
Der US-Gesundheitskonzern UnitedHealth Group hat im dritten Quartal 2026 seinen Gewinn deutlich gesteigert und die Jahresprognose angehoben. Obwohl der Umsatz leicht zurückging und die Zahl der Versicherten sank, verbesserte das Unternehmen seine Profitabilität. Die am Dienstag, 13. Oktober, veröffentlichten Zahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten. Nach einer zunächst wechselhaften Reaktion an der Wall Street legte die UnitedHealth-Aktie am Mittwoch, 14. Oktober, deutlich zu.
Die UnitedHealth Group erzielte im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 112,7 Milliarden US-Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum lag dieser bei 113,2 Milliarden Dollar. Damit gingen die Einnahmen leicht zurück. Gleichzeitig stieg das operative Ergebnis von 4,3 Milliarden auf 6,6 Milliarden Dollar.
Auch beim Gewinn je Aktie zeigte sich eine deutliche Verbesserung. Nach den US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften lag dieser bei 4,56 Dollar. Der um bestimmte Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 4,69 Dollar. Analysten hatten nach Daten des Finanzdienstleisters LSEG im Durchschnitt mit 4,14 Dollar gerechnet.
Die Nettogewinnmarge verbesserte sich von 2,1 Prozent im Vorjahresquartal auf 3,6 Prozent. Der operative Cashflow lag bei 5,1 Milliarden Dollar. Damit konnte UnitedHealth trotz rückläufiger Einnahmen einen größeren Teil seines Geschäftsvolumens in Gewinn umwandeln.
Angesichts der Geschäftsentwicklung hat UnitedHealth seine Erwartungen für das Gesamtjahr 2026 erhöht. Der Konzern rechnet nun mit einem bereinigten Gewinn von mindestens 20,50 Dollar je Aktie. Zuvor hatte die Prognose in einer Spanne von 19,50 bis 20,00 Dollar gelegen.
Beim Gewinn nach den regulären US-Bilanzierungsstandards erwartet UnitedHealth mindestens 19,50 Dollar je Aktie. Die neue Prognose berücksichtigt die Geschäftsentwicklung bis zum Ende des dritten Quartals.
Damit setzt das Unternehmen seine schrittweise Anhebung der Gewinnerwartungen in diesem Jahr fort. Für den weiteren Geschäftsverlauf kommt es insbesondere darauf an, wie sich die Ausgaben für medizinische Leistungen entwickeln und ob die höheren Gewinnmargen gehalten werden können.
Die Jahresprognose ist eine Schätzung des Unternehmens. Tatsächliche Ergebnisse können insbesondere durch veränderte Behandlungskosten, die Entwicklung der Versichertenzahlen und staatliche Vorgaben beeinflusst werden.
Ein wesentlicher Faktor für das bessere Ergebnis ist die Entwicklung der medizinischen Ausgaben. Die sogenannte Medical Care Ratio lag im dritten Quartal bei 88,4 Prozent. Im Vorjahresquartal waren es 89,9 Prozent.
Diese Kennzahl beschreibt, welcher Anteil der entsprechenden Prämieneinnahmen für medizinische Leistungen aufgewendet wird. Je höher die Quote liegt, desto weniger Einnahmen bleiben dem Versicherungsunternehmen zur Deckung anderer Kosten und zur Gewinnerzielung.
UnitedHealth führt die Verbesserung unter anderem auf eine strengere Kostensteuerung, veränderte Versicherungstarife und eine angepasste Preisgestaltung zurück. Zusätzlich wirkte sich eine günstige Entwicklung medizinischer Rückstellungen im Umfang von 610 Millionen Dollar auf das Quartalsergebnis aus.
Auch die operative Kostenquote verbesserte sich. Sie ging von 13,5 auf 12,8 Prozent zurück. Gleichzeitig investiert das Unternehmen weiter in Technologie, Verwaltungsprozesse und die Organisation medizinischer Dienstleistungen.
Die verbesserte Gewinnentwicklung geht allerdings mit einem Rückgang der Kundenzahlen einher. Die Versicherungssparte UnitedHealthcare versorgte im dritten Quartal rund 48,3 Millionen Menschen.
Besonders deutlich zeigt sich die Veränderung im Geschäft mit Medicare Advantage. Dabei handelt es sich um private Krankenversicherungsangebote für Menschen, die Anspruch auf das staatliche Medicare-Programm haben. Seit Ende 2025 ist die Zahl der über diese Programme versorgten Menschen nach Unternehmensangaben um 935.000 gesunken.
Auch im Geschäft mit arbeitgeberfinanzierten Versicherungen und im staatlich unterstützten Medicaid-Bereich wurden Rückgänge verzeichnet. Im dritten Quartal sank die Zahl der über Arbeitgeberprogramme versorgten Menschen um 165.000. Bei Medicaid lag der Rückgang bei 85.000.
Die Versicherungssparte erzielte dennoch ein operatives Ergebnis von 2,8 Milliarden Dollar, nachdem im Vorjahresquartal 1,8 Milliarden Dollar erreicht worden waren. Ihr Umsatz lag bei 86,3 Milliarden Dollar.
Neben dem Versicherungsgeschäft spielt die Dienstleistungssparte Optum eine wichtige Rolle für den Konzern. Sie umfasst medizinische Versorgung, digitale Gesundheitslösungen und Dienstleistungen rund um Arzneimittel.
Optum erwirtschaftete im dritten Quartal einen Umsatz von 66,9 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor lag dieser bei 69,2 Milliarden Dollar. Trotz des Umsatzrückgangs stieg das operative Ergebnis von 2,5 Milliarden auf 3,7 Milliarden Dollar.
Insbesondere Optum Health konnte seine Ertragslage verbessern. Der operative Gewinn dieses Geschäftsbereichs lag bei 735 Millionen Dollar gegenüber 41 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig gingen die Einnahmen von Optum Health um zehn Prozent zurück.
Damit zeigt sich auch in diesem Geschäftsbereich eine Entwicklung, die für den gesamten Konzern prägend ist: UnitedHealth erzielt höhere Gewinne, obwohl einzelne Geschäftsbereiche geringere Umsätze erwirtschaften.
An der Wall Street reagierten Anleger zunächst uneinheitlich auf die Quartalszahlen. Am Dienstag, 13. Oktober, stieg die Aktie im frühen Handel zeitweise deutlich. Bis zum regulären Handelsschluss gab sie ihre Gewinne jedoch wieder ab.
Nach Kursdaten von Stock Analysis lag der Schlusskurs am Dienstag bei 377,76 US-Dollar. Das entsprach einem Rückgang von 0,20 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag.
Am Mittwoch, 14. Oktober, entwickelte sich die Aktie dagegen positiv. Nach Kursdaten von Stock Analysis lag das Papier um 15.42 Uhr New Yorker Zeit, entsprechend 21.42 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit, bei 393,46 Dollar. Gegenüber dem Vortag entsprach dies einem Anstieg um 4,16 Prozent.
Die Kursgewinne fielen in eine Handelssitzung, in der zahlreiche andere US-Aktien unter Druck standen. Höher als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten belasteten insbesondere Technologieunternehmen. Werte aus dem Gesundheitssektor entwickelten sich dagegen vergleichsweise stark.
UnitedHealth gehört zu den größten Gesundheitsunternehmen der Vereinigten Staaten. Der Konzern verbindet das Geschäft mit Krankenversicherungen mit medizinischen Dienstleistungen, Arzneimittelversorgung und Gesundheitsinformationstechnologie.
Das Geschäftsmodell unterscheidet sich erheblich vom deutschen Gesundheitssystem. Während in Deutschland die gesetzliche Krankenversicherung eine zentrale Rolle übernimmt, werden in den Vereinigten Staaten viele Menschen über private Anbieter versichert. Daneben bestehen staatlich finanzierte Programme wie Medicare und Medicaid.
Für UnitedHealth sind deshalb nicht nur die allgemeinen Gesundheitsausgaben entscheidend. Auch staatliche Vergütungsregeln, die Zusammensetzung des Versichertenbestands und die Kosten medizinischer Behandlungen beeinflussen das Ergebnis.
Die aktuellen Quartalszahlen zeigen, dass der Konzern seine Gewinnmargen verbessern konnte. Gleichzeitig verdeutlichen die rückläufigen Versichertenzahlen und Umsätze, dass die höhere Profitabilität nicht auf einem Wachstum sämtlicher Geschäftsbereiche beruht.
Mit der angehobenen Gewinnprognose für 2026 setzt UnitedHealth auf eine Fortsetzung der verbesserten Ertragsentwicklung. Entscheidend für die kommenden Quartale werden die tatsächlichen Behandlungskosten, die Entwicklung des Versicherungsgeschäfts und die Ergebnisse der umfangreichen Gesundheitsdienstleistungen sein.
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