
Der US-Technologiekonzern Amazon hat eine wichtige regulatorische Hürde bei der geplanten Übernahme des Satellitenbetreibers Globalstar genommen. Die amerikanische Kommunikationsaufsicht FCC hat dem milliardenschweren Geschäft am Dienstag, 27. Oktober 2026, zugestimmt. Amazon will mit der Übernahme seine Satellitensparte Amazon Leo ausbauen und künftig auch direkte Mobilfunkverbindungen über Satelliten ermöglichen. Damit verschärft sich der Wettbewerb mit dem bereits etablierten Anbieter Starlink von SpaceX.
Die Genehmigung der Federal Communications Commission betrifft die geplante Übernahme des US-Satellitenunternehmens Globalstar durch Amazon. Die beiden Unternehmen hatten ihre Vereinbarung am 14. April 2026 bekannt gegeben.
Der Wert der Transaktion wird auf Grundlage der vereinbarten Gegenleistung auf rund 11,57 Milliarden US-Dollar beziffert. Die Globalstar-Aktionäre können zwischen einer Barzahlung von 90 Dollar je Aktie und einer Gegenleistung von 0,3210 Amazon-Aktien wählen. Für die Barzahlung gelten vertragliche Begrenzungen. Der endgültige Transaktionswert hängt deshalb auch von der Entwicklung des Amazon-Aktienkurses ab.
Die Globalstar-Übernahme soll nach den bisherigen Planungen im Jahr 2027 abgeschlossen werden. Neben der FCC-Genehmigung sind weitere Voraussetzungen zu erfüllen. Dazu gehören erforderliche internationale Genehmigungen und bestimmte technische Meilensteine beim Ausbau des Globalstar-Satellitennetzes.
Mit Globalstar würde Amazon nicht nur zusätzliche Satelliten und Bodenstationen erhalten. Von besonderer Bedeutung sind die Funkfrequenzen und die vorhandene Technik für direkte Verbindungen zwischen Satelliten und mobilen Endgeräten.
Das bisher vor allem auf Breitbandinternet ausgerichtete Satellitenprojekt Amazon Leo soll dadurch um sogenannte Direct-to-Device-Dienste erweitert werden. Dabei können geeignete Smartphones unmittelbar mit Satelliten kommunizieren, ohne eine gesonderte Satellitenantenne zu benötigen.
Amazon hat bei der FCC bereits einen Antrag für ein zusätzliches Satellitensystem mit bis zu 5.105 Satelliten gestellt. Dieses soll Sprachverbindungen, Nachrichten, Datendienste und Notfallkommunikation auch außerhalb der Reichweite herkömmlicher Mobilfunknetze ermöglichen.
Der Aufbau dieses neuen Systems soll nach Unternehmensangaben 2028 beginnen. Die jetzige Übernahmegenehmigung bedeutet allerdings noch keine Betriebserlaubnis für sämtliche beantragten Satelliten.
Eine besondere Rolle spielt die bestehende Zusammenarbeit zwischen Globalstar und Apple. Das Satellitenunternehmen stellt bereits Infrastruktur für satellitengestützte Funktionen kompatibler iPhones und Apple-Watch-Modelle bereit.
Dazu gehören unter anderem Notrufnachrichten, Standortübermittlungen und bestimmte Kommunikationsfunktionen außerhalb gewöhnlicher Mobilfunknetze.
Amazon und Apple vereinbarten im April, diese Dienste weiterzuführen und bei zukünftigen Satellitenfunktionen zusammenzuarbeiten. Damit ist die geplante Übernahme auch für die langfristige technische Unterstützung bestehender Apple-Dienste relevant.
Welche zusätzlichen Funktionen aus der erweiterten Zusammenarbeit entstehen und wann diese verfügbar sein werden, ist noch nicht abschließend festgelegt.
Mit dem Kauf von Globalstar verfolgt Amazon eine umfassendere Satellitenstrategie. Während Amazon Leo ursprünglich auf die Bereitstellung schneller Internetverbindungen über spezielle Empfangsantennen ausgerichtet wurde, sollen künftig auch Mobiltelefone direkt angebunden werden.
Damit tritt Amazon verstärkt in Konkurrenz zu SpaceX, dessen Starlink-System bereits Satelliteninternet anbietet und ebenfalls Mobilfunkdienste ausbaut.
Starlink verfügt über eine erheblich größere Satellitenkonstellation als Amazon Leo und bietet bereits kommerzielle Dienste in zahlreichen Ländern an. SpaceX arbeitet bei direkten Mobilfunkverbindungen unter anderem mit T-Mobile in den USA und weiteren internationalen Netzbetreibern zusammen.
Amazon befand sich mit seinem ersten Satelliteninternet-Netz zuletzt noch im Aufbau. Das Unternehmen meldete im Sommer mehr als 390 Satelliten im Orbit und plante einen zunächst begrenzten Dienststart im weiteren Verlauf des Jahres 2026.
Durch Globalstar erhält Amazon die Möglichkeit, neben dem klassischen Satelliteninternet auch im Markt für satellitengestützte Mobilfunkdienste eine größere Rolle einzunehmen.
Parallel zur geplanten Übernahme arbeitet Globalstar an einer neuen Satellitengeneration. Am 19. Oktober 2026 gab das Unternehmen bekannt, dass die FCC den Betrieb seines C-3-Systems in den Vereinigten Staaten genehmigt habe.
Die geplante Konstellation umfasst 48 Satelliten sowie sechs zusätzliche Reserveeinheiten. Die ersten Starts sind nach Unternehmensangaben für 2027 vorgesehen.
Das System soll insbesondere die direkte Kommunikation mit mobilen Endgeräten unterstützen. Globalstar plant außerdem den Einsatz zahlreicher Bodenstationen, um die Verbindungen zwischen Satelliten und terrestrischer Kommunikationsinfrastruktur herzustellen.
Die Genehmigung dieses Systems und die nun erteilte Zustimmung zum Unternehmensverkauf sind eigenständige regulatorische Entscheidungen.
Für Verbraucher führt die FCC-Entscheidung zunächst nicht unmittelbar zu neuen Mobilfunktarifen oder einer allgemeinen Verfügbarkeit von Amazon Leo.
Der weitere Ausbau hängt unter anderem von Satellitenstarts, dem Aufbau zusätzlicher Infrastruktur und den erforderlichen Betriebsgenehmigungen ab. Auch für die geplanten direkten Smartphone-Verbindungen sind noch nicht sämtliche technischen und regulatorischen Voraussetzungen erfüllt.
Mit der genehmigten Übernahme von Globalstar hat Amazon jedoch eine wesentliche Hürde für seinen Ausbau im Satellitenmarkt genommen. Das Unternehmen will künftig sowohl klassische Internetanschlüsse über Satelliten als auch direkte Verbindungen zu mobilen Endgeräten anbieten.
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