auch nicht, dass sämtliche Möglichkeiten zum dauerhaften Aufenthalt für Beschäftigte dieser Unternehmen entfallen.

Unklar blieb zunächst, wie lange die Beschränkungen gelten sollen und wie viele laufende Anträge konkret betroffen sind.

Trump-Regierung verschärft den Kurs bei Arbeitsvisa

Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Neuausrichtung der amerikanischen Einwanderungspolitik. Präsident Donald Trump hat wiederholt strengere Vorgaben für die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte gefordert.

Bereits im September 2026 verlängerte die Regierung Beschränkungen für bestimmte H-1B-Anträge. Zudem ordnete Trump eine verstärkte behördenübergreifende Kontrolle des Programms an. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Überprüfung von Löhnen, Beschäftigungsbedingungen und möglichen Auswirkungen auf amerikanische Arbeitsplätze.

Die amerikanische Technologiebranche ist gleichzeitig auf international verfügbare Fachkräfte angewiesen. Viele Unternehmen beschäftigen Spezialisten aus unterschiedlichen Ländern und betreiben große Entwicklungszentren in den Vereinigten Staaten.

Strengere Einwanderungsvorgaben können daher sowohl die Personalplanung der Unternehmen als auch die langfristigen beruflichen Perspektiven ausländischer Beschäftigter beeinflussen. Wie groß diese Auswirkungen tatsächlich ausfallen, hängt unter anderem von der Dauer der Suspendierungen und den weiteren Entscheidungen der Behörden ab.

Microsoft-Chef erhält am selben Tag Auszeichnung von Trump

Die politische Auseinandersetzung fällt mit einer bemerkenswerten Ehrung zusammen. Ebenfalls am Donnerstag zeichnete Präsident Donald Trump Microsoft-Chef Satya Nadella im Weißen Haus mit der National Medal of Technology and Innovation aus.

Die Auszeichnung würdigt besondere Leistungen für die technologische Entwicklung der Vereinigten Staaten. Neben Nadella wurden weitere führende Persönlichkeiten der amerikanischen Technologiebranche geehrt.

Damit standen am selben Tag zwei unterschiedliche Entwicklungen im Mittelpunkt: Während die Regierung Microsofts Umgang mit ausländischen Fachkräften kritisierte und ein wichtiges Einwanderungsverfahren aussetzte, würdigte Trump zugleich die technologischen Leistungen des Konzernchefs.

Für Microsoft bleibt nun entscheidend, welche Ergebnisse die laufenden Untersuchungen liefern und unter welchen Voraussetzungen das Unternehmen wieder uneingeschränkt am PERM-Programm teilnehmen kann.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu