
Die Spritpreise in Deutschland liegen weiterhin auf einem hohen Niveau, haben sich von ihren Rekordwerten aus dem September aber entfernt. Am Freitagmorgen, 23. Oktober 2026, kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 2,067 Euro. Für Diesel wurden 2,231 Euro fällig, Super E5 lag bei 2,123 Euro. Die Angaben stammen vom Preisvergleichsportal benzinpreis.de, das Meldungen der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe auswertet. Der Datenstand ist 9.05 Uhr. Dabei handelt es sich um eine Momentaufnahme und nicht um einen Tagesdurchschnitt.
Der September 2026 war nach Angaben des ADAC der bislang teuerste Tankmonat in Deutschland. Super E10 kostete damals durchschnittlich 2,266 Euro je Liter, Diesel erreichte im Monatsmittel 2,386 Euro. Die höchsten Tagesdurchschnittspreise wurden Mitte September gemessen. Am 16. September lag Super E10 bei 2,314 Euro, Diesel erreichte am darauffolgenden Tag 2,471 Euro.
Inzwischen hat sich die Situation insbesondere bei Benzin etwas entspannt. Die jüngste Wochenanalyse des ADAC vom 21. Oktober weist für Super E10 einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,110 Euro aus. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem Rückgang um 4,1 Cent. Diesel verteuerte sich dagegen um 0,8 Cent auf durchschnittlich 2,255 Euro je Liter.
Damit entwickeln sich die beiden Kraftstoffsorten derzeit unterschiedlich. Während Benzin zuletzt günstiger wurde, bleibt der Dieselpreis stärker unter Druck.
Seit dem 1. Oktober gilt in Deutschland erneut eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Die Bundesregierung reduzierte die Steuer um rund 14 Cent je Liter. Unter Berücksichtigung der Umsatzsteuer entspricht das einer möglichen Entlastung von rund 17 Cent. Die Regelung ist bis zum Jahresende 2026 vorgesehen.
Eine Untersuchung des ifo Instituts vom 22. Oktober zeigt allerdings Unterschiede zwischen den Kraftstoffsorten. In den zuletzt untersuchten sieben Tagen wurde die Steuerentlastung bei Super E5 nach Berechnungen der Wissenschaftler nahezu vollständig weitergegeben. Bei Super E10 kamen rund 16 Cent an, bei Diesel dagegen nur etwa 14 Cent.
Über den gesamten bisherigen Zeitraum seit Einführung des Tankrabatts fällt die Bilanz etwas anders aus. Kumuliert ermittelte das ifo Institut eine Entlastung von rund 16 Cent bei Super E5 sowie jeweils etwa 14 Cent bei E10 und Diesel.
Für seine Untersuchung vergleicht das Institut die Kraftstoffpreise in Deutschland mit der Entwicklung in Frankreich. Dort wurde kein vergleichbarer Tankrabatt eingeführt. Grundlage sind unter anderem Daten der deutschen Markttransparenzstelle und des französischen Wirtschaftsministeriums.
Zusätzlichen Einfluss auf die Kraftstoffpreise hat die Entwicklung am internationalen Ölmarkt. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich zuletzt erneut. Am Dienstag, 20. Oktober, lag der Preis zum Handelsschluss nach ADAC-Angaben bei rund 109 US-Dollar je Barrel und damit ungefähr drei Dollar höher als eine Woche zuvor.
Am Freitagvormittag setzte sich das hohe Preisniveau fort. Das Energiepreisportal oelpreise.de wies am 23. Oktober um 10.20 Uhr einen Brent-Preis von 113,93 US-Dollar je Barrel aus.
Zu den wesentlichen Belastungsfaktoren des Ölmarkts gehört der Konflikt im Nahen Osten. Bereits im September hatte die Bundesregierung auf die Folgen des Iran-Konflikts und der Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus hingewiesen. Die Region ist für die weltweite Versorgung mit Erdöl von erheblicher Bedeutung.
Bei Diesel kommt ein weiterer Faktor hinzu. Nach Einschätzung des ADAC steigt mit Beginn der kälteren Jahreszeit die Nachfrage nach Heizöl. Da Heizöl und Diesel aus ähnlichen Raffinerieprodukten hergestellt werden, kann sich diese Entwicklung auch auf die Dieselpreise auswirken.
Der Rohölpreis allein bestimmt nicht, wie teuer Benzin und Diesel an deutschen Tankstellen sind. Hinzu kommen unter anderem Raffineriekosten, Großhandelspreise, Vertriebskosten, Steuern und der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar.
Der ADAC hatte bereits Anfang Oktober darauf hingewiesen, dass die außergewöhnlich hohen Kraftstoffpreise im September nicht vollständig durch die damalige Entwicklung der Rohölnotierungen erklärbar gewesen seien. Insbesondere bei der Preisbildung im Raffinerie- und Großhandel sieht der Automobilclub weiteren Erklärungsbedarf.
Für Autofahrer spielen neben dem bundesweiten Preisniveau auch die Unterschiede zwischen den Tankstellen eine Rolle. Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt erfasst Preisänderungen von rund 15.000 Tankstellen. Zugelassene Informationsdienste können diese Daten für aktuelle Preisvergleiche verwenden.
Seit April 2026 dürfen Tankstellen die Preise für Benzin und Diesel grundsätzlich nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Preissenkungen bleiben jederzeit erlaubt. Nach Beobachtungen des ADAC ist Tanken deshalb häufig kurz vor Mittag besonders günstig.
Die Bundesregierung plant darüber hinaus einen vorübergehenden Spritpreisdeckel ab Anfang 2027. Dazu sollen Gespräche mit der Mineralölwirtschaft geführt werden. Eine solche Preisobergrenze ist bislang noch nicht in Kraft.
Für Verbraucher bleibt die Lage damit zweigeteilt: Benzin hat sich von seinen historischen Höchstständen entfernt, Diesel ist weiterhin deutlich teurer. Gleichzeitig sorgen die steigenden Ölnotierungen für anhaltenden Kostendruck auf dem Kraftstoffmarkt.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu