
Die SG Dynamo Dresden hat ihren Vertrag mit dem Sportartikelhersteller Jako vorzeitig um drei Jahre verlängert. Wie der Zweitligist am Freitag, 23. Oktober 2026, mitteilte, läuft die Zusammenarbeit nun bis zum 30. Juni 2031. Ursprünglich war die Partnerschaft bis zum Sommer 2028 vereinbart. Mit der Entscheidung erreicht die Kooperation eine historische Besonderheit: Nach Angaben des Vereins ist Jako der erste Ausrüster seit der deutschen Wiedervereinigung, der seinen Vertrag mit Dynamo Dresden verlängert. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Verein aus.
Die neue Vereinbarung schafft bereits rund anderthalb Jahre vor dem ursprünglich vorgesehenen Vertragsende Klarheit über die weitere Zusammenarbeit. Seit der Saison 2024/25 stattet Jako die Dresdner Mannschaften mit Sportbekleidung aus. Der damalige Vertrag wurde über vier Jahre geschlossen und sollte am 30. Juni 2028 enden. Durch die Verlängerung besteht die aktuelle Partnerschaft nun mindestens bis zum Sommer 2031.
Für beide Seiten ist es nicht die erste gemeinsame Zusammenarbeit. Bereits zwischen 2008 und 2011 war das Unternehmen Ausrüster des ostdeutschen Traditionsvereins. In diese Zeit fielen wichtige sportliche Ereignisse, darunter der Aufstieg in die 2. Bundesliga im Jahr 2011. Damals setzte sich Dynamo in der Relegation gegen den VfL Osnabrück durch.
Nach dieser ersten Partnerschaft arbeiteten die Dresdner mit anderen Sportartikelherstellern zusammen. Zuletzt war von 2021 bis 2024 die britische Marke Umbro verantwortlich. Deren ursprünglich bis 2026 laufender Vertrag wurde im Juni 2024 vorzeitig und einvernehmlich beendet. Anschließend kehrte Jako nach Dresden zurück.
Die Besonderheit der aktuellen Vereinbarung liegt nicht allein in der Laufzeit. Nach Darstellung von Dynamo Dresden ist es seit 1990 keinem anderen Ausrüster gelungen, seinen bestehenden Vertrag mit dem Verein zu verlängern. Damit unterscheidet sich die aktuelle Entscheidung von früheren Ausrüsterwechseln und der erneuten Verpflichtung Jakos im Jahr 2024.
Für Geschäftsführer Stephan Zimmermann ist die Zusammenarbeit inzwischen deutlich umfangreicher als eine klassische Ausstattungspartnerschaft. Er erklärte in der Vereinsmitteilung: „JAKO ist inzwischen weit mehr als nur unser Ausrüster.“ Dabei verwies Zimmermann insbesondere auf die gemeinsame Entwicklung neuer Produkte, die Zusammenarbeit im Alltag und die wirtschaftlichen Erfolge bei den Trikotverkäufen.
Auch der Sportartikelhersteller bewertet die Kooperation positiv. Tobias Röschl, Vorstand für Marketing und Vertrieb bei Jako, betonte die Bedeutung des Vereins für das Unternehmen. Die Entscheidung zur langfristigen Fortsetzung sei mit dem Wunsch verbunden, die gemeinsamen Aktivitäten auszubauen.
Die Vereinbarung beschränkt sich nicht auf die Produktion von Spieltrikots. Jako stattet neben der Profimannschaft auch weitere Mannschaften sowie die Beschäftigten der Sportgemeinschaft aus. Bereits die ursprüngliche Partnerschaft umfasste unter anderem die Nachwuchsteams, die Frauenmannschaft, die Traditionself und das eFußball-Team.
Hinzu kommen Werbe-, Aktivierungs- und Vermarktungsrechte. Beide Partner arbeiten außerdem bei Fanartikeln, Produktentwicklungen und gemeinsamen Aktionen zusammen. Jako gehört damit weiterhin zu den strategischen Partnern des Vereins. Diese Kategorie geht über die bloße Präsenz eines Unternehmens auf Werbeflächen hinaus und umfasst zusätzliche gemeinsame Projekte.
Begleitet wurde die Vertragsverlängerung von der Sportvermarktungsagentur SPORTFIVE. Deren Abteilungsleiter Maik Hägner sieht in der längerfristigen Bindung zusätzliche Planungssicherheit für Dynamo und eine Stärkung der Sponsorenstruktur. Auch Felix Lorenz, Geschäftsführer der Dynamo Dresden Merchandising GmbH, hob die Bedeutung gemeinsamer Produktentwicklungen und Marketingaktionen hervor.
Wie wichtig das Geschäft mit Fanartikeln für Dynamo Dresden geworden ist, zeigen die veröffentlichten Zahlen aus der Saison 2024/25. Nach Vereinsangaben wurden in diesem Zeitraum rund 19.000 Trikots verkauft. Gegenüber der Vorsaison entsprach das einem Anstieg um 15 Prozent. Der Verein bezeichnete diese Verkaufszahl als damaligen Rekord.
Für die Merchandising GmbH stellte Dynamo im Juni 2025 einen Saisonumsatz von mehr als acht Millionen Euro in Aussicht. Das entsprach einem erwarteten Wachstum von etwa 1,5 Millionen Euro gegenüber dem vorherigen Geschäftsjahr. Die Erlöse stammten nicht ausschließlich aus Trikots, sondern aus dem gesamten Fanartikelgeschäft mit stationären Verkaufsstellen und weiteren Vertriebswegen.
Anfang Januar 2026 übernahm Dynamo außerdem die verbliebenen 50 Prozent an seiner Merchandisinggesellschaft. Damit befindet sich das Unternehmen wieder vollständig im Besitz des Vereins. Die Verantwortung für die Fanshops, den Onlinehandel und das Geschäft mit gewerblichen Kunden liegt seitdem vollständig bei Dynamo Dresden.
Die Fortsetzung der Partnerschaft mit Jako fällt somit in eine Phase, in der der Verein seine wirtschaftlichen Aktivitäten rund um Fanartikel stärker selbst steuert.
Neben dem Merchandising spielt die Vermarktung eine wesentliche Rolle für den Zweitligisten. Für die Saison 2024/25 bezifferte Dynamo die Einnahmen im Vermarktungsbereich auf rund 11,5 Millionen Euro. Damit erreichte der Verein nach eigenen Angaben einen damaligen Rekordwert.
Zur Sponsorenstruktur gehören verschiedene Ebenen. Hauptsponsor ist ALL-INKL.COM, dessen Zusammenarbeit bereits bis 2028 verlängert wurde. Zu den strategischen Partnern zählten nach Angaben aus dem Jahr 2025 neben Jako auch die Ostsächsische Sparkasse Dresden und Radeberger. Insgesamt sprach der Verein damals von rund 500 Sponsoren und Vertragspartnern.
Gleichzeitig verdeutlichen die veröffentlichten Geschäftszahlen, dass hohe Vermarktungserlöse nicht automatisch einen Jahresüberschuss bedeuten. Für das Geschäftsjahr 2024/25 meldete Dynamo Dresden einen Umsatz von rund 30,8 Millionen Euro sowie einen Jahresfehlbetrag von etwa 620.000 Euro. Als Kostenfaktoren führte der Verein unter anderem Aufstiegsprämien und höhere Strafen für Fanfehlverhalten an. Die vollständigen Geschäftszahlen für die Saison 2025/26 sollen bei der Mitgliederversammlung am 14. November 2026 behandelt werden.
Wie viel Geld Dynamo Dresden durch den verlängerten Ausrüstervertrag erhält, wurde nicht bekannt gegeben. Weder eine jährliche Vergütung noch ein Gesamtvolumen oder konkrete Sachleistungswerte wurden in der Mitteilung vom 23. Oktober genannt.
Damit lässt sich die wirtschaftliche Bedeutung der Vereinbarung zwar anhand ihrer Laufzeit und ihres Umfangs einordnen, nicht aber in eine zusätzliche Einnahmesumme umrechnen. Die Verlängerung um drei Jahre bedeutet insbesondere, dass der Verein seine Zusammenarbeit mit dem Ausrüster über das bisherige Vertragsende hinaus abgesichert hat.
Bis zum 30. Juni 2031 soll Jako nun weiterhin für die Ausstattung und gemeinsame Vermarktungsprojekte zur Verfügung stehen. Für den Zweitligisten ist damit eine langfristige Partnerschaft gesichert, die nach Angaben von Dynamo Dresden zugleich eine Premiere in der jüngeren Vereinsgeschichte darstellt.
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