Eintracht Frankfurt grenzt Suche nach neuem Sportchef ein

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Bei Eintracht Frankfurt wird die Suche nach einem neuen Sportvorstand konkreter. Nach dem Abschied von Markus Krösche hat der Bundesligist seine Auswahl auf drei Kandidaten eingegrenzt. Das bestätigte Vorstandsvorsitzender Axel Hellmann am Samstag, 24. Oktober 2026, vor dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund. Eine Entscheidung über die Nachfolge könnte bereits in den kommenden Wochen fallen. Während zwei mögliche Kandidaten namentlich bekannt geworden sind, hält sich der Verein mit eigenen Angaben zu den Personalien zurück. Der neue Sportvorstand soll zugleich eine wichtige Rolle bei der veränderten Transferstrategie der Frankfurter übernehmen.

Anzeige

Hellmann bestätigt drei Kandidaten für die Krösche-Nachfolge

Die Suche nach einem neuen Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt hat eine entscheidende Phase erreicht. Gegenüber dem Fernsehsender Sky bestätigte Hellmann, dass sich der Kreis möglicher Nachfolger auf drei Personen reduziert habe.

In den nächsten Tagen sollen weitere Gespräche stattfinden. Daran werden nach Hellmanns Angaben insbesondere der Aufsichtsrat, dessen Hauptausschuss und der wiedergewählte Vereinspräsident Mathias Beck beteiligt sein. Beck ist zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats der Eintracht Frankfurt Fußball AG.

Hellmann rechnet mit einer vergleichsweise schnellen Entscheidung. Konkrete Namen wollte der Vorstandsvorsitzende allerdings nicht öffentlich kommentieren. Er verwies darauf, dass es bereits Absagen von Personen gegeben habe, die der Verein nach seiner Darstellung überhaupt nicht angesprochen hatte.

Anzeige

Schon bei einer Pressekonferenz am 22. Oktober hatte Hellmann den zeitlichen Rahmen eingegrenzt. Die Nachfolge Krösches sei eine Angelegenheit von Wochen und nicht von Monaten. Über das Anforderungsprofil bestehe innerhalb der Führung Einigkeit. Die genaue Ausgestaltung der künftigen Aufgaben liege beim Aufsichtsrat und dessen Hauptausschuss.

Christoph Spycher und Joti Chatzialexiou gelten als Kandidaten

Bei den möglichen Nachfolgern stehen zwei Namen besonders im Mittelpunkt. Nach Informationen der Bild vom 24. Oktober gehören Christoph Spycher und Joti Chatzialexiou zur engeren Auswahl.

Spycher arbeitet bei den Young Boys Bern und verfügt über eine langjährige Verbindung zu Eintracht Frankfurt. Der frühere Schweizer Nationalspieler war bereits als Profi für die Hessen aktiv. Später übernahm er Führungsaufgaben beim Schweizer Klub aus Bern. Auch Eintracht-Trainer Adi Hütter kennt er aus der gemeinsamen Zeit bei den Young Boys.

Nach Informationen von Sky Sport und hr-sport gilt Spycher als bevorzugter Kandidat. Ob er tatsächlich nach Frankfurt wechseln möchte, ist jedoch nicht bestätigt. Das Schweizer Medium Blick berichtete zuletzt von einer noch offenen Entscheidung des 48-Jährigen.

Als weiterer Kandidat wird Joti Chatzialexiou genannt. Der gebürtige Frankfurter ist seit Mai 2024 Sportvorstand beim 1. FC Nürnberg. Zuvor arbeitete er rund 20 Jahre für den Deutschen Fußball-Bund und beschäftigte sich dort unter anderem mit Talentförderung, Scouting und der sportlichen Entwicklung der Nationalmannschaften. In seiner früheren Laufbahn trainierte er zudem Jugendmannschaften von Eintracht Frankfurt.

Damit bringt Chatzialexiou Erfahrungen in Bereichen mit, denen die Frankfurter künftig größere Bedeutung beimessen wollen. Eine Einigung oder ein bevorstehender Wechsel wurde allerdings nicht bestätigt.

Weitere Namen kursieren, doch der dritte Kandidat ist offen

Wer als dritte Person zur aktuellen engeren Auswahl gehört, blieb zunächst unklar.

In den vergangenen Tagen waren unterschiedliche Kandidaten genannt worden. Die Bild führte am 20. Oktober neben Spycher und Chatzialexiou auch Benjamin Weber vom FC Augsburg als aussichtsreichen Bewerber auf. Die Frankfurter Rundschau berichtete einen Tag später dagegen, Weber gehöre nicht mehr zum Kandidatenkreis.

Der Kicker brachte außerdem Johannes Spors vom FC Southampton und Marcel Schäfer von RB Leipzig ins Gespräch. Auch Marco Neppe, der beim Paris FC tätig ist, wurde als mögliche Alternative genannt. Dass einer dieser Manager tatsächlich zum inzwischen bestätigten Dreierkreis gehört, ist nicht gesichert.

Ebenfalls gehandelt wurde Andreas Schicker von der TSG Hoffenheim. Der Österreicher widersprach den Spekulationen jedoch öffentlich und erklärte gegenüber RTL, dass an einem möglichen Wechsel nach Frankfurt nichts dran sei. Er verwies auf seinen langfristigen Vertrag und seine Zufriedenheit in Hoffenheim.

Markus Krösche verließ die Eintracht auf eigenen Wunsch

Auslöser der Neubesetzung ist der Abschied von Markus Krösche. Der bisherige Sportvorstand hatte den Aufsichtsratsvorsitzenden Mathias Beck darum gebeten, ihn von seinen Aufgaben freizustellen.

Am 18. Oktober 2026 stimmte der Aufsichtsrat diesem Wunsch in einer außerordentlichen Sitzung einstimmig zu. Der bis zum 30. Juni 2028 laufende Vertrag besteht nach Vereinsangaben in angepasster Form fort.

Krösche erklärte seinen Schritt mit dem Wunsch nach einer beruflichen Veränderung nach mehr als fünf intensiven Jahren. Über die Zukunft und die weitere Zusammenarbeit hatten zuvor mehrere Gespräche mit Beck stattgefunden. Am 19. Oktober verabschiedete sich der bisherige Sportvorstand auf der Mitgliederversammlung persönlich von den Frankfurter Anhängern.

Unter Krösches sportlicher Leitung feierte Eintracht Frankfurt unter anderem den Gewinn der Europa League 2022 und spielte mehrfach in der Champions League. Hinzu kamen bedeutende Spielertransfers, mit denen der Verein seine wirtschaftlichen Möglichkeiten erweiterte.

Mit der Freistellung wurde gleichzeitig die Führung der Fußball AG neu organisiert. Der bisherige Vorstandssprecher Axel Hellmann wurde zum Vorstandsvorsitzenden ernannt und übernahm vorübergehend auch Krösches sportliche Aufgaben.

Neuer Sportvorstand soll Frankfurts Transferstrategie mitgestalten

Die personelle Entscheidung fällt in eine Phase sportlicher und wirtschaftlicher Veränderungen. Eintracht Frankfurt will seine Kaderplanung künftig stärker auf den deutschen Spielermarkt und die eigene Nachwuchsförderung ausrichten.

Vereinspräsident Mathias Beck betonte auf der Mitgliederversammlung, dass die Verpflichtung und Entwicklung internationaler Talente zwar weiterhin eine Rolle spielen werde. Gleichzeitig seien die Preise für junge Spieler deutlich gestiegen, während sich die Möglichkeiten für gewinnbringende Weiterverkäufe verändert hätten.

Hellmann sieht deshalb Anpassungsbedarf beim bisherigen Geschäftsmodell. Die Eintracht müsse ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von hohen Transfererlösen verringern. Künftig sollen Spieler aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum und deutsche Talente stärker berücksichtigt werden.

Dabei will der Klub seine sportlichen Ambitionen nicht grundsätzlich reduzieren. Die regelmäßige Teilnahme an europäischen Wettbewerben bleibt erklärtes Ziel. Auch internationale Transfers sollen weiterhin möglich sein.

Der neue Sportvorstand muss somit sowohl über Erfahrungen bei der Entwicklung junger Spieler als auch über Kenntnisse des internationalen Transfermarktes verfügen.

Schwacher Saisonstart erhöht sportlichen Handlungsbedarf

Neben der langfristigen Kaderplanung steht die sportliche Gegenwart im Mittelpunkt. Nach sieben Spieltagen der Bundesliga-Saison 2026/27 belegt Eintracht Frankfurt mit acht Punkten den 14. Tabellenplatz. Die Mannschaft hat bislang zwei Siege, zwei Unentschieden und drei Niederlagen verbucht.

Am Samstag verlor Frankfurt bei Borussia Dortmund mit 0:1. Den entscheidenden Treffer erzielte Maximilian Beier in der 80. Minute. Zuvor hatte die Eintracht den 1. FC Köln mit 1:0 besiegt, war allerdings auch bei RB Leipzig mit 0:6 unterlegen.

Trainer Adi Hütter sieht trotz der Niederlage in Dortmund Fortschritte. Er verwies nach dem Spiel insbesondere auf eine verbesserte Defensivleistung seiner Mannschaft.

Für die künftige sportliche Führung bedeutet das eine doppelte Aufgabe. Einerseits muss sie die mittelfristige Entwicklung des Kaders begleiten. Andererseits stehen bereits Entscheidungen für das Wintertransferfenster bevor.

Hütter selbst ist nach eigenen Angaben nicht unmittelbar in die Suche nach Krösches Nachfolger eingebunden. Er werde jedoch von Hellmann und Beck über mögliche Kandidaten und den Fortgang der Gespräche informiert.

Entscheidung über neuen Sportchef soll zeitnah fallen

Mit der Ernennung Hellmanns zum kommissarischen Sportvorstand will Eintracht Frankfurt sicherstellen, dass laufende sportliche Entscheidungen auch während der Übergangsphase getroffen werden können.

Die endgültige Besetzung des Sportressorts liegt bei den zuständigen Vereinsgremien. Der Aufsichtsrat und sein Hauptausschuss sollen die künftigen Zuständigkeiten festlegen und die Gespräche mit den verbliebenen Kandidaten führen.

Ein verbindlicher Termin für die Bekanntgabe des neuen Sportvorstands wurde bislang nicht genannt. Auch der mögliche Amtsbeginn ist noch offen.

Fest steht dagegen, dass die Frankfurter Führung die Nachfolge möglichst bald klären möchte. Für den neuen Verantwortlichen wird die Vorbereitung der kommenden Transferphasen zu den wichtigsten Aufgaben gehören. Gleichzeitig soll er die sportliche Entwicklung des Vereins mit einem stärkeren Fokus auf den eigenen Nachwuchs und den deutschen Spielermarkt vorantreiben.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu