
Das unbeständige Wetter setzt sich am Wochenende fort. Nach dem Warnlagebericht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom Freitag, 9. Oktober, 16.34 Uhr, zieht ein Frontensystem eines Tiefdruckgebiets über Deutschland hinweg. Das Tief verlagert sich von Island in Richtung Norwegische See und führt weiterhin feuchte Meeresluft nach Norddeutschland.
Bereits am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag können sich zwischen dem Emsland und Schleswig-Holstein einzelne Gewitter bilden. Dabei sind örtlich Böen bis 70 Kilometer pro Stunde möglich, vereinzelt auch stärkere Windspitzen. In der zweiten Nachthälfte soll sich das Wetter zwischenzeitlich beruhigen, bevor sich vor allem im Nordseeumfeld erneut Schauer und einzelne Gewitter entwickeln können.
Am Samstag selbst ziehen die Regengebiete nach DWD-Angaben im Tagesverlauf von Westen nach Osten. Damit müssen sowohl Bremen als auch Hamburg immer wieder mit Niederschlag rechnen. Besonders im Nordwesten Deutschlands sind kurze Gewitter möglich, die örtlich Graupel und kräftige Böen mitbringen könnten. Eine flächendeckende Gewitterlage ist jedoch nicht angekündigt.
Deutlich höhere Regenmengen als in den beiden Großstädten sind stellenweise an der Nordsee zu erwarten. Der DWD hält bei wiederholten Schauern insbesondere auf den Ostfriesischen Inseln sowie in Schleswig-Holstein für möglich. Die Wochenvorhersage vom Freitag, 11 Uhr, nennt regional sogar eine Spanne von 20 bis 40 Litern pro Quadratmeter.
Betroffen sein könnten vor allem Küstenbereiche der Landkreise Aurich, Wittmund, Friesland und Cuxhaven sowie Nordfriesland und Dithmarschen. Auch das Binnenland Schleswig-Holsteins gehört zu den Gebieten, in denen sich kräftige Schauer wiederholt überlagern könnten. Ob diese Regenmengen tatsächlich an einem bestimmten Ort erreicht werden, ist noch offen.
Für mehrere Inseln und exponierte Küstenorte liegt bereits eine amtliche DWD-Warnung vor, die bis in den Samstag reicht. Dabei handelt es sich um eine . Sie gilt von Freitag, 9. Oktober, 9 Uhr, bis Samstag, 10. Oktober, 8 Uhr.
Zu den betroffenen Gebieten gehören unter anderem Borkum, Juist, Baltrum, Wangerooge und Helgoland. Auch exponierte Orte an der schleswig-holsteinischen Küste, beispielsweise Tating in Nordfriesland und Friedrichskoog in Dithmarschen, werden in der Warnmeldung genannt. Der DWD erwartet dort Sturmböen zwischen 65 und 85 Kilometern pro Stunde aus zunächst südwestlicher, später westlicher Richtung.
Die Warninformationen stammen aus den amtlichen DWD-Meldedaten, Stand Freitag, 9. Oktober, 18.10 Uhr.
Für Bremen bestand am Freitag außerdem eine amtliche . Sie gilt vom 9. Oktober, 10 Uhr, bis zum 10. Oktober, 0 Uhr. Genannt werden Windgeschwindigkeiten um 55 Kilometer pro Stunde, in Schauernähe und exponierten Lagen bis etwa 65 Kilometer pro Stunde. Diese Warnung endet somit unmittelbar mit Beginn des Samstags. Eine eigenständige Warnung für den weiteren Samstag war darin nicht ausgewiesen.
Für Hamburg selbst war in den überprüften Warnmeldungen ebenfalls keine gesonderte DWD-Kreiswarnung mit einer Gültigkeit für den Samstag tagsüber ausgewiesen. Die im regionalen Warnlagebericht genannten möglichen Gewitter und Starkregenmengen sind deshalb nicht mit einer bereits erteilten Kreiswarnung gleichzusetzen.
Eine oder eine für die Stadtgebiete Hamburg und Bremen war in den vorliegenden Angaben nicht belegt. Weitere Warnungen können vom DWD kurzfristig herausgegeben werden.
In Hamburg beginnt der Samstag nach der Stationsvorhersage des DWD am Flughafen mit etwa 11 Grad. Tagsüber steigt die Temperatur auf rund 15 Grad. Erwartet werden leichter Regen und Windböen.
Etwas höhere Werte berechnet der Wetterdienst WetterKontor für Hamburg-St. Pauli. Dort werden bis zu 16 Grad erreicht. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei 70 Prozent, die berechnete Niederschlagsmenge bei rund 5,5 Litern pro Quadratmeter. Die stärksten Böen könnten nach dieser örtlichen Prognose etwa 54 Kilometer pro Stunde erreichen. Besonders am Nachmittag werden Schauer und auffrischender Südwestwind erwartet. Zum Abend soll der Wind etwas nachlassen.
In Bremen liegen die Frühwerte nach der DWD-Stationsvorhersage bei etwa 10 Grad, später werden ebenfalls 15 Grad erreicht. Auch hier sind Schauer und Windböen vorgesehen.
WetterKontor erwartet für Bremen eine Regenwahrscheinlichkeit von 70 Prozent und insgesamt rund 3,2 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Die stärksten Böen werden mit ungefähr 59 Kilometern pro Stunde berechnet. Der Wind erreicht voraussichtlich am Nachmittag seine größte Stärke und nimmt am Abend ab. Die Temperatur könnte in der anschließenden Nacht zum Sonntag bis auf etwa 7 Grad sinken.
Bei den Regenmengen handelt es sich um örtliche Vorhersagewerte. Einzelne kräftige Schauer können höhere Mengen bringen als die berechneten Tageswerte für die jeweilige Station.
Auch in weiteren Städten zeigt sich am Samstag ein ähnliches Bild. Der DWD erwartet in Cuxhaven Frühwerte um 11 Grad und maximal 15 Grad. Dazu kommen leichter Regen und Windböen. Auf Helgoland wird es mit etwa 13 Grad am Morgen und 15 Grad am Tag vergleichsweise mild. Dort führt die Stationsvorhersage für den Samstag ausdrücklich Sturmböen auf.
In Kiel steigt die Temperatur von etwa 11 auf 14 Grad. Leichter Regen ist auch dort vorgesehen. In Hannover werden nach einem Morgen um 11 Grad bis zu 15 Grad erreicht. Für die Region weist die DWD-Tabelle kräftigere Regenschauer und Windböen aus.
Weiter westlich sind für Emden etwa 10 bis 14 Grad vorhergesagt. Auf Norderney werden zwischen 12 und 14 Grad erwartet. Beide Orte müssen mit Regen und Windböen rechnen. Für List auf Sylt liegen die Temperaturen zwischen 11 und 14 Grad.
Im Raum Bremerhaven sowie in den Küstenabschnitten der Landkreise Cuxhaven, Friesland, Aurich und Wittmund bleibt insbesondere die Entwicklung der Schauer und des Windes relevant. Für Nordfriesland und Dithmarschen gilt das ebenso. An der Küste kann der Wind nach der deutschlandweiten DWD-Prognose am Samstag erneut stürmische Stärke erreichen, bevor er zum Abend hin nachlässt.
Eine bereits bestätigte Folge der Wetterlage betrifft den Schiffsverkehr nach Helgoland. Nach der veröffentlichten Fahrplanübersicht des Helgoland Tourismus-Service fallen am Samstag, 10. Oktober, sämtliche Fahrten des zwischen Hamburg, Brunsbüttel, Cuxhaven und Helgoland aus.
Auch die Verbindungen der von und nach Cuxhaven sind für Samstag gestrichen. Für dieses Schiff sind außerdem am Sonntag, 11. Oktober, keine Fahrten vorgesehen. Die verkehrt am Samstag und Sonntag ebenfalls nicht zwischen Büsum und Helgoland. Als Grund werden die vorhergesagten Wind- und Wetterbedingungen genannt.
Damit betreffen die Einschränkungen Reisende aus Hamburg ebenso wie Fahrgäste aus Cuxhaven und dem Kreis Dithmarschen. Die Ausfälle einzelner Schiffe bedeuten allerdings nicht zwangsläufig, dass sämtliche Verbindungen zur Insel eingestellt sind. Maßgeblich bleiben die jeweiligen Mitteilungen der Reedereien.
Auch im Straßenverkehr können kräftige Schauer und böiger Wind die Bedingungen zeitweise erschweren. Der DWD weist bei den bestehenden Sturmwarnungen insbesondere auf die Gefahr durch einzelne herabfallende Äste und umherfliegende Gegenstände hin. Als Vorsichtsmaßnahmen nennt er unter anderem das Sichern frei stehender Gegenstände sowie das Befestigen von Zelten und Abdeckungen. Diese Hinweise sind besonders für Veranstaltungen im Freien in den gewarnten Gebieten relevant.
In Hamburg kommt am Wochenende eine größere, allerdings Verkehrseinschränkung hinzu: Die A1 wird zwischen der Anschlussstelle Norderelbe und dem Autobahnkreuz Hamburg-Ost von Freitag, 9. Oktober, 21 Uhr, bis Montag, 12. Oktober, 5 Uhr, vollständig gesperrt. Hintergrund sind geplante Arbeiten beziehungsweise Untersuchungen an der Infrastruktur. Die Sperrung ist deshalb unabhängig von den für Samstag vorhergesagten Schauern zu betrachten.
Für den Bahnverkehr in Hamburg und Bremen lag zunächst keine bestätigte, flächendeckende wetterbedingte Einstellung vor. Anders als bei den Helgoland-Fähren waren damit keine entsprechenden größeren Ausfälle aufgrund der Samstagsprognose belegt.
In der Landwirtschaft könnten die wiederholten Niederschläge insbesondere dort eine Rolle spielen, wo sich mehrere kräftige Schauer überlagern. Für Arbeiten auf Feldern sind vor allem die tatsächlichen Regenmengen und die daraus folgende Bodenfeuchtigkeit entscheidend. Konkrete behördlich angekündigte Einschränkungen für landwirtschaftliche Arbeiten am Samstag lagen zunächst nicht vor.
Die Temperaturen bewegen sich mit Höchstwerten um 14 bis 16 Grad in einem für Oktober üblichen Bereich. Auffälliger als die Temperatur ist die Abfolge aus Schauern, böigem Wind und vereinzelten Gewittern. Ursache ist die vom DWD beschriebene Zufuhr kühler Meeresluft hinter dem Frontensystem.
Am Sonntag, 11. Oktober, bleibt das Wetter voraussichtlich wechselhaft. Der DWD rechnet insbesondere im Norden Deutschlands weiterhin mit Schauern und einzelnen kurzen Gewittern, teilweise erneut mit Graupel. An der Küste könnte es örtlich kräftiger regnen. Die Temperaturen erreichen nach den Stationsvorhersagen etwa 13 Grad in Hamburg und 14 Grad in Bremen.
Für Montag, 12. Oktober, zeichnet sich dagegen eine Wetterberuhigung ab. In Hamburg und Bremen sind nach der DWD-Prognose wieder Höchstwerte um 15 Grad möglich. Die Wochenvorhersage erwartet für Montag und Dienstag voraussichtlich keine markanten Wetterentwicklungen.
Damit dürfte der Samstag zunächst der windigere und schauerreichere Teil des Wochenendes bleiben. Besonders an den Inseln und entlang der Nordsee ist die weitere Entwicklung der amtlichen Warnungen entscheidend.
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