Adyen wächst kräftig: Zahlungsdienstleister gibt bisheriges Margenziel auf

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr Umsatz erzielt und ein erheblich höheres Zahlungsvolumen abgewickelt. Gleichzeitig stellt das Unternehmen seine mittelfristigen Profitabilitätsziele neu auf. Grund dafür sind zusätzliche Investitionen in Personal, Technologie und die Erweiterung des Geschäftsmodells.

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Adyen steigert Nettoumsatz um 23 Prozent

Die Adyen Quartalszahlen 2026 zeigen für die Monate Juli bis September ein kräftiges Wachstum. Der Nettoumsatz lag nach Unternehmensangaben bei 738,1 Millionen Euro. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal entspricht das einem Anstieg um 23 Prozent. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag das Wachstum bei 22 Prozent.

Auch das über die Plattform abgewickelte Zahlungsvolumen nahm deutlich zu. Es lag im dritten Quartal bei 451,1 Milliarden Euro und damit 30 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die Zahl der aktiven Zahlungsterminals stieg im Jahresvergleich um 25 Prozent auf rund 878.000.

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Adyen profitiert nach eigenen Angaben davon, dass bestehende Geschäftskunden einen größeren Teil ihrer Zahlungen über die Plattform abwickeln. Hinzu kamen neue Unternehmenskunden und erstmals die Geschäftszahlen der übernommenen Anbieter Talon.One und Orb.

Plattformgeschäft wächst besonders stark

Die drei Geschäftsbereiche entwickelten sich unterschiedlich. Im digitalen Zahlungsverkehr lag der Nettoumsatz bei 387,4 Millionen Euro, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das abgewickelte Zahlungsvolumen erhöhte sich in diesem Bereich um 28 Prozent.

Der Bereich Unified Commerce, der Onlinehandel und Zahlungen im stationären Geschäft verbindet, erzielte einen Nettoumsatz von 250,5 Millionen Euro. Das Wachstum lag bei 29 Prozent. Das Zahlungsvolumen stieg um 22 Prozent.

Am stärksten legte das Plattformgeschäft zu. Hier erhöhte sich der Nettoumsatz um 46 Prozent auf 100,2 Millionen Euro. Das abgewickelte Zahlungsvolumen wuchs sogar um 55 Prozent.

Adyen beliefert über dieses Geschäft unter anderem Softwareplattformen, die ihren eigenen Kunden Zahlungsdienste und weitere Finanzprodukte anbieten. Im dritten Quartal verfügte das Unternehmen über 46 Plattformkunden, die jeweils jährlich Zahlungen von mehr als einer Milliarde Euro abwickeln. Ein Jahr zuvor waren es 31 gewesen.

Höhere Investitionen verändern den Ausblick

Trotz des Umsatzwachstums verändert Adyen seine Erwartungen an die Profitabilität.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern nun mit einer EBITDA-Marge von 50 Prozent. Die Kennzahl beschreibt das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Verhältnis zum Nettoumsatz.

Bereits im August hatte das Unternehmen für 2026 eine Belastung der Gewinnmarge durch die Übernahmen von Talon.One und Orb angekündigt. Nun sollen zusätzliche Investitionen in Personal, Produkte und die technische Plattform hinzukommen.

Zugleich gibt Adyen sein bisheriges mittelfristiges EBITDA-Margenziel auf. Bislang hatte der Konzern eine Marge von mehr als 55 Prozent bis 2028 angestrebt. Dieses Ziel wird nicht länger aufrechterhalten.

An seiner Umsatzprognose hält das Unternehmen dagegen fest. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Adyen weiterhin ein währungsbereinigtes Nettoumsatzwachstum zwischen 21 und 23 Prozent.

Auch die Investitionsausgaben sollen nach der aktuellen Planung bei etwa sieben Prozent des Nettoumsatzes liegen.

Übernahmen erweitern das Geschäftsmodell

Mit den im Juli abgeschlossenen Übernahmen von Talon.One und Orb erweitert Adyen sein Angebot über die klassische Zahlungsabwicklung hinaus.

Talon.One entwickelt Software für Kundenbindungsprogramme und Verkaufsaktionen. Orb bietet Lösungen zur nutzungsabhängigen Abrechnung von Dienstleistungen und digitalen Produkten an.

Beide Unternehmen sollen das bestehende Zahlungsangebot ergänzen. Adyen will Geschäftskunden dadurch zusätzliche Dienstleistungen aus einer gemeinsamen technischen Infrastruktur anbieten.

Nach Angaben des Konzerns ist das Interesse an den kombinierten Angeboten größer ausgefallen als ursprünglich erwartet. Deshalb will Adyen seine Investitionen in die übernommenen Geschäftsbereiche beschleunigen.

Der Ausbau zeigt sich auch beim Personal. Im dritten Quartal stellte das Unternehmen im bestehenden Geschäft netto 177 zusätzliche Beschäftigte ein. Weitere 399 Beschäftigte kamen durch die Übernahmen hinzu. Insgesamt lag die Mitarbeiterzahl zum Quartalsende bei 5.596 Vollzeitäquivalenten.

Für das Gesamtjahr plant Adyen einschließlich der Übernahmen nun einen Nettozuwachs von 1.000 bis 1.100 Vollzeitstellen.

Konkurrenz im internationalen Zahlungsverkehr

Adyen gehört zu den international tätigen Zahlungsdienstleistern, die Zahlungen für große Handelsunternehmen, digitale Plattformen und andere Geschäftskunden abwickeln. Das Unternehmen konkurriert unter anderem mit Stripe und PayPal.

Anders als die abgewickelten Zahlungsbeträge bildet der Nettoumsatz die Einnahmen ab, die Adyen nach Abzug bestimmter direkt zugehöriger Zahlungsabwicklungskosten verbleiben. Ein steigendes Zahlungsvolumen führt deshalb nicht automatisch zu einem gleich hohen prozentualen Umsatzwachstum.

Die Zahlen des dritten Quartals verdeutlichen diesen Unterschied: Während das Zahlungsvolumen um 30 Prozent zunahm, stieg der Nettoumsatz um 23 Prozent.

Für Adyen steht damit neben dem weiteren Ausbau des Zahlungsverkehrs zunehmend die Frage im Mittelpunkt, wie sich zusätzliche Dienstleistungen und höhere Investitionen auf die künftige Ertragskraft auswirken.

Neue Finanzziele für 2027 will das Unternehmen im Februar 2027 zusammen mit den Ergebnissen für das zweite Halbjahr 2026 bekannt geben.

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