BP profitiert von hohen Raffineriemargen und muss Milliarden abschreiben

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der britische Energiekonzern BP, zu dem auch die deutsche Tankstellenmarke Aral gehört, erwartet für das dritte Quartal 2026 deutlich höhere Erträge aus seinem Raffineriegeschäft. Gleichzeitig kündigt das Unternehmen Abschreibungen von bis zu 4,5 Milliarden US-Dollar an. Auch beim Schuldenabbau kommt BP schneller voran als ursprünglich geplant. Das geht aus einer Mitteilung vom Dienstag, 13. Oktober, hervor.

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Raffineriemargen haben sich innerhalb eines Jahres fast verdreifacht

Besonders deutlich profitiert BP im dritten Quartal von den gestiegenen Raffineriemargen. Der entsprechende Konzernindikator lag zwischen Juli und September bei durchschnittlich 46,70 US-Dollar je Barrel. Im zweiten Quartal waren es noch 29,60 Dollar, im Vorjahreszeitraum lediglich 15,80 Dollar. Für das Produktgeschäft erwartet BP dadurch einen positiven Ergebniseffekt zwischen 1,9 und 2,1 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorquartal.

Hintergrund sind erhebliche Störungen der internationalen Energieversorgung durch den Krieg im Iran. Diese haben insbesondere die Märkte für Ölprodukte verändert und die Raffineriemargen zeitweise stark steigen lassen. Der durchschnittliche Preis für Rohöl der Sorte Brent lag im dritten Quartal allerdings unter dem Wert des Vorquartals. Neben dem Raffineriegeschäft erwartet BP auch ein deutlich besseres Ergebnis im Gashandel, während der Ölhandel ungefähr auf dem Niveau des zweiten Quartals bleiben dürfte.

BP erwartet Milliardenabschreibungen auf frühere Investitionen

Den positiven Entwicklungen stehen erhebliche bilanzielle Belastungen gegenüber. BP rechnet für das dritte Quartal mit Abschreibungen nach Steuern zwischen 3 und 4,5 Milliarden US-Dollar. Sie betreffen überwiegend Transformationsgeschäfte innerhalb des Konzernsegments Gas und kohlenstoffarme Energien. Welche einzelnen Beteiligungen oder Projekte betroffen sind, hat das Unternehmen bislang nicht näher aufgeschlüsselt.

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Bereits Anfang 2026 hatte BP milliardenschwere Wertberichtigungen angekündigt, unter anderem im Zusammenhang mit Solarenergie, Biogas und Offshore-Windkraft. Die erneuten Abschreibungen machen deutlich, dass die frühere Ausrichtung des Konzerns auf neue Energietechnologien weiterhin Auswirkungen auf seine Bilanz hat. BP berücksichtigt diese Belastungen nicht in seinem bereinigten operativen Ergebnis.

Nettoverschuldung sinkt deutlich schneller als geplant

Parallel dazu hat BP seine finanzielle Verschuldung erheblich reduziert. Zum Ende des dritten Quartals erwartet der Konzern eine Nettoverschuldung zwischen 13,5 und 14,5 Milliarden Dollar. Ende Juni hatte sie noch bei 22,3 Milliarden Dollar gelegen.

Damit erreicht BP das ursprünglich für Ende 2027 formulierte Ziel einer Nettoverschuldung zwischen 14 und 18 Milliarden Dollar deutlich früher. Neben dem operativen Geschäft und hohen Energiepreisen haben unter anderem Beteiligungsverkäufe und der Verzicht auf weitere Aktienrückkäufe zum verbesserten finanziellen Spielraum beigetragen. Einschließlich weiterer Verpflichtungen erwartet BP gegenüber dem zweiten Quartal einen Rückgang der gesamten finanziellen Belastungen um rund 9 bis 10 Milliarden Dollar.

Strategiewechsel setzt Öl und Gas wieder stärker in den Mittelpunkt

Der Konzern hatte seine Geschäftsstrategie bereits im Februar 2025 grundlegend verändert. Statt den Ausbau erneuerbarer Energien in bisher geplantem Umfang voranzutreiben, kündigte BP höhere Investitionen in die Öl- und Gasförderung an. Dafür waren jährlich rund zehn Milliarden Dollar vorgesehen, während die geplanten Investitionen in Energiewendegeschäfte deutlich reduziert wurden.

Unter der seit April 2026 amtierenden Vorstandsvorsitzenden Meg O’Neill wird die Neuaufstellung fortgesetzt. Dazu gehören der Abbau von Schulden, die Konzentration auf ausgewählte Geschäftsfelder und Verkäufe von Beteiligungen. Die Entwicklung verdeutlicht zugleich die wirtschaftliche Bedeutung des traditionellen Öl- und Gasgeschäfts für BP.

Neue BP-Strategie soll im Dezember vorgestellt werden

Die vollständigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal will BP am 30. Oktober 2026 veröffentlichen. Erst dann wird feststehen, wie sich die höheren Raffinerieerträge und die angekündigten Abschreibungen insgesamt im Konzernergebnis niederschlagen.

Für den 15. Dezember hat BP außerdem eine Strategiepräsentation in New York angekündigt. Dabei soll die weitere Ausrichtung des Unternehmens erläutert werden. Die bislang veröffentlichten Zahlen zeigen einen Konzern, der seine Verschuldung schneller reduziert, gleichzeitig aber erhebliche Wertberichtigungen auf frühere Investitionen vornehmen muss.

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